Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Schoettermarial: Kundgebung für ein Biotop
Lokales 2 Min. 28.07.2020 Aus unserem online-Archiv

Schoettermarial: Kundgebung für ein Biotop

Rund 150 Bürger taten am Dienstag ihren Unmut über das Bauprojekt auf dem Areal "Schoettermarial" kund.

Schoettermarial: Kundgebung für ein Biotop

Rund 150 Bürger taten am Dienstag ihren Unmut über das Bauprojekt auf dem Areal "Schoettermarial" kund.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 2 Min. 28.07.2020 Aus unserem online-Archiv

Schoettermarial: Kundgebung für ein Biotop

Rita RUPPERT
Rita RUPPERT
Das Gelände "Schoettermarial" in Kirchberg/Weimerskirch ist seit Jahren in den Schlagzeilen. Am Dienstagabend kam ein weiteres Kapitel hinzu.

Unter dem Motto „Sollen wir unsere Umwelt der Urbanisierung opfern?“ demonstrierten am Dienstagabend rund 150 Anwohner für die Erhaltung des in Kirchberg/ Weimerskirch gelegenen Biotops „Schoettermarial“. Ein Gelände, das in den vergangenen Jahren immer wieder in den Schlagzeilen war. 

Zur Erinnerung: Für das Grundstück zwischen dem Boulevard Prince Félix, der Rue Franç0is Baclesse, der Rue Jean-Pierre Sauvage und dem Val den Bons Malades hatte die Stadt Luxemburg bereits im Jahr 2014 große Pläne: 475 Wohnungen, Büros und Geschäfte sollten dort errichtet werden. Damals wehrten sich 660 Personen mit einer Petition dagegen. 

Fauna und Flora schützen

Nicht zuletzt geht es den Anwohnern auch darum, das Areal zu schützen, auf dem seltene Pflanzen- und Tierarten heimisch sind. So konnten unter anderem die Schlingnatter, der Russische Bär (eine Schmetterlingsart), drei Fledermaus- und zwei Eidechsenarten sowie der Siebenschläfer nachgewiesen wurden.   

Die Anwohner machen sich insbesondere für den Erhalt des Biotops auf dem Areal in Kirchberg/Weimerskirch stark.
Die Anwohner machen sich insbesondere für den Erhalt des Biotops auf dem Areal in Kirchberg/Weimerskirch stark.
Foto: Gerry Huberty

Als der neue Allgemeine Bebauungsplan (PAG) am 28. April 2017 mit den Stimmen der Mehrheit (DP und Déi Gréng) genehmigt wurde, gab es beim „Schoettermarial“ eine der größten Änderungen: Das Areal sollte nur noch zur Hälfte bebaut werden, und zwar dort, wo das Terrain flach ist. Dazu sollte ein neuer Teilbebauungsplan ausgearbeitet werden. 

Beim Gelände, das bebaut werden soll, handelt es sich um das ehemalige Fußballfeld - auf dem heute Lacrosse, Gaelic Sports und Rubgy für Kinder gespielt werden -  einen unbefestigten Parkplatz und das dazwischen liegende Terrain.    


Großes Interesse: Im Centre culturel in Neudorf waren weitaus mehr Interessierte als Stühle.
Von großen Bauprojekten und seltenen Schlangen
Über 300 Bürger aus Kirchberg, Kiem, Weimershof, Cents, Hamm und Pulvermühle diskutierten am Donnerstagabend über die Zukunft ihrer Stadtteile. Für einige Beschwerden sorgte erwartungsgemäß das Projekt "Schoettermarial".

Mittels Verordnung hatte der Präsident des Verwaltungsgerichts am 9. Januar 2019 den Staat dazu verurteilt, den Einwohnern des Viertels die Ergebnisse der Umweltstudien zu kommunizieren, die auf dem „Schoettermarial“ durchgeführt worden waren. 

„Zu groß und zu hoch“

Zuletzt hatte das Kirchberger Interessensyndikat in seiner Jahresversammlung im März seine Kritik zum Ausdruck gebracht, als es sich gegen zu große und hohe Wohngebäude aussprach. 

In seiner Sitzung vom 6. Juli hatte der Gemeinderat sich einverstanden erklärt, punktuelle Änderungen im PAG vorzunehmen. Bürger können ihre Einwände bis zum 10. August einreichen.

PAG für „Schoettermarial“ annulliert

Ein Urteil des Verwaltungsgerichts vom 13. Juli annulliert jedoch den PAG für das Gelände „Schoettermarial“, mit der Begründung, die Stadt Luxemburg habe weder den ökologisch hohen Wert des Standorts, noch die Einwände der Anwohner berücksichtigt.  


Dass das Fußballfeld den aktuellen Plänen zufolge weichen soll, gefällt den Anrainern überhaupt nicht. Bürgermeisterin Lydie Polfer entgegnet dem, dass der Platz ohnehin nicht viel von den Bewohnern des Viertels genutzt würde.
660 Unterschriften gegen Bauprojekt auf "Schoettermarial"
Zahlreiche Anrainer des Areals genannt „Schoettermarial“ in Kirchberg/Weimerskirch sind besorgt. Der Grund: Ein komplett neues Viertel soll am Rande ihres Quartiers entstehen.

Gleich mehreren Syndicats des co-propriétaires missfällt das ihrer Meinung nach gigantische Immobilienprojekt. Ihnen gehe es nicht darum, sämtliche Bauprojekte in Kirchberg zu verhindern, vielmehr solle die Urbanisierung im Respekt der Anwohner, der natürlichen Umwelt sowie der nationalen und europäischen Gesetzgebung über geschützte Biotope, Habitate und geschützte Spezies geschehen.

Zwei Schlachten konnten bislang gewonnen werden. Der Kampf ist damit leider noch nicht gewonnen“, heißt es im Aufruf zur Kundgebung am Dienstag. Die Initiatoren befürchten, dass die Arbeitsmaschinen parat stehen, um den Standort definitiv zu zerstören und so ein „fait accompli“ zu schaffen.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Mit den Stimmen der Mehrheit wurde am Freitag der neue allgemeine Bebauungsplan der Stadt Luxemburg genehmigt. Damit liegt ein hartes Stück Arbeit hinter Gemeindeverantwortlichen, den Angestellten und dem Studienbüro.
Als wichtigen Moment bezeichnete Bürgermeisterin Lydie Polfer die Genehmigung des PAG durch den Gemeinderat.
Neuer Bebauungsplan der Stadt Luxemburg
Über 300 Bürger aus Kirchberg, Kiem, Weimershof, Cents, Hamm und Pulvermühle diskutierten am Donnerstagabend über die Zukunft ihrer Stadtteile. Für einige Beschwerden sorgte erwartungsgemäß das Projekt "Schoettermarial".
Großes Interesse: Im Centre culturel in Neudorf waren weitaus mehr Interessierte als Stühle.