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"Schnupperfahrt" über die "Nordstrooss": Vom berauschenden Gefühl, ein Dutzend Kröten gerettet zu haben
Unten die Tunnelröhren, obendrauf der Grünewald.

"Schnupperfahrt" über die "Nordstrooss": Vom berauschenden Gefühl, ein Dutzend Kröten gerettet zu haben

Foto: Anouk Antony
Unten die Tunnelröhren, obendrauf der Grünewald.
Lokales 2 Min. 24.09.2015

"Schnupperfahrt" über die "Nordstrooss": Vom berauschenden Gefühl, ein Dutzend Kröten gerettet zu haben

Weiterhin über die N12 und durchs Nadelöhr Kopstal-Bridel oder vielleicht doch über die "Nordstrooss" und dabei von sich behaupten, man habe mit jedem Tunnelkilometer Flora und Fauna des Grünewaldes geschützt? "Let's hit the road!" Eine erste Testfahrt.

(mt) - Ja, sie ist schön. Besonders nachts, dann, wenn die Lichterketten an Brücken und Tunnels hell leuchten. Das Schönste an der "Nordstrooss" aber sieht man nicht: den für Luxemburg einmaligen Grünewald.

Schon Wochen vor der Eröffnung dieses Jahrhundertwerks des Luxemburger Straßenbaus beschäftigte mich die Frage, ob die "Nordstrooss" eventuell eine Alternative zu meinem bisherigen Weg hin zur Arbeit sein könnte. Am Mittwoch fuhr ich deshalb nach Feierabend erstmals die Strecke ab. "Let's hit the road...!" Meine Befürchtungen wurden aber schnell bestätigt:  Über die Grünewald-Straße geht es zwar schneller, aber es sind dann doch einige Kilometer mehr.

Hoffentlich eine Wonne für die aus dem Norden

27 Kilometer fuhr ich bisher von meinem Wohnort Hollenfels über Marienthal, Keispelt, Kopstal und Bridel zur Autobahn A6 und auf dieser bis zur Ausfahrt Gaspericher Kreuz, um in die Redaktion des "Luxemburger Wort" zu gelangen. Dafür brauchte ich im Schnitt um die 32 Minuten. Manchmal aber auch mehr! Das Nadelöhr Kopstal kostete mich dann viele Nerven, vor allem, wenn es morgens im Schritttempo den Berg hinauf nach Bridel ging. Schnee und Eis waren zudem ab und zu eine nicht zu unterschätzende Gefahr auf den kurvenreichen Straßen zwischen den Tälern der Mamer und der Eisch.

Anders dahingegen die "Nordstrooss"! In den Tunnels fährt man geschützt vor Wind und Wetter, und man hat zudem noch das berauschende Gefühl, auf jedem Tunnelkilometer fünf Igel, zwei Dachse, ein Dutzend Kröten und einen Maulwurf gerettet zu haben. Kreuzungen gibt es keine, dafür aber Ab- und Auffahrten und vermutlich einen Knotenpunkt morgens bei der Einmündung in die Trierer Autobahn. Kurzum: Für die aus dem Norden des Landes ist diese Straße wahrscheinlich die Wonne. Na, bei den hohen Kosten und der langen Bauzeit sollte sie es auch sein!

Ungebremste automobile Glückseligkeit

Nun aber zur Bilanz: Das Zählwerk am Armaturenbrett meines Skoda - sofern es nicht vom Mutterkonzern VW manipuliert wurde - sprach am Mittwochabend nach der  "Schnupperfahrt" über die "Nordstrooss" eine sehr deutliche Sprache:  Es sind 38 Kilometer von Gasperich östlich an der Stadt vorbei und unter dem Grünewald hindurch zurück nach Hollenfels, also 11 mehr als über die N12. Dafür aber geht es zwei Minuten schneller.

Meine Entscheidung ist demnach schnell getroffen: Liebe Einwohner aus Kopstal und Bridel, ich werde auch weiterhin an euren Türen vorbeifahren. Vielleicht wird es aber in Zukunft weniger oft im Schritttempo sein. Hoffentlich! Schließlich werden ja wohl einige die "Nordstrooss"-Variante benutzen. Hoffen wir, dass es für die dann auch eine Straße der ungebremsten automobilen Glückseligkeit sein wird.

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