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Schwere Gewitter: Rund 200 Feuerwehreinsätze
Dieses Foto schoss LW-Leserin Karin Durbach während des Unwetters im Roeserbann.

Schwere Gewitter: Rund 200 Feuerwehreinsätze

Foto: Karine Durbach
Dieses Foto schoss LW-Leserin Karin Durbach während des Unwetters im Roeserbann.
Lokales 4 2 Min. 30.04.2018

Schwere Gewitter: Rund 200 Feuerwehreinsätze

Am Sonntagabend ist eine schwere Gewitterfront über das Land gezogen. Starkregen, heftige Windböen, große Hagelkörner und ein Erdrutsch hielten die Feuerwehren des Landes auf Trab.

(mt/tom/dpa) - Schwere Gewitter sind am Sonntagabend zwischen 21 und 22 Uhr über den Westen des Landes gezogen. Dabei fielen auch vereinzelt taubeneigroße Hagelkörner. Die Wetterwarte vom Findel Meteolux hatte zuvor eine Wetterwarnung ausgegeben. Dabei hatte sie die Gefahr auf Orange eingestuft und vor heftigen Regenfällen, Hagel und Windböen gewarnt.

Dieses Video entstand in Düdelingen in der rue de la Paix:

Der private Wetterdienst kachelmannwetter.com gab ebenfalls im Laufe des Abends mehrere Warnungen aus.

Die Feuerwehr zog am Montagmorgen eine erste Bilanz: Aufgrund des hohen Aufkommens an Notrufen, die alle mit dem Unwetter zu tun hatten, wurde gegen 20.30 Uhr entschieden, die Koordinationszelle CGO (Centre de Gestion des Opérations) hinzuzuziehen. Die Anzahl der Leitstellendisponenten wurde von sechs auf acht aufgestockt. Zwischen 21 Uhr und Mitternacht gingen insgesamt knapp 400 Notrufe ein, ca. 200 Einsätze waren die Folge. 

Diese fanden hauptsächlich im Süden und im Zentrum des Landes statt, in den meisten Fällen waren Überschwemmungen, umgestürzte Bäume oder sonstige Gegenstände auf den Straßen die Ursache. Am schlimmsten betroffen war die Gemeinde Kopstal, hier kam es zu Erdrutschen im Ortskern, in der rue Schmitz und der route de Mersch. 

 Die Feuerwehr Bissen musste an acht verschiedenen Stellen in den Einsatz, zum großen Teil handelte es sich um überflutete Keller. Auch auf der Straße zwischen Bissen und Boevingen kam es zu einem kleineren Erdrutsch.

Um 1.30 am Montagmorgen wurde das CGO wieder aufgelöst. 

Weiter nach Deutschland

Das Unwetter zog über die Eifel weiter nach Belgien und Deutschland. In Aachen wurden Einsatzkräfte zu überschwemmten Straßen, vollgelaufenen Kellern und von Hagel und Wind beschädigten Dächern gerufen, wie ein Polizeisprecher sagte. Über 300 Notrufe seien in gut einer Stunde alleine in der Leitstelle der Aachener Polizei eingegangen. Menschen sind nach ersten Informationen der Behörde aber nicht zu Schaden gekommen.

In Stolberg bei Aachen musste der Europa-Tunnel gesperrt werden. „Da steht komplett das Wasser drin“, sagte der Sprecher. Die Polizei rechnete damit, dass der Tunnel frühesten am Morgen freigegeben werde. Andere Straßen wurden durch Schlamm unbefahrbar. Am Vormittag sollen die Straßen gereinigt werden.

Seit dem späten Sonntagabend hatte es auch Feuerwehreinsätze in und nahe der Südeifel gegeben. Ein Polizeisprecher in Trier sagte, das Unwetter ziehe „einmal quer über die Eifel“. Auf der Bundesstraße 418 seien bei Wintersdorf Bäume umgestürzt. Die Straße wurde gesperrt und sollte frühestens am Morgen wieder freigegeben werden. In Zemmer sei der Strom ausgefallen, weil ein Blitz in die Hochspannungsleitung eingeschlagen habe.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zuvor vor schweren Gewittern in Rheinland-Pfalz, Saarland und Teilen Nordrhein-Westfalens gewarnt. Im Saarland sei man „glimpflich“ davongekommen, sagte ein Polizeisprecher am frühen Montagmorgen. Bis dahin sei der größte gemeldete Schaden ein umgestürzter Baum im Kreis Merzig-Wadern gewesen.  


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