Schweinepest: Jägerverband schlägt Alarm
Schweinepest: Jägerverband schlägt Alarm
Eine jagdfeindliche Ideologie in weiten Teilen des Umweltministeriums verhindert hierzulande in Zeiten der herannahenden afrikanischen Schweinepest eine konsequente, präventive Bejagung der Wildschweine und setzt die Luxemburger Landwirtschaft damit in fahrlässiger Weise einer drohenden wirtschaftlichen Katastrophe aus: Diesen Vorwurf richtete der Luxemburger Jägerverband FSHCL, um ihren Vorsitzenden Georges Jacobs, am Dienstagabend in einer Informationsversammlung in Mertzig an die Adresse der Regierung.
"Wildschweinjagd mit allen Mitteln"
Vor einem mit mehr als 600 Jägern, Bauern und Grundeigentümern berstend vollen Saal forderte Jacobs dabei in flammenden Appellen, die Wildschweinbejagung unverzüglich landesweit und ganzjährig zu erlauben, dies mit allen technischen Hilfsmitteln, die den Jägern zur Verfügung stehen. Forderungen, mit denen man bei der eingesetzten staatlichen Task Force bislang auf taube Ohren gestoßen war. In ihrer Reaktion auf die Schweinepest hatte der Ministerrat zuletzt lediglich beschlossen, die Jagd auf Wildschweine innerhalb einer speziell ausgewiesenen Schutzzone im belgisch-französischen Grenzgebiet ganzjährig zuzulassen.
Mit welcher Vehemenz und wie großräumig man die Wildschweinbejagung in den belgischen und französischen Überwachungszonen rund um die von der Schweinepest befallenen Quarantänezone verfolgt, davon legten mit Professor Jean-Marie Giffroy vom Veterinärinstitut der Uni Namur und dem Sanitärexperten des Jagdverbandes des Département Moselle, Eugène Mertz, in der Folge zwei eigens eingeladene Experten Zeugnis ab. Gerade im noch nicht befallenen Umland der Sperrzonen gelte es, die Wildschweinpopulationen möglichst konsequent auszumerzen, um - wie beim Legen eines Gegenfeuers - jegliche Übertragungsmöglichkeiten des Virus möglichst zu verhindern, so die Redner.
Harsche Kritik an Neuordnung der Jagdlosgrenzen
Harsche Kritik an die Adresse des Umweltministeriums und der Naturverwaltung richtete die FSHCL am Dienstag aber auch mit Blick auf die laufende Neufestlegung der Jagdlosgrenzen. Anstatt die Jäger und Grundeigentümer als ureigene Kenner des Terrains von Beginn an die Ausarbeitung der neuen Grenzziehungen einzubinden, habe man diese zu großen Teilen "Dilettanten" und Mitarbeitern überlassen, die die Jagd systematisch ignorierten, so Jacobs.
Dies habe nun zur Folge, dass viele der vorgesehenen Jagdlosgrenzen aus weidmännischer und ökologischer Sicht mit Blick auf eine korrekte Jagdausübung unwirksam seien und damit aus Sicht der FSHCL auch dem Jagdgesetz widersprächen. Jacobs forderte die Jäger und Grundeigentümer daher auf, jegliche berechtigten Einwände im Rahmen der öffentlichen Konsultierungsphase schnellstmöglich einzureichen und bei Nichtberücksichtigung auch juristische Schritte zu erwägen. Die FSHCL werde ihren Mitgliedern dabei mit Rat und Tat zur Seite stehen.

