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Safer Internet Day: Für mehr Sicherheit im Netz
Lokales 4 Min. 11.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Safer Internet Day: Für mehr Sicherheit im Netz

Die Initiative Bee Secure lanciert regelmäßig neue Ratgeber und Kampagnen, um die Internetnutzer aus Luxemburg über die digitale Welt aufzuklären.

Safer Internet Day: Für mehr Sicherheit im Netz

Die Initiative Bee Secure lanciert regelmäßig neue Ratgeber und Kampagnen, um die Internetnutzer aus Luxemburg über die digitale Welt aufzuklären.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 4 Min. 11.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Safer Internet Day: Für mehr Sicherheit im Netz

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
Am Dienstag ist Safer Internet Day. Die staatliche Initiative Bee Secure sowie andere Akteure im Bereich der digitalen Welt wollen an diesem Tag Internetnutzer auf die Gefahren im Netz aufmerksam machen.

„Mit einem Klick haben junge Menschen heutzutage 1.000 Möglichkeiten. Eltern sollten sich daher die Zeit nehmen, um gemeinsam mit ihren Kindern das Internet zu entdecken“, rät Jeff Kaufmann von Bee Secure und verweist dabei auf den neuen Ratgeber der Beratungsstelle, der in zehn Schritten erklärt, wie man seinem Kind hilft, sicher im Internet zu surfen.

Denn landet etwas erst mal im Netz, ist es schwer, wenn nicht fast unmöglich, es wieder entfernen zu lassen, meint Jeff Kaufmann: „Grundsätzlich gilt also: Kinder sollten erst ab drei Jahren Kontakt zum Internet oder ganz allgemein zu Bildschirmen haben. Ein erstes Smartphone sollten sie frühstens ab dem neunten Lebensjahr erhalten, den Zugang zu sozialen Netzwerken erst ab 13.“ 

Mit einem Klick haben junge Menschen heutzutage 1.000 Möglichkeiten."

Jeff Kaufmann, Bee Secure

Sind die Minderjährigen dann in der digitalen Welt unterwegs, sollten die Eltern, so Jeff Kaufmann, das rege Treiben im Netz im Auge behalten: „Die jeweiligen Geräte zu Hause müssen kindgerecht eingestellt werden. Nützlich sind auch sogenannte Überwachungsapps, die etwa bis zum Teeniealter der Kinder von den Eltern genutzt werden können. Vor allem aber müssen Regeln aufgestellt werden – wann, wo und wie oft Handys und Co. genutzt werden können. Auch sollten in der Familie regelmäßig Gespräche über das Thema Internet stattfinden.“ 

 „Together for a better Internet“ 


Child playing with a smartphone next to the television. (Photo by: BSIP/UIG via Getty Images)
Der ständige Begleiter: das Handy
Smartphone-Apps und andere Technologien beeinflussen den Alltag von Schülern und Eltern.

Über die Sicherheit im Netz aufgeklärt werden Kinder, Eltern und Internetnutzer allgemein am heutigen Dienstag, am sogenannten Safer Internet Day. „Es ist bereits die zehnte Auflage dieses weltweiten Sensibilisierungstages. Dementsprechend organisiert Bee Secure zusammen mit anderen Akteuren hierzulande zahlreiche Veranstaltungen unter dem Motto ,Together for a better Internet‘“, erklärt Judith Swietlik-Simon vom Service nationale de la jeunesse und fährt fort: „Von Filmen, Infoversammlungen, Diskussionsrunden, Konferenzen, Schulungen bis hin zu Workshops und diversen interaktiven Spielen – für jeden ist etwas dabei. Ziel ist es, dass die Nutzer ein positives und vor allem verantwortliches Verhältnis zum Internet entwickeln.“ 

Jeff Kaufmann von Bee Secure ist der Meinung, dass Eltern ihre Kinder zunächst beim Surfen im Internet begleiten sollten.
Jeff Kaufmann von Bee Secure ist der Meinung, dass Eltern ihre Kinder zunächst beim Surfen im Internet begleiten sollten.
Foto: Gerry Huberty

Denn noch immer werden die Gefahren des Internets von vielen – vor allem aber von Kindern und Jugendlichen – unterschätzt. „Die Zahlen auf unserer Helpline und Stopline zeigen, dass zahlreiche Minderjährige die Onlinerisiken noch nicht so richtig wahrnehmen. Immer wieder werden sie Opfer von Sextortion – das heißt, sie werden aufgrund von sexuell-explizitem Material, wie intimen Videoaufnahmen oder Nacktbildern erpresst. Aber auch das sogenannte Grooming ist weit verbreitet. Dabei bauen Erwachsene Beziehungen zu den Opfern auf, um diese dann zu sexuellen Handlungen zu verführen“, beschreibt Jeff Kaufmann die Gefahren. 


Sexting: Wenn Liebesbeweise plötzlich im Netz landen
In Luxemburg ist das Phänomen Sexting weit verbreitet. Jugendliche achten nur wenig auf dessen Gefahren und riskieren somit Erpressungen und viel Leid.

Der Experte von Bee Secure rät deshalb jedem Internetnutzer, auf das Verschicken von Nacktbildern zu verzichten. „Wenn eine Person es doch tun will, sollte sie unbedingt darauf achten, dass weder ihr Gesicht noch besondere Merkmale wie Tätowierungen oder Muttermale auf dem Foto zu erkennen sind. Nur so kann bei einer eventuellen Verbreitung der Aufnahmen Schlimmeres verhindert werden. Denn die öffentliche Bloßstellung durch explizites Material kann für Betroffene traumatische Folgen haben“, so Kaufmann. 

Am Safer Internet Day wird der Fokus aber auch auf andere aktuelle Internettrends wie unter anderem E-Crime, Datenschutz, Cyber-Mobbing, Fakenews und Onlinediskriminierung gesetzt. „Wir wollen auf alle möglichen Gefahren hinweisen, aufklären und somit die Basis für eine gesunde Internetkultur schaffen“, schlussfolgert Kaufmann.

Eine komplette Liste der Aktivitäten und Veranstaltungen zum heutigen Safer Internet Day finden Sie hier.


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