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Schuss in Fentingen: Ermittlungen abgeschlossen
In diesem Stuhl saß die damals 46-jährige Frau, als sie von der Kugel getroffen wurde.

Schuss in Fentingen: Ermittlungen abgeschlossen

Foto: Guy Wolff
In diesem Stuhl saß die damals 46-jährige Frau, als sie von der Kugel getroffen wurde.
Lokales 08.06.2018

Schuss in Fentingen: Ermittlungen abgeschlossen

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Im Fall der verirrten Kugel, die im September 2016 eine Frau in Fentingen schwer verletzte, ist die Arbeit des Untersuchungsrichters abgeschlossen. Nun wurde eine Anklageerhebung gegen einen Jäger vor der Ratskammer beantragt.

Es ist ein Vorfall, der bis heute nach einer Erklärung verlangt: Am 24. September 2016 wurde eine Frau auf einer Terrasse in einem Wohnviertel am Ortsrand von Fentingen unvermittelt von einer Kugel ins Gesicht getroffen. Sie überlebt mit schweren Gesichtsverletzungen. Nun sind die Ermittlungen abgeschlossen.

Wie RTL am Donnerstagabend meldete, hat die Staatsanwaltschaft eine Anklageerhebung gegen einen von drei Jägern beantragt, die zur Tatzeit in der Nähe auf ein Wildschwein schossen. Auf Nachfrage bestätigte die Pressestelle der Justiz den Sachverhalt am Freitag offiziell.

Nun ist eine Ratskammer damit befasst, darüber zu entscheiden, ob die Beweislage ausreicht, um einen Prozess gegen den beschuldigten Jäger zu führen. Die Anklage lautet auf fahrlässige Körperverletzung. Die Folgerung liegt daher nahe, dass die fast 20 Monate andauernden Ermittlungen der Untersuchungsrichters zum Schluss gekommen sind, dass es sich bei dem Vorfall um einen tragischen Unfall handelt, der durch fehlerhaftes Handeln eines Jägers verursacht wurde.


16 Monate nach dem Zwischenfall hat die Justiz jetzt einen der drei Jäger im Visier.
Ballistische Untersuchungen nach Zwischenfall von Fentingen: Jäger im Visier
16 Monate nach dem tragischen Schießunfall in Fentingen konzentriert sich die Justiz jetzt auf einen der drei damals anwesenden Jäger. Er könnte den Schuss abgegeben haben, der die Frau im Gesicht verletzt hat.

Bislang war lediglich bekannt, dass die Ermittlungen sich auf drei Jäger konzentrierten, die an jenem Samstagabend davon profitiert hatten, dass ein örtlicher Landwirt ein Maisfeld aberntete, um auf die Jagd nach Wildschweinen zu gehen. Von der landwirtschaftlichen Maschine aufgeschreckt, war ein Wildschwein aus dem Feld geflüchtet. Die drei Jäger gaben daraufhin vier Schüsse auf das Tier ab, ohne es jedoch zu treffen.

Wie eine Kugel schlussendlich im Unterkiefer des Opfers landen konnte, war eine der Fragen, mit denen mehrere Gutachter inzwischen befasst wurden. Deren Ergebnisse werden Gegenstand des Gerichtsverfahrens sein, wenn es denn dazu kommt.

Das Opfer, eine Frau aus Belgien, die an jenem Tag bei einer Freundin zu Besuch war, musste nach dem Vorfall mehrfach operiert werden und leidet, wie sie gegenüber „L'essentiel“ ausgesagt hatte, noch immer unter körperlichen und psychischen Folgen. Ihr Unterkiefer musste plastisch wiederhergestellt werden.


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