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Schulterschluss mit Juncker
Lokales 12.07.2013

Schulterschluss mit Juncker

Die CSV stärkte ihrem Spitzenmann beim Kongress in Hesperingen demonstrativ den Rücken. Jean-Claude Juncker mit seinen Ministern Claude Wiseler (links, mit Ehefrau Isabel Wiseler) und Luc Frieden sowie Fraktionschef Gilles Roth.

Schulterschluss mit Juncker

Die CSV stärkte ihrem Spitzenmann beim Kongress in Hesperingen demonstrativ den Rücken. Jean-Claude Juncker mit seinen Ministern Claude Wiseler (links, mit Ehefrau Isabel Wiseler) und Luc Frieden sowie Fraktionschef Gilles Roth.
Foto: Anouk Antony
Lokales 12.07.2013

Schulterschluss mit Juncker

Ein Hauch von Wahlkampf in Hesperingen: Der Nationalkongress der CSV stellt sich demonstrativ hinter Jean-Claude Juncker.

(rar) - Alle wollen ihn sehen, alle wollen mit ihm gesehen werden. Insofern lieferte der außerordentliche Parteikongress der CSV am Mittwochabend in Hesperingen ein bekanntes Bild. Doch nach der historischen Parlamentsdebatte über die Geheimdienstaffäre und dem angekündigten Rücktritt der Regierung bekam das Treffen eine besonders pikante Note.

Demonstrativ übten die Christlich-Sozialen den Schulterschluss mit ihrem Spitzenpolitiker, den sie auch prompt zum Spitzenkandidaten für die Neuwahlen erhoben. Bei den meisten Mietgliedern herrschte die Meinung vor, das die stärkste Regierungspartei vom Juniorpartner im Stich gelassen worden ist. Auch Juncker bediente diese Ansicht, obwohl er eigentlich nicht mehr über zu der für ihn enttäuschenden Debatte Stellung nehmen wollte. "Ich hätte auch über die Tour de France oder die Muppets-Show reden können, ich hätte nicht mehr Antworten bekommen", so Juncker.

Der Regierungschef kam mit Verspätung zu der CSV-Veranstaltung. Er steckte im Stau. Als er kurz nach 19 Uhr im Kulturzentrum eintrifft, brandet tosender Applaus auf. Juncker entschuldigt sich für sein Zuspätkommen. Er habe noch regiert, weil er gerne noch weiter regieren würde.

"Die wissen, was sie an mir haben!"

Der Premier liefert dem Publikum die Bonmots, die es erwartet. "Die europäischen Sozialisten haben mich heute angerufen", sagt Juncker. "Die wissen, was sie an mir haben. Die Luxemburger Sozialisten nicht." Er vergisst aber auch nicht, seine Mitstreiter zu loben, etwa seinen ebenfalls ins Kreuzfeuer geratenen Finanzminister Luc Frieden.

Und irgendwie wurde in Hesperingen auch schon mal der Wahlkampf eingeläutet. Juncker kämpferisch: "Wir bleiben stark, so lange wir nahe am Volk bleiben." Es sei richtig, dass über den Geheimdienst debattiert worden sei, "aber die Probleme des Landes liegen woanders."

Sprichts, und erntet für seine knapp halbstündige Rede erneut minutenlagen Applaus. Eine Viertelstunde später ist der "außerordentliche Kongress unter außergewöhnlichen Umständen" (CSV-Generalsekretär Laurent Zeimet) beendet. Das Sommerfest der CSV kann beginnen.


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