Schweinepest an der Grenze
Schweinepest an der Grenze
Die Afrikanische Schweinepest rückt näher, hat das Großherzogtum aber offenbar noch nicht erreicht. In der Umgebung von Arlon wurden seit dem 10. Januar insgesamt fünf weitere Wildschweinkadaver positiv auf das für die Tiere tödliche Virus getestet, dies östlich der von den belgischen Behörden eingerichteten Quarantänezone. Es zeigt zugleich, dass sich die Krankheit weiter in Richtung Luxemburg ausbreitet. Einen Nachweis gibt es hierzulande bisher allerdings nicht. Bis zum 24. Januar waren 98 tote Wildschweine aus Luxemburg getestet worden, sämtliche Ergebnisse waren negativ.
Auf dieser Karte können die registrierten positiven Fälle mit dem Ort ihrer Auffindung eingesehen werden: Je kräftiger die Farbe, desto rezenter sind die Fälle.
Fast 400 Fälle
Seit dem 13. September wurden in der belgischen Region Etall fast 400 infizierte Schweine aufgefunden. In Luxemburg wurde präventiv eine Überwachungszone im Südwesten des Landes zwischen den Autobahnen A 4 und A 6 in der Nähe zur belgischen und zur französischen Grenze eingerichtet. Auch die Jagd kann weiterhin ohne Einschränkungen betrieben werden. Die Jäger werden sogar aufgefordert, möglichst viele Wildschweine zu erlegen und so den hohen Bestand zu verkleinern. Im September beschloss die Regierung zudem, als Schutzmaßnahme zehn nationale Sammelzentren wieder in Betrieb zu nehmen. Dort sollen die Jäger die Innereien der Tiere entsorgen.
In der Überwachungszone gilt die Verpflichtung für Schweinezüchter, die Tiere in den Ställen zu lassen. Zudem müssen spezielle Hygieneauflagen eingehalten werden. Ist ein Tier in einer Zuchthaltung befallen, müssen sämtliche Schweine notgeschlachtet werden. Hierzulande gibt es rund 100 Schweinezüchter, die insgesamt 92 300 Tiere halten. Eine speziell eingerichtete Taskforce, bestehend aus Vertretern des Landwirtschafts- und des Umweltministeriums, traf sich bereits mehrere Male, um weitere Maßnahmen abzusprechen. Bisher bleibt man aber beim Beibehalten der Schutzzonen und dem Sensibilisieren von Lastwagenfahrern, Jägern und Landwirten.
Die Afrikanische Schweinepest führt bei infizierten Tieren in wenigen Tagen zum Tode. Für Menschen ist das Virus hingegen ungefährlich.
Schutzzäune errichtet
Experten gehen davon aus, dass das Virus die Grenze früher oder später überschreiten wird. Die belgische Schutzzone wurde zum Teil mit einem kilometerlangen Drahtverhau versehen. Auch die französischen Nachbarn machen sich ernsthafte Sorgen: Entlang der belgischen Grenze wurde eine kilometerlange abgeschlossene Quarantänezone eingerichtet. Wildschweine sollen dort systematisch erlegt werden, um eine Verschleppung auf französisches Gebiet zu verhindern. Selbst Nachtjagden mit Schalldämpfer und Infrarotsucher sind dort wegen der Ausnahmesituation erlaubt. In der insgesamt 141 Quadratkilometer großen Zone sollen in den nächsten zwei bis drei Wochen rund 500 Tiere erlegt werden.

