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Schülertransport: Die Elterntaxis rücken wieder aus
Lokales 3 Min. 11.09.2019

Schülertransport: Die Elterntaxis rücken wieder aus

Sicherheit geht vor: Für den Transport von Grundschülern sind in Luxemburg die Gemeinden zuständig. Der Staat kümmert sich um die Beförderung der Lyzeumsschüler.

Schülertransport: Die Elterntaxis rücken wieder aus

Sicherheit geht vor: Für den Transport von Grundschülern sind in Luxemburg die Gemeinden zuständig. Der Staat kümmert sich um die Beförderung der Lyzeumsschüler.
Foto: LW-Archiv
Lokales 3 Min. 11.09.2019

Schülertransport: Die Elterntaxis rücken wieder aus

Jörg TSCHÜRTZ
Jörg TSCHÜRTZ
Der Staat will das Schulbusangebot ausbauen – doch noch immer wird für viele Wege zum Unterricht das Auto genutzt.

Etwa 50.000 Schüler im Alter zwischen fünf und 24 Jahren in Luxemburg nutzen öffentliche Transportmittel, um zum Unterricht zu kommen – die überwiegende Mehrheit (86 Prozent) ist laut der Luxmobil-Studie aus dem Jahr 2017 mit dem Bus unterwegs. 14 Prozent nutzen den Zug. Aus der selben Erhebung geht hervor, dass 2017 täglich rund 23.500 Schüler mit dem Auto bequem bis vor den Schulhof gefahren wurden. 


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Obwohl die nächstgelegene Grundschule oder ein Lyzeum meist nur ein paar Ecken entfernt sind, wurden fast 40 Prozent der Schulwege mit dem Auto zurückgelegt und nur 21 Prozent zu Fuß. Die relativ hohe Dichte an „Elterntaxis“ ist auch eine Erklärung für die täglichen Verkehrsinfarkte im Umkreis von Bildungseinrichtungen. Dabei raten viele Psychologen, dass es für ihre persönliche Entwicklung förderlicher sei, wenn Kinder den Weg zur Schule selbstständig im Bus, per Fahrrad oder zu Fuß bewältigen. 

600 Euro pro Schüler 

Staat und Gemeinden teilen sich die Organisation des Schülertransports im Großherzogtum. Gemeinden kümmern sich in der Regel um den Transport von Grundschülern unter zwölf Jahren, während Lyzeumsschüler meist in staatlichen Bussen unterwegs sind. „Die Gemeinden sind frei, ihren Schultransport eigenmächtig zu planen“, heißt es von Seiten der Regierung. Eine Besonderheit in Luxemburg ist der Schulbusverkehr ins benachbarte Ausland nach Bastogne, Arlon, St. Vith oder auch ins saarländische Perl. 

Aufgrund neuer Verträge und eines neuen Planungsprogramms sind die Ausgaben für Schülertransporte in diesem Jahr gestiegen. Allein auf die Lyzeen in Junglinster, Wiltz und Redingen bezogen, gibt der Staat jährlich zwischen 518 und 617 Euro pro befördertem Schüler aus. 

Insgesamt stellt der Finanzminister 2019 rund 18 bis 19 Millionen Euro für den Schulbusbetrieb bereit – dabei handelt es sich aber nur um Fahrten im Regionalbusnetz RGTR. 2018 betrugen die Kosten für Schulfahrten noch zwischen 15 und 16 Millionen Euro. Schülertransporte, die von lokalen Verkehrsbetrieben wie AVL in der Stadt Luxemburg und TICE im Süden des Landes durchgeführt werden, sind in diesen Zahlen nicht mit inbegriffen. Die Busse der Stadt Luxemburg bedienen unter anderem die innerstädtischen Routen auf den Limpertsberg, das Geesseknäppchen oder zur Europäischen Schule Kirchberg. 

Komplexe Planung

Mit der Einführung von internationalen Schulen, die sowohl Grund- als auch Lyzeumsschüler aufnehmen, ist die Planung der Schülerbeförderung in den vergangenen Jahren zu einer noch komplexeren Angelegenheit geworden, heißt es im Mobilitätsministerium. Auch die zunehmende Dezentralisierung der Schulstätten und der steigende Wettbewerb unter den Lyzeen bei spezifischen Bildungsangeboten stellen die Verantwortlichen im Héichhaus vor Herausforderungen.

„Die Entwicklung der Schülerzahlen erfordert es, dass wir nicht nur die Kapazität der regulären Linien erhöhen, sondern auch zusätzliche Linien in Betrieb nehmen müssen, um die Nachfrage zu decken“, liest man im Haushaltsvoranschlag für das Jahr 2020 zum Thema Schülertransport. Vor allem in Bezug auf die Lyzeen in Mamer, Junglinster, Redingen, Mersch, Differdingen, Mondorf und Clerf könnten die Beförderungskosten in den nächsten Jahren steigen. 

Ein baustellenbedingtes Chaos auf den Schulstrecken wie im vergangenen Jahr am Echternacher Lyzeum sollen dieses Jahr vermieden werden. Aber: „Im RGTR-Netz gibt es jedes Jahr mehr als 600 Baustellen, die alle ihren Einfluss auf die Schulbuslinien haben“, gibt das Transportministerium zu bedenken. 

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