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"Schlecht informiert"
Lokales 27.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Disput um Personalvertretung in der Polizei

"Schlecht informiert"

Tanja Zwanck und Sacha Georges: Schockiert über Frontalangriff von Kollegen.
Disput um Personalvertretung in der Polizei

"Schlecht informiert"

Tanja Zwanck und Sacha Georges: Schockiert über Frontalangriff von Kollegen.
Foto: Guy Jallay
Lokales 27.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Disput um Personalvertretung in der Polizei

"Schlecht informiert"

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Die Interessenvertretung der Kriminalpolizisten APPJ reagiert auf einen Frontalangriff der Polizeigewerkschaft SNPG: "Wir sind schockiert darüber, dass der SNPGL-Präsident öffentlich Kollegen angegriffen hat"

(str) - Schwer unter Beschuss hatte die Polizeigewerkschaft SNPGL am 14. April die Interessenvertretung der Kriminalpolizisten APPJ genommen, nachdem diese klargestellt hatte, dass die Polizeireform in ihrer derzeitigen Fassung inakzeptabel sei – weil sie die Kriminalpolizei schwäche, anstatt stärke. In einer Stellungnahme zeigt sich die „Association du personnel de la police judiciaire“ nun schwer enttäuscht vom Frontalangriff des „Syndicat national de la police grand-ducale“.

„Angriff auf Kollegen“

„Wir sind schockiert darüber, dass der SNPGL-Präsident öffentlich Kollegen angegriffen hat, die sich seit Jahren einsetzen, um das Arbeitsumfeld der Ermittler des SPJ und der SREC zu verbessern, und die nicht aufhören, einzuschreiten, um die Effizienz der Kriminalpolizei weiter zu garantieren und, um ihr Statut aufzuwerten“, heißt es in dem Schreiben, das von der neuen APPJ-Führung, Tanja Zwanck und Sacha Georges, unterzeichnet ist.

SNPGL-Präsident Pascal Ricquier sei zudem schlecht informiert. Eine großherzogliche Verordnung von 13. Juni 2008 sehe entgegen Ricquiers Aussagen ein Minimaleffektiv von 20 Kaderbeamten und 120 Inspektoren vor.

Die APPJ fügt hinzu, dass es im aktuellen Text keinen Sonderweg gebe, damit bestehende Polizisten mit Sekundarabschluss Zugang zur entsprechenden Karriereebene B1 bekommen könnten.

Falsch sei ebenfalls, dass der SNPGL die einzige rechtmäßige Personalvertretung für Polizisten sei. „Auch wenn es zutrifft, dass der SNPGL sich bei den verschiedenen Ministerien als bevorzugten Gesprächspartner betrachtet, ist es klar, dass innerhalb der Polizei verschiedene Berufsvertretungen für die einzelnen Untergruppen koexistieren können“, so die APPJ. Für den Fall, dass es in einer Verwaltung mehrere Vereinigungen gibt, werde die Personalvertretung laut der großherzogliche Verordnung vom 5. März 2004 aus den verschiedenen Vereinigungen zusammengesetzt.


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