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Saisonale Grippewelle: Früher Höhepunkt der Epidemie

Saisonale Grippewelle: Früher Höhepunkt der Epidemie

Foto: Shutterstock
Lokales 11.01.2017

Saisonale Grippewelle: Früher Höhepunkt der Epidemie

Michel THIEL
Michel THIEL
Die diesjährige Grippewelle erreicht offenbar früher ihren Höhepunkt als gewöhnlich. Zudem ist ein Virentyp im Umlauf, der für Risikogruppen als gefährlich gilt.

(mth) - Die saisonale Grippewelle wird in diesem Jahr früher als sonst ihren Höhepunkt erreichen, wie die aktuellen Daten des Gesundheitsamts zeigen. Demnach wurden in den vergangenen Wochen mehr Fälle von Influenza als im Vorjahreszeitraum gemeldet. Eine mögliche Erklärung dafür sei der Kälteeinbruch der vergangenen Wochen, so die stellvertretende Direktorin des Gesundheitsamts Elisabeth Heisbourg.

Die aktuelle Verbreitung der Influenza-Epidemie in Europa. Luxemburg gilt als "mittelschwer" betroffen.
Die aktuelle Verbreitung der Influenza-Epidemie in Europa. Luxemburg gilt als "mittelschwer" betroffen.
Grafik: ECDC

Besondere Maßnahmen wie in Frankreich, wo die Behörden am Mittwoch die Bereitstellung zusätzlicher Krankenhausbetten ankündigten, seien im Großherzogtum jedoch nicht notwendig, so Heisbourg: "Wir haben bisher kein reelles Problem mit den Kapazitäten in unseren Krankenhäusern. Die Zahl der Grippefälle nimmt zwar aktuell zu, aber erreicht bisher keine außergewöhnlichen Werte".

Gefährlicher Virentyp A-H3N2 im Umlauf

Laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) ist die diesjährige Epidemie vor allem deswegen für Risikogruppen problematisch, weil überwiegend der Virustyp Influenza A-H3N2 auftritt. Dieser gilt als gefährlich für ältere Patienten, da er schwere Komplikationen wie bakterielle Sekundärinfektionen hervorrufen kann. Dieser Virustyp hatte in der Saison 2014/15 weltweit eine erhöhte Sterblichkeit in Altersheimen hervorgerufen.

In Frankreich waren zwischen dem 23 Dezember und dem 7. Januar 72 Insassen eines Altersheims in Lyon an Influenza A-H3N2 erkrankt. 13 davon waren gestorben, obschon sechs der Patienten geimpft waren.

Trotzdem gilt die Impfung gegen Influenza als wirkungsvoll und wird deshalb jedes Jahr auch vom Gesundheitsamt in Luxemburg empfohlen. Der Impfstoff enthält jedes Jahr jene Virentypen, die voraussichtlich die stärkste Verbreitung finden. Nach der Impfung dauert es zwei Wochen, bis das Immunsystem einen Schutz gegen die Viren entwickelt hat - wer sich also jetzt noch impfen lassen will, sollte bedenken, dass der Höhepunkt der Epidemie erreicht sein dürfte, bevor der Schutz wirkt.

Wer unter schwerwiegenden Grippesymptomen wie hohem Fieber leidet, sollte frühzeitig seinen Hausarzt besuchen - nicht den Notdienst der Krankenhäuser.


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