Schneller am Ziel als geplant
Die starken Regenfälle am 1. Juni dieses Jahres hatten die Straße CR 364 zwischen Echternach und Berdorf so stark beschädigt, dass sie komplett für den Verkehr gesperrt werden musste. Nach ersten Untersuchungen durch die Straßenbauverwaltung wurde schnell klar, dass die Schäden nicht nur die Fahrbahn betrafen, sondern auch die darunterliegenden Fundamente der Stützmauer, die ganz unterspült und teilweise freigelegt wurden. Eine komplette Sanierung der Straße war unumgänglich.
Von diesen Arbeiten konnten sich gestern auch Infrastrukturminister François Bausch und Umweltministerin Carole Dieschbourg bei einer Besichtigung der Großbaustelle überzeugen. Vor allem die Bewohner und Tourismusbetriebe aus Berdorf warten sehnsüchtig auf eine Wiedereröffnung der Straße. Bausch zeigte Verständnis für die Ungeduld der Menschen aus der Region. „Wir wollten aber keine Abenteuer eingehen. Alles mögliche wird getan, aber wir dürfen die Leute nicht in Gefahr bringen“, so Bausch. Angesprochen auf die Kritik seines Kabinettskollegen Nicolas Schmit, der ein zu langsames Fortschreiten der Bauarbeiten bemängelt hatte, meinte Bausch: „Die Polemik lassen wir beiseite. Es geht nicht um ein Datum.“
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Deswegen seien zunächst Bohrungen und Studien unerlässlich gewesen, um eine nachhaltige Lösung zu finden und die Straße für künftige starke Regenfälle zu wappnen. Dabei zeigte sich, dass das gesamte Fundament der Straße in einer Tiefe von bis zu acht Metern abgetragen werden musste, um weitere Rutschungen zu vermeiden – insgesamt 10.000 Kubikmeter Boden mussten bewegt werden. Dieser Schutt wird nun beim schrittweisen Neuaufbau der Fundamente wiederverwendet. Die Erde unterhalb der Fahrbahn wird Schicht für Schicht mithilfe von Metallgittern stabilisiert. Um die beschädigte Stützmauer zu sichern, werden rund 100 Kubikmeter Beton eingesetzt, um die Hohlräume unter dem Fundament und Ausspülungen unter dem Parkplatz zu schließen. Auch werden Betonriegel verwendet, um das Eingraben der Aesbach in die Bachsohle zu verhindern. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Schutz vor Erosionen.
Kostenpunkt acht Millionen Euro
Bei den Überschwemmungen wurde auch die abwärts der Aesbach gelegene Ufermauer aus Gabionen durch mitgeführtes Treibgut und Steinblöcke beschädigt, die einst das Fundament für die Stützkonstruktion bildeten. Die riesigen Wassermassen, die vom Sauerbierg auf den CR 364 flossen, bewirkten tiefe Oberflächenerosionen und begünstigten die Bildung von Rissen in der Straße. So wurde entschieden, die beschädigte Böschung durch eine neue Steilböschung zu ersetzen. Dafür werden sogenannte Geogitter verwendet, die im Erdreich im Abstand von 66 Zentimetern verankert werden und eine 70 Grad steile Böschung bilden.
Die Dauer der Arbeiten war ursprünglich auf ein Jahr geschätzt worden. Wegen des milden Herbstwetters schreiten sie schneller voran als geplant. Mittlerweile sei man guter Dinge, dass die Straße noch vor Sommerbeginn nächsten Jahres wieder eröffnet werden kann, so Marc Ries von der Straßenbauverwaltung. „Eine gute Nachricht auch für die Tourismusbetriebe“, so Carole Dieschbourg. Die Kosten der Erneuerung des CR364 werden auf sieben bis acht Millionen Euro geschätzt.
