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Schwebebahn und Mega-Trucks: Doppeltes Nein aus Luxemburg
Lokales 12.03.2015

Schwebebahn und Mega-Trucks: Doppeltes Nein aus Luxemburg

So in etwa könnte eine Schwebebahn zwischen Luxemburg und Thionville aussehen.

Schwebebahn und Mega-Trucks: Doppeltes Nein aus Luxemburg

So in etwa könnte eine Schwebebahn zwischen Luxemburg und Thionville aussehen.
LW-Archiv
Lokales 12.03.2015

Schwebebahn und Mega-Trucks: Doppeltes Nein aus Luxemburg

Zwei innovative Verkehrsprojekte dürften aus den verschiedensten Gründen wohl keine Zukunft in Luxemburg haben. Transportminister François Bausch sieht sowohl für eine Schwebebahn als auch für die sogenannten Mega-Trucks keinen Bedarf.

(jag) - Die Idee einer Schwebebahn und das Erlauben von sogenannten Mega-Trucks  auf unseren Straßen werden in zwei parlamentarischen Anfragen behandelt. Zum einen wird die Idee der Bürgermeisterin von Thionville, Anne Gromerch, aufgegriffen. Sie erwägte die Möglichkeit einer Schwebebahn, eine sogenannte Monorail zwischen Luxemburg und Thionville bauen zu lassen, dies entlang der Autobahn A31. Die elektrisch betriebene Bahn sei ökologisch und effizient.

Transportminister François Bausch sieht das Ganze allerdings sehr skeptisch, die ganze Idee basiere auf den Plänen eines kanadischen Forschers. Damit diese umgesetzt werden könnten, müsste noch sehr viel Geld in Forschungs- und Testprojekte fließen. Bausch spricht in diesem Zusammenhang von bis zu 225 Millionen Dollar.

Hinzu kämen kostspielige und aufwändige Bauarbeiten. Der Zeitgewinn auf der Strecke Luxemburg-Thionville sei dagegen mit knapp fünf Minuten eher gering. Die Regierung würde deshalb lieber in realistischere Projekte investieren, zum Beispiel in den Ausbau der Eisenbahnlinien und der Park&Ride-Möglichkeiten.

Mega Truck oder Öko-Kombi?

Gemeint ist das gleiche, die Wortwahl wechselt allerdings mit den Befürwortern und Gegnern dieser neuartigen, bis zu 25,25 Meter langen Trucks, die maximal 60 Tonnen Fracht befördern können. In Luxemburg werden sie nicht zugelassen werden, da ist Transportminister Bausch formell.

Die Befürworter, vor allem Speditionen, welche sich eine bessere Rentabilität erwarten, plädieren mit niedrigeren CO2-Werten pro Tonnenkilometer. In den Niederlanden und in den skandinavischen Staaten rollen die Laster schon mit speziellen Genehmigungen, in Flandern sollen Tests laufen.

Auch hier hat Transportminister François Bausch allergrößte Bedenken, vorab prinzipieller Natur. Prioritär wolle man Güter von der Straße auf die Schiene bekommen, die Megatrucks bewirkten aber genau das Gegenteil. Zwar liefen auf Benelux-Niveau Bestrebungen für eine gemeinsame Regelung mit Ausnahmegenehmigungen, Luxemburg werde diese Regelung aber nicht mittragen.

Laut François Bausch spreche sehr viel gegen diese Riesenlaster: Wegen ihres Gewichtes seien sie eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer, mit ihrer Länge blockierten sie die bereits chronisch verstopften luxemburgischen Straßen und verlängerten damit auch den Überholweg. Zudem wären unsere Autobahnabfahrten und Verkehrskreisel mit den Riesenlastern ganz einfach überfordert.  


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