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Schwere Kommunikationspanne in Cattenom
Lokales 09.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Steuerungsmodul ausgeschaltet

Schwere Kommunikationspanne in Cattenom

Die offensichtlich nicht vorhandene Kommunikation zwischen Kontrollzentrale und Wartungsmannschaft wirft Fragen auf.
Steuerungsmodul ausgeschaltet

Schwere Kommunikationspanne in Cattenom

Die offensichtlich nicht vorhandene Kommunikation zwischen Kontrollzentrale und Wartungsmannschaft wirft Fragen auf.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 09.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Steuerungsmodul ausgeschaltet

Schwere Kommunikationspanne in Cattenom

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Es entstand zwar kein Schaden, die Kommunikationspanne, die Anfang März in der Atomzentrale Cattenom während Wartungsarbeiten passierte, wirft allerdings Fragen auf.

(jag) - Am dritten März ereignete sich in der Atomzentrale in Cattenom während Wartungsarbeiten eine schwere Kommunikationspanne. Betroffen war Reaktor Nummer zwei. Während der Arbeiten wurde ein elektrisches Modul zur Steuerung der Turbine abgeschaltet. Dies hatte zur Folge, dass die Steuerstäbe des Reaktors abgesenkt wurden und die Temperaturregler gleichzeitig aus dem Reaktor ausgefahren wurden.

Im Steuerraum reagierte man wie vorgeschrieben auf diesen Vorgang. Allerdings war man sich dort nicht bewusst, dass der Vorgang absichtlich durch Arbeiten herbeigeführt wurde. Weil die Steuermannschaft das Problem nicht beheben konnte, musste ein verantwortlicher Ingenieur herbeigerufen werden. Noch ehe dieser im Steuerraum erschien, hatte die Wartungsmannschaft das Modul wieder eingeschaltet und der Reaktor lief wieder im Normalbetrieb.

Laut dem Betreiber EDF habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Mensch und Umwelt bestanden. Der Zwischenfall rangiert auf der zweitniedrigsten Gefahrenstufe.  Die Panne wirft allerdings eine ganze Reihe von Fragen auf was die Sicherheitskultur und die Kommunikation innerhalb der zuständigen Abteilungen in der Zentrale betrifft. 


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