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Schengen-Lyzeum: Der weiße Elefant im Weinberg
Lokales 9 2 Min. 09.02.2018

Schengen-Lyzeum: Der weiße Elefant im Weinberg

Anne-Aymone SCHMITZ
Anne-Aymone SCHMITZ
Vor zehn Jahren wurde das Schengen- Lyzeum eröffnet. Heute werden dort 835 Schüler von der fünften bis zur zwölften Klasse unterrichtet.

(asc) - Schüler aus zwei Nachbarländern mit unterschiedlichen Bildungssystemen und zwei verschiedenen Sprachen leben und lernen unter einem Dach. „Dies ist einzigartig in der Region und in Europa. Wir sind sozusagen ein weißer Elefant“, scherzt Marion Zenner, die neue Direktorin des Schengen- Lyzeums im deutschen Grenzort Perl. Und dieser Dickhäuter tritt seit nunmehr zehn Jahren seinen eigenen Pfad. Mit einem gewissen Erfolg. Zurzeit werden 835 Schüler im Schengen-Lyzeum unterrichtet. Darunter seien auch immer mehr Geschwister verschiedenen Alters, so Marion Zenner.

„Unser Einzugsgebiet erweitert sich zusehends. Auch wenn natürlich die meisten Schüler aus den nahe gelegenen Moselorten kommen, so bilden wir mittlerweile auch Schüler aus, die beispielsweise im Raum Wasserbillig oder Schifflingen wohnen“, sagt die Direktorin während einer Führung durch das Gebäude, von dem aus die Schüler und Lehrer den Blick auf die nahe gelegenen Weinberge genießen können.

Das Lyzeum funktioniert als Ganztagsschule. Die Schüler wohnen pro Woche 36 Unterrichtsstunden bei. Aufgenommen werden Heranwachsende von der fünften Klasse (in Luxemburg ist dies die Grundschulzyklus 4.1) bis zur 12. Klasse. Die Einschreibungen für das nächste Schuljahr für die fünfte Klasse starten übrigens am 21. Februar nach den Karnevalsferien. Von der fünften bis zur achten Klasse gibt es keine Spezialisierung.

Entscheidung in der neunten Klasse

Das zentrale Jahr in der schulischen Laufbahn eines jeden Schülers ist die neunte Klasse. „Dann muss der Heranwachsende sich entweder für den gymnasialen Zweig nach dem saarländischen Modell oder den berufsausbildenden Zweig nach dem luxemburgischen Modell entscheiden“, erklärt die Direktorin.

Neben den Pflichtfächern können die Schüler auch an einer breiten Auswahl an Arbeitsgruppen teilnehmen. In der internen Fahrradwerkstatt reparieren die Heranwachsenden beispielsweise Fahrräder. In der Holzwerkstatt lernen sie mit einer Säge und einer Holzfeile umzugehen.

Im Sommer kommen die Ziegen

Und im Sommer startet eine neue Arbeitsgruppe. „Dann werden die Schüler auf einer Wiese neben dem Gebäude einen Stall bauen und ein Areal einrichten, auf dem wir Ziegen halten werden“, berichtet Marion Zenner.

Am Ende ihrer Ausbildung absolvieren die Schüler des gymnasialen Bildungszweigs die Examen für das deutsche Abitur, der Schüler des berufsbildenden Zweigs stellt sich den Prüfungen für das luxemburgische Diplôme d'études secondaires classiques – section H binationale. „Nach bestandenem Examen bekommt der Schüler von uns allerdings sowohl das deutsche als auch das entsprechende luxemburgische Diplom“, sagt die Direktorin.

Weitere Informationen zum Bildungsangebot gibt es hier.