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Schläge vor der Disko: Haftstrafe gefordert
Lokales 2 Min. 10.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Schläge vor der Disko: Haftstrafe gefordert

Der erste Vorfall ereignete sich vor einer Diskothek in der Rue de Bouillon in Luxemburg-Hollerich.

Schläge vor der Disko: Haftstrafe gefordert

Der erste Vorfall ereignete sich vor einer Diskothek in der Rue de Bouillon in Luxemburg-Hollerich.
Foto: Steve Remesch
Lokales 2 Min. 10.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Schläge vor der Disko: Haftstrafe gefordert

Grundlos schlägt er zwei jungen Männern nach einem Diskobesuch mit der Faust ins Gesicht. Nun riskiert ein 24-jähriger Mann eine vierjährige Haftstrafe.

(SH) - Er will die Nacht mit Freunden verbringen, sich amüsieren, landet dann aber mit einem Schädel-Hirn-Trauma und etlichen weiteren Verletzungen im künstlichen Koma. Als ein junger Mann eine Diskothek an der Rue de Bouillon in Hollerich am 14. Mai 2017, gegen 4.30 Uhr, verlässt und sich in Richtung des Parkplatzes begeben will, schlägt ihm ein Unbekannter mit der Faust ins Gesicht. Das Opfer geht zu Boden, überlebt nur, weil er rasch medizinische Hilfe bekommt.

Es ist nicht das einzige Mal, dass ein junger Mensch scheinbar grundlos bei einem Diskobesuch zusammengeschlagen wird. Am 13. Oktober 2018 kommt es beim Ausgang eines Nachtclubs in der Rue Joseph Heintz zu einem ähnlichen Vorfall, wenngleich das Opfer diesmal keine lebensgefährlichen Verletzungen davonträgt.

Erst Anfang 2019 gelingt es der Polizei, einen Tatverdächtigen zu fassen. Der 24-jährige Jimmy S., der bereits mehrmals wegen Körperverletzung verurteilt wurde, musste sich nun vor Gericht verantworten.

Der Beschuldigte stritt nicht ab, die beiden Taten begangen zu haben. Allerdings wichen seine Aussagen, was den Ablauf angeht, so weit von jenen der Opfer und weiterer Zeugen ab, dass die beiden Opfer an der Ehrlichkeit des Angeklagten zweifelten und seine Entschuldigungen nicht annehmen wollten.

Ohne Grund und Vorwarnung  

Während alle anderen einstimmig vor Gericht erklärt hatten, dass sich die Opfer nicht aggressiv verhalten hatten und es vor den Angriffen keinen Kontakt zwischen den Opfern und dem Angeklagten gegeben hatte, meinte Jimmy S., dass die Opfer auf ihn zugekommen seien. Bei ersterem Vorfall habe er zudem eingreifen wollen, nachdem der Mann eine Frau angegriffen hatte – ein Vorfall, von dem keiner der Zeugen zu berichten wusste.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sprach von einer beispiellosen Brutalität, mit der die Angriffe durchgeführt wurden. Weiter sprach er von Taten, für die es kein Motiv gab: Der Beschuldigte, der als Sicherheitsbeamter tätig war und in beiden Fällen Handschuhe trug, habe, ihm völlig fremde Menschen ohne Grund und ohne Vorwarnung angegriffen.


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Zwar könne der versuchte Totschlag nicht zurückbehalten werden, wohl aber die Körperverletzung mit dem erschwerenden Umstand, dass die Opfer für sechs Wochen, respektive zwei Tage arbeitsunfähig waren. Deshalb forderte er eine vierjährige Gefängnisstrafe, die zum Teil und unter der Auflage, dass sich der Beschuldigte in psychiatrische Behandlung begibt, um seine Aggressionen in den Griff zu bekommen, zur Bewährung ausgesetzt werden könne

Die Richter der Kriminalkammer geben ihr Urteil am 13. Februar bekannt.

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