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Schutz vor Betrug: Senioren im Visier
Gerade ältere Personen werden allzu häufig Opfer von Betrügern.

Schutz vor Betrug: Senioren im Visier

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Gerade ältere Personen werden allzu häufig Opfer von Betrügern.
Lokales 3 Min. 22.03.2019

Schutz vor Betrug: Senioren im Visier

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Senioren werden allzu häufig Opfer von Betrug, da sie zu leichtgläubig waren. Eine neue Kampagne soll sie nun zu mehr Vorsicht mahnen.

Jungen Menschen scheint der sogenannte Enkeltrick recht absurd. Jemand ruft an und sagt: „Hey Omi, ich bin's, dein Enkel und ich brauche Geld.“ Komisch erscheint eine solche Geschichte besonders, wenn die alte Dame den Anrufer nicht kennt oder erkennt. Würde man ihm dennoch Glauben schenken und Geld überweisen? Wohl kaum! Und doch funktionieren diese und andere Maschen. Immer und immer wieder. Ob falsche Polizisten, Haustürgeschäfte, ein versprochener Lottogewinn oder das verloren geglaubte Familienmitglied, das urplötzlich Geld braucht.


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Wie viele Menschen Betrügern Geld ausgezahlt haben, darüber führt die Polizei keine genauen Statistiken, auch nicht darüber, wie hoch die erbeutete Summe war. Im Schnitt melden sich aber pro Jahr rund 400 Personen bei der Polizei, da sie Opfer eines Betrugs wurden oder den Verdacht hegten, dass jemand versuche, sie zu einem unehrlichen Geschäft zu bewegen. „Die Dunkelziffer ist aber mit Sicherheit noch um ein Vielfaches höher. Manche Menschen schämen sich, der Familie oder auch der Polizei zu gestehen, dass sie einem Betrüger ihr Geld gegeben haben“, sagt Pascal Peters von der Polizei.

Eine Kampagne für jeden

Häufig handelt es sich bei den Opfern um ältere, alleinstehende Personen. Sie freuen sich etwa über Kontakt, sind oft besonders hilfsbereit und manchmal leider auch zu leichtgläubig. Wenn das Geld dann weg ist, ist die Arbeit der Polizei gefragt. Einfacher ist es für die Beamten jedoch, wenn sie handeln können, bevor es zu spät ist. Aus diesem Grund wurde am Freitag eine neue Kampagne der Polizei und des Familienministeriums vorgestellt mit dem Slogan: „Léif Boma, léiwe Bopa, loosst iech net beducksen!“.


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Zu sehen ist auf den neuen Plakaten ein kleines Mädchen in Polizeiuniform. Es soll Aufmerksamkeit erregen und jeden ansprechen. „Nicht nur Senioren sollen zur Vorsicht aufgerufen werden. Auch jeder andere soll für die Thematik sensibilisiert werden, um im Falle, dass etwas verdächtig scheint, einzugreifen“, erklärt Familienministerin Corinne Cahen. Auf einem Flyer, der in drei Sprachen gedruckt wurde, werden die drei häufigsten Betrugsmaschen erläutert. „In Wirklichkeit gibt es natürlich endlos viele Abwandlungen davon“, sagt Tim Pauly von der Polizei.

Mit dem Thema „Sicherheitsgefühl bei Senioren“ und der dazugehörigen Präventionsarbeit wird sich jedoch bei der Polizei und dem Familienministerium nicht erst seit gestern befasst. Von 2006 an versuchen ehrenamtliche Sicherheitsberater, das Sicherheitsgefühl bei älteren Menschen durch ihre Präventionsarbeit zu steigern. Bisher wurden 158 Personen von der Polizei in zwölf Stunden ausgebildet, um überwiegend ein älteres Publikum über das Thema zu unterrichten.

Seniorensicherheitsberater im Auftrag für ihre Mitmenschen

Von der ersten Stunde an mit dabei sind der 63-jährige Jean-Marie Mousel als Präsident der Amicale SenioreSécherheetsberoder und die 80-jährige Solange Diderich. „Wir verstehen die Probleme der Senioren und sprechen ihre Sprache“, sagt Solange Diderich. Jean-Marie Mousel fügt nickend hinzu: „Unsere Themen sind angepasst und sehr vielfältig. Sie reichen von Schutz vor Taschendiebstahl über Vorsicht beim Geldautomaten, bis hin zu sicher in den Urlaub fahren. Aber auch die Sicherheit im Internet wird behandelt. Das Thema wird immer wichtiger.“


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Hierzu arbeiten die Sicherheitsberater auch eng mit den Spezialisten für Computersicherheit von BeeSecure zusammen. „Durch die Kampagne soll verhindert werden, dass ältere Menschen sich unsicher fühlen und sich aus diesem Grund aus dem öffentlichen Leben zurückziehen“, sagt Ministerin Corinne Cahen. Jedenfalls helfen bei Unsicherheit oder Fragen sowohl die Polizei unter der Notrufnummer 113, als auch die Seniorensicherheitsberater unter der Telefonnummer 26 54 04 92 weiter.


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