Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Schutz für Bestäuber
Lokales 04.12.2019

Schutz für Bestäuber

Zu den eifrigen Bestäubern gehören neben den Bienen auch Fligen, Schmetterlinge und Käfer.

Schutz für Bestäuber

Zu den eifrigen Bestäubern gehören neben den Bienen auch Fligen, Schmetterlinge und Käfer.
dpa
Lokales 04.12.2019

Schutz für Bestäuber

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Mit einem nationalen Aktionsplan will das Umweltministerium den Schwund der Bestäuberinsekten stoppen.

Sie sind so klein und unscheinbar, dass ihr langsames, aber stetes Verschwinden fast nicht bemerkt wird: Hautflügler, Zweiflügler, Schmetterlinge und auch Käfer gehören zu der Familie der Bestäuber. Ihre Rolle ist diskret, aber für das Überleben der Menschheit wohl kruzial: Weltweit schaffen diese Insekten mit ihrer Bestäubungsleistung einen wirtschaftlichen Gegenwert von rund 150 Milliarden Dollar. 85 Prozent der Blütenpflanzen werden von Bienen, Schmetterlingen und Käfern bestäubt, der Beitrag zum Erhalt und zur Erholung der Biodiversität ist unschätzbar.

Vielfältige Impakte

Doch die Fließbandbefruchter sehen einem weltweiten Niedergang entgegen. Die industrielle Landwirtschaft mit ihrem Pestizideinsatz macht den Insekten zu schaffen. Klimawandel, Lichtverschmutzung, eingewanderte Arten und die Zerstörung der Lebensräume durch Bebauung oder Flurbereinigung sind weitere Belastungsfaktoren, die in den letzten Jahren zu einem einzigartigen Artenschwund geführt haben. So sind in Luxemburg rund 10 Prozent der Insektenarten vom Aussterben bedroht, zwischen 30 und 40 Prozent der Arten verzeichnen rückläufige Bestände.


Echte Blumenwiesen sind ein Paradies für Insekten
Tag der Artenvielfalt: Jede Hecke hilft
Mit einer Todesanzeige für das Braunkehlchen weisen Naturschutzverbände auf das Aussterben der Arten hin. Dabei kann jeder auch im Kleinen aktiv werden.

"Das Verschwinden der Insekten ist wissenschaftlich erwiesen, die Ursachen sind komplex, aber bekannt", so Umweltministerin Carole Dieschbourg während der Vorstellung des nationalen Aktionsplanes zur Erhaltung der Bestäuber. Der Aktionsplan wurde bereits im Koalitionsabkommen angekündigt, nun soll er mit Leben erfüllt werden. "Wir wollen vor allem konkrete Maßnahmen umsetzen, die Resultate bringen", so Dieschbourg. Zuerst aber soll eine solide Informationsbasis für diese Problematik erstellt werden. Anschließend folgen konkrete Vorschläge, um die Sterblichkeit der Bestäuber zu senken.

Workshops und Mitsprache

"Es geht aber auch darum, ein öffentliches Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen", so Dieschbourg. Deshalb setzt das Umweltministerium ab dem 14. Januar auf eine Reihe von Workshops, an denen Vertreter aus dem Umweltbereich, der Landwirtschaft, der Wissenschaft und den Gemeinden sein werden. Ihre Vorschläge werden dann in den nationalen Aktionsplan einfließen. Ob die gesteckten Ziele erreicht werden, soll regelmäßig überprüft werden.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Stadtrundgang mit Bienen
Die Stadt bietet ab Mai wieder Führungen über den pädagogischen Rundweg zum Thema Bienen und Biodiversität durch die Hauptstadt an.
ARCHIV - 30.04.2019, Berlin: Eine Biene sitzt auf einer Blüte eines Apfelbaums und sammelt Nektar. Viele Blüten sind in den vergangenen frostigen Mainächten in Mecklenburg-Vorpommern jedoch erfroren. Auch für die Bienen ist es oft zu kalt gewesen. (zu dpa: «Frostige Mainächte hinterlassen Spuren in Gärten und auf Feldern»). Foto: Wolfgang Kumm/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Hutt Dir dëst Joer schonn e Kéisécker gesinn?
Wenn ja, dann hatten Sie Glück. Falls nicht, dann werden Sie sich vielleicht gefragt haben, woran das liegen könnte, denn es gibt ja augenscheinlich so viel „Grün“ draußen in der Natur. Doch dieser erste Blick täuscht. In der Tat dominiert momentan üppiges Grün in der offenen Landschaft. Aber eben nur „Grün“!
Biotope in Gefahr: Schmetterlinge zählen
Der in Deutschland festgestellte Insektenschwund betrifft in ähnlichem Maße auch Luxemburg. Allerdings fehlen bisher Forschungsprojekte, die konkrete Angaben liefern könnten.
Bestäuber gesucht: Das nationale Biomonitoring hat vor allem die Schmetterlinge im Visier.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.