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Schengen setzt Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung
Lokales 13.07.2021
Pflücken von Obst und Beeren

Schengen setzt Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung

Damit Bürger besser erkennen, an welchen öffentlichen Plätzen der Mundraub erlaubt ist, markiert die Gemeinde Schengen Bäume und Sträucher mit einem gelben Bändchen.
Pflücken von Obst und Beeren

Schengen setzt Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung

Damit Bürger besser erkennen, an welchen öffentlichen Plätzen der Mundraub erlaubt ist, markiert die Gemeinde Schengen Bäume und Sträucher mit einem gelben Bändchen.
Foto: Anouk Antony
Lokales 13.07.2021
Pflücken von Obst und Beeren

Schengen setzt Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung

Irina FIGUT
Irina FIGUT
An vielen Plätzen in Gemeinden können Bürger selbst Obst und Beeren pflücken, nutzen dies jedoch selten. Schengen will dies nun ändern.

Der Hochsommer ist da und somit werden verschiedene Frucht- und Beerensorten langsam reif. Dabei wachsen in vielen Gemeinden hierzulande zahlreiche Obstbäume und Sträucher, die öffentlich zugänglich sind und deren Ernte nicht genutzt wird. Bürger können sich an diesen essbaren Landschaften bedienen und dort Obst oder Beeren selbst pflücken. Weil jedoch nur wenige davon Gebrauch machen und reife Früchte oft auf den Boden fallen und verfaulen, hat die Gemeinde Schengen eine Aktion gegen Lebensmittelverschwendung ins Leben gerufen. 

So wurden die Obstbäume an drei Standorten, wo Mundraub erlaubt ist, mit einem gelben Bändchen markiert, wie die Gemeinde auf ihrer Webseite mitteilt. Es handelt sich dabei um die Birnenallee und den Obstgarten in der Rue Nicolas Brucher in Elvingen sowie um die Wiese mit Obstbäumen nahe der Schule in Remerschen. 


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Bürger zum Mitmachen aufgerufen

Die Gemeinde selbst ruft die Einwohner auf, dem Beispiel zu folgen und Bäume und Sträucher auf eigenen Grundstücken zu markieren, die öffentlich zugänglich sind und wo das Pflücken möglich ist. Die gelben Bändchen stehen den Interessenten bei der Gemeinde zur Verfügung. 

Mit dieser Aktion steht Luxemburg nicht alleine: In den Nachbarländern existieren ähnliche Initiativen. Die deutschsprachige Internetplattform mundraub.org etwa zeigt anhand einer Karte weltweit öffentliche Plätze, an denen das Pflücken von Obst und Beeren sowie das Nüsse-Sammeln erlaubt sind. Auch in Luxemburg sind laut Karte zahlreiche Bestände zu finden. 

Jeder kann sich bei dem Portal anmelden und die Fundorte eintragen lassen. Die Gründer wollen damit gegen ein fragwürdiges Konsumverhalten für heimisches Obst im öffentlichen Raum vorgehen.

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