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Schnëss-Telefon bietet Betroffenen ein offenes Ohr
Lokales 2 Min. 24.03.2020

Schnëss-Telefon bietet Betroffenen ein offenes Ohr

Menschen, die sich alleine fühlen und niemanden zum Reden haben, können sich bei den Kontaktpersonen des Schnëss-Telefons melden.

Schnëss-Telefon bietet Betroffenen ein offenes Ohr

Menschen, die sich alleine fühlen und niemanden zum Reden haben, können sich bei den Kontaktpersonen des Schnëss-Telefons melden.
Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 24.03.2020

Schnëss-Telefon bietet Betroffenen ein offenes Ohr

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
Zu Hause bleiben und so weit es geht den sozialen Kontakt mit anderen Menschen vermeiden. Für viele bedeutet das ein Gefühl von Einsamkeit. Die Initiative Schnëss-Telefon will dem entgegenwirken und bietet deshalb jedem, der sich alleine fühlt, via Telefon ein offenes Ohr.

"Als ich die Worte von Familienministerin Corinne Cahen während einer Pressekonferenz hörte, machte es bei mir ,klick'. Sie sprach nämlich davon, dass viele Menschen, die jetzt zu Hause bleiben müssen, sich womöglich alleine oder gar depressiv fühlen werden. Ich habe also mit meiner Tochter, die Psychologie studiert, darüber gesprochen, und zusammen haben wir entschieden, etwas dagegen zu unternehmen. So entstand die Idee für das Schnëss-Telefon", erklärt Daniel Rinck aus Diekirch gegenüber dem "Luxemburger Wort". 

Das Schnëss-Telefon bietet jedem, der den Bedarf hat, zu reden, ein offenes Ohr. "Ich habe mit Familienangehörigen, Freunden und Facebook-Bekanntschaften gesprochen und sie gefragt, ob sie sich der Initiative anschließen möchten. Derzeit sind wir insgesamt sieben Personen aus allen Ecken des Landes, die bereitstehen, um mit Betroffenen Telefongespräche über Gott und die Welt zu führen", meint Daniel Rinck. 

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Die Idee ist es, mit den Menschen, die sich alleine fühlen und niemanden zum Reden haben, ein lockeres Gespräch zu führen. "Wir sind weder Psychologen noch Psychiater und führen auch keine Beratungsgespräche. Wir wollen den Betroffenen vor allem zuhören aber auch über nette Dinge reden und Positives vermitteln", erklärt der Gründer des Schnëss-Telefons. 

Damit das Schnëss-Telefon auch für einen Großteil der Bevölkerung zugänglich ist, werden Gespräche in unterschiedlichen Sprachen angeboten. "Die sieben Kontaktpersonen sprechen entweder Französisch, Luxemburgisch, Deutsch, Englisch, Italienisch, Portugiesisch oder sogar Serbokroatisch. Wir haben zwei junge Frauen, die mitmachen, sowie ältere Menschen, sodass jeder mit Sicherheit einen geeigneten Gesprächspartner findet", versichert Daniel Rinck. 



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