Wählen Sie Ihre Nachrichten​

"Schmitt Security" und die "Hells Angels": Sicherheitsfirma im Zwielicht
Lokales 03.07.2015

"Schmitt Security" und die "Hells Angels": Sicherheitsfirma im Zwielicht

Unter Aufsicht: Auch ohne Genehmigung erfüllt "Security Service Schmitt*" in Luxemburg Wachschutzaufgaben, das wurde vergangenen Monat in einem Gerichtsurteil festgehalten.

"Schmitt Security" und die "Hells Angels": Sicherheitsfirma im Zwielicht

Unter Aufsicht: Auch ohne Genehmigung erfüllt "Security Service Schmitt*" in Luxemburg Wachschutzaufgaben, das wurde vergangenen Monat in einem Gerichtsurteil festgehalten.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 03.07.2015

"Schmitt Security" und die "Hells Angels": Sicherheitsfirma im Zwielicht

60 Männer und Frauen werden an diesem Wochenende beim „Rock-A-Field“-Festival für Ordnung sorgen. Allerdings ohne Genehmigung. Daher ist auch unklar, wer dort eigentlich als Aufpasser unterwegs ist. Eine Hintergrundrecherche führt ins Rotlichtmilieu und zu organisierten Rockerbanden.

(str) - 60 Männer und Frauen werden an diesem Wochenende beim „Rock-A-Field“-Festival für Ordnung sorgen. Ihr Unternehmen gilt als erfahren bei Großveranstaltungen, verfügt über einen großen Mitarbeiterstamm und ist vor allem eines – günstiger als die Konkurrenz.

Die Sache hat aber einen Haken. Die kommunale Genehmigung für das Musikfestival verlangt, dass der Ordnungsdienst bei der Veranstaltung über eine Zulassung des Justizministeriums verfügt. „Security Service Schmitt“ besitzt keine derartige Lizenz. Die Firma aus Wasserbillig erfüllt nämlich nicht die sicherheitsrelevanten Bedingungen.

Um in Luxemburg ein Wachschutzunternehmen zu betreiben, müssen die Verantwortlichen ihre berufliche Ehrenhaftigkeit belegen. Schwierig für "Schmitt", denn einer von drei Verwaltungsräten verbüßt derzeit in Deutschland eine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung. Gemeinsam mit einem weiteren Verwaltungsratsmitglied, seinem Sohn, betreibt der Mann zwei Bordelle in Trier.

Hinzu kommt, dass alle Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma vom Justizministerium überprüft werden müssen. Auch das könnte problematisch sein. Bei mehreren Veranstaltungen sollen nämlich „Hells Angels“-Mitglieder in „Schmitt“-Uniformen gesehen worden sein.

Und es gibt auch andere Verbindungen zu Rockerkreisen – insbesondere zu einem „Hells Angels“-Ableger in Wasserbillig. Dort wurde im März in einer Wohnresidenz ein Klubheim der Rockerbande eröffnet. Mitgefeiert hat dabei auch ein bedeutender Protagonist in einem Bandenkrieg, der die deutschen "Hells Angels" entzweit. Seit Jahren bekämpfen sich nämlich innerhalb der Rockerbande alteingesessene deutsche Rocker und aufstrebende „junge Wilde“, vorrangig mit Mirgrationshintergrund. Dazu kam es auch schon zu gezielten Mordanschlägen.

In diesem Konflikt spielt Luxemburg eine entscheidende Rolle. So ist es kein Zufall, dass es in Luxemburg inzwischen acht „Hells Angels“-Gruppen mit rund hundert Vollmitgliedern gibt, die bei dem Rockerkrieg in vorderster Reihe stehen.

Am Samstag veröffentlicht das "Luxemburger Wort" ein komplettes Dossier mit Hintergrundrecherchen zu „Security Service Schmitt“ und zu den „Hells Angels“ in Luxemburg.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

„Hells Angels“ in Luxemburg: Da waren es nur noch sechs
Luxemburg könnte bald als Zufluchtsort für abtrünnige „Hells Angels“ ausgedient haben. Zwei von acht Ortsgruppen sind jetzt nach Deutschland transferiert worden. Ob dies Ruhe in den Rockerkrieg bringt, ist fraglich. Der Konflikt ist aktueller denn je.
Hells Angels Differdange - 22.9.2012