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Schengen: Winzer Ruppert hat mit der Spätlese begonnen
Lokales 8 2 Min. 29.10.2014

Schengen: Winzer Ruppert hat mit der Spätlese begonnen

Obwohl die Traubenlese in den Weinbergen an der Mosel hierzulande offiziell bereits abgeschlossen ist, wurden noch längst nicht alle Trauben von den Rebstöcken entfernt. Am Mittwoch hat der Privatwinzer Henri Ruppert aus Schengen als einziger in diesem Jahr mit der Spätlese begonnen.

(asc) - Einige Winzer lassen nach dem offiziellen Abschluss der Traubenernte gerne einen kleinen Teil ihrer Trauben weiter reifen, um einige Wochen später daraus Nischenprodukte wie die Spätlese zu produzieren. 2014 hat nur der Privatwinzer Henri Ruppert aus Schengen eine Spätlese beim Weinbauinstitut in Remich angemeldet. Gestern startete der Winzer mit der Ernte dieser reifen Trauben in den „Côteaux de Schengen“, am Donnerstag wird die Lese im Schengener Markusberg fortgesetzt.

„Am Mittwoch haben wir als erstes die Rieslingtrauben in der Weinbergslage, Côteaux de Schengen‘ auf der luxemburgischen Seite der Mosel direkt gegenüber der Schleuse von Apach (F)“, sagt Ruppert. Am Donnerstag sind dann die verbleibenden Pinot-Gris-Trauben im Schengener Markusberg an der Reihe.

"Qualitativ und quantitativ hochwertiger Jahrgang"

Obwohl die Mostgewichte der Trauben definitiv erst im Labor des Weinbauinstituts festgestellt werden, hofft der Winzer auf Mostgewichte von um die 120 Grad Oechsle. Sollten die Laboranalysen diese Mostgewichte bestätigen, so würden diese Werte deutlich über dem vom Weinbauinstitut vorgeschriebenen natürlichen Mindestalkoholgehalt liegen. Henri Ruppert zeigte sich dem LW gegenüber zuversichtlich, dass die Spätlese 2014 demnach ein „qualitativ und auch quantitativ guter Jahrgang“ sein wird. Dies sei umso erfreulicher, da in den Jahren 2012 und 2013 aufgrund der geringen Traubenmengen keine Trauben mehr übrig geblieben seien, mit denen ein solcher Qualitätswein hätte hergestellt werden können.

Nach derzeitigen Schätzungen geht Ruppert von einem Ertrag von etwa 500 Litern Spätlese aus.

Folgende Regeln müssen bei der Spätlese beachtet werden:

- Die Trauben für die Spätlese müssen von Hand gelesen werden.

- Zudem ist jedwede Anreicherung untersagt.

- Der natürliche Alkoholgehalt der Trauben muss im Labor des Weinbauinstituts festgestellt werden.

- Winzer, die einen Teil ihrer Trauben zur Herstellung einer Spätlese verwenden möchten, müssen dies im Vorfeld beim Weinbauinstitut anmelden.

- Der Winzer muss auch die Parzellen und das Datum der Ernte angeben.

- Vor jedem Pressvorgang und am Folgetag stellt ein Mitarbeiter der Weinkontrolle die Menge der geernteten Trauben und das Mostgewicht fest.

- Nach dieser Analyse bescheinigt der Kontrolleur, ob der Traubensaft sich für die Herstellung einer Spätlese eignet.

- Nur die Riesling-, Auxerrois-, Pinot-blanc-, Pinot-gris- und Gewürztraminer-Trauben sind für die Spätlese zugelassen.

- Rieslingtrauben müssen Mindest-Mostgewichte von 95 Grad Oechsle aufweisen, die übrigen Sorten 105 Grad Oechsle.


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