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„Schreiben ist ganz okay“
Lokales 4 Min. 11.09.2014 Aus unserem online-Archiv
Aus dem Leben einer Zweitklässlerin

„Schreiben ist ganz okay“

Auch in den Ferien hat Leonie fleißig Lesen, Schreiben und Rechnen geübt.
Aus dem Leben einer Zweitklässlerin

„Schreiben ist ganz okay“

Auch in den Ferien hat Leonie fleißig Lesen, Schreiben und Rechnen geübt.
Foto: Joelle Merges
Lokales 4 Min. 11.09.2014 Aus unserem online-Archiv
Aus dem Leben einer Zweitklässlerin

„Schreiben ist ganz okay“

Leonie freut sich, dass die Ferien endlich vorbei sind. Kommende Woche beginnt für die Siebenjährige das zweite Schuljahr, von dem sie ausgeht, dass es nicht ganz anders verlaufen wird als das erste.

(jm) - Leonie freut sich, dass die Ferien endlich vorbei sind. Kommende Woche beginnt für die Siebenjährige das zweite Schuljahr, von dem sie ausgeht, dass es nicht ganz anders verlaufen wird als das erste. „Vielleicht wird die Lehrerin etwas strenger, weil wir ja jetzt nicht mehr ganz neu in der Schule sind“, mutmaßt sie.

„Das erste Schuljahr hat mir gut gefallen“, sagt Leonie. Nach Einschätzung der Siebenjährigen hat sich der Unterricht im vergangenen Jahr nicht so sehr von dem unterschieden, was sie zuvor im Kindergarten erlebt hat. Auch dort habe sie gelegentlich schon kleinere Aufgaben meistern müssen, wie etwa Fehler auf Bildern aufdecken oder Buchstaben wie das A üben. Mit dem Lesen und Schreiben Lernen ging es im vergangenen Jahr weiter. „Schreiben ist ganz o.k.“, sagt Leonie. „Wir haben mit dem M, I, L und A aus dem Mila-Buch begonnen. Dann kamen immer mehr Buchstaben hinzu, und auf einmal konnte ich richtig schreiben.“ In den Ferien habe sie manchmal einfach drauf los geschrieben, etwa Sätze wie „Lisa hilft Mama im Garten“. Alle Buchstaben beherrscht die Siebenjährige jedoch noch nicht, denn erst im zweiten Schuljahr stehen die „schwierigen Sachen“ wie etwa Ü oder Sch auf dem Lehrplan.

Mit dem Schreiben kommt Leonie also recht gut zurecht, mit dem Lesen ist es hingegen so eine Sache. Von den Geschichten aus der Mila-Fibel ist sie regelrecht begeistert, die Bücher im eigenen Regal findet sie mittlerweile aber „langweilig“. Dabei hatte sie sich vor dem ersten Schuljahr vor allem darauf gefreut, nun endlich ihre Lieblingsbücher selbst lesen zu können. Vielleicht kommt sie mit der Zeit doch noch auf den Geschmack.

Lesen, schreiben und rechnen

Auf dem Stundenplan des ersten Schuljahrs stand neben Lesen und Schreiben natürlich Rechnen, das „manchmal gut ist“, nämlich dann, wenn Leonie selbst gut drauf ist. Manchmal klappt das mit den Zahlen auch weniger gut, und damit die Siebenjährige das Erlernte über die Sommerferien nicht ganz vergisst, hat sie die vergangenen Wochen über fleißig mit dem „Vakanzenheft“ geübt, also Rechenaufgaben erfüllt, gelesen, gemalt und ein Diktat gemacht. Leonie findet es richtig, auch während der Urlaubszeit zu lernen, denn „dann werde ich im zweiten Schuljahr besser rechnen können“.

Die zwei Monate Sommerpause findet die Siebenjährige schon etwas langwierig, auch wenn die Tage eigentlich gut gefüllt waren, mit Malen, mit Familienausflügen, mit den Freundinnen spielen, auf dem Trampolin springen, bei den Pferden vorbeischauen oder auch mit Fernsehen. Nun freut sie sich aber, dass die Schule endlich wieder beginnt. Was im zweiten Schuljahr anders wird, kann Leonie noch nicht so recht sagen. Mit dem Französisch Lernen wird es wohl nicht ganz einfach, mutmaßt sie, denn sehr viel weiß sie von der neuen Fremdsprache noch nicht. Ein paar Worte kann sie, wie etwa „maman“, oder auch auf Französisch bis Acht zählen. Beim Rechnen werden dann sehr viele neue Zahlen hinzukommen. Ob das Lernen dadurch schwieriger wird, müsse sich dann aber erst zeigen.

Strengere Lehrer

Dass sie im kommenden Schuljahr nicht mehr zu den ganz Kleinen gehören wird, muss laut Leonie nicht unbedingt von Vorteil sein. Im Kindergarten und im ersten Schuljahr seien die Lehrerinnen immer sehr lieb gewesen; geschimpft hätten sie lediglich, wenn ihre Schützlinge untereinander gestritten hätten (Streit habe es Leonie zufolge eher bei den Jungs als bei den Mädchen gegeben, sie selbst sei natürlich immer ganz brav gewesen). Nun könnte es aber sein, dass die Lehrerin im neuen Schuljahr strenger werde – schließlich seien die Zweitklässler nicht mehr ganz neu in der Schule und schließlich wüssten sie nun, was sich gehöre und was sie zu lassen hätten.

Ob sie eine gute Schülerin ist, kann Leonie über sich selbst nicht sagen. Nicht ganz begeistert ist sie von den Hausaufgaben, zu denen die Mutter sie immer wieder auffordern muss. Aus eigenen Stücken setzt sie sich nur selten an den Schreibtisch. So eine Sache ist es auch mit den Prüfungen. Zwar sage die Lehrerin im Vorfeld, welchen Stoff die Schüler zu lernen haben. „Man ist dennoch etwas aufgeregt, weil man nie weiß, ob man auch wirklich alles drauf hat.“ Leonie ist aber überzeugt davon, dass Lernen wichtig ist, denn „nur wenn man etwas weiß, bekommt man auch eine Arbeit, wenn man groß ist“.

Wenn Leonie groß ist, will sie übrigens Tierpflegerin oder Kindergärtnerin werden, oder in 
einem Krankenhaus arbeiten – recht ambitionierte Berufswünsche für eine Siebenjährige.


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