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Prozess gegen Krankenpfleger wegen versuchten Mordes
Lokales 16.06.2021
Saarland

Prozess gegen Krankenpfleger wegen versuchten Mordes

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Prozess gegen Krankenpfleger wegen versuchten Mordes

Foto: Shutterstock
Lokales 16.06.2021
Saarland

Prozess gegen Krankenpfleger wegen versuchten Mordes

Er soll Patienten nicht verordnete Medikamente verabreicht und ihren Tod billigend in Kauf genommen haben: Das wirft die Anklage einem Krankenpfleger vor. Nun muss der Mann sich vor Gericht verantworten. Wegen eines anderen Delikts ist er bereits in Haft.

(dpa/lrs) - Erst gefährden, dann reanimieren: Das soll das Prinzip eines Krankenpflegers gewesen sein, der sich ab diesem Freitag (18. Juni, 13.00 Uhr) vor dem Landgericht Saarbrücken wegen des Verdachts des mehrfachen versuchten Mordes verantworten muss. Der 29-Jährige war von Anfang 2015 bis Frühjahr 2016 in der SHG-Klinik Völklingen sowie anschließend im Frühsommer 2016 in der Uniklinik in Homburg auf Intensivstationen beschäftigt. Dort soll er Patienten ärztlich nicht verordnete und medizinisch nicht indizierte Herz-Kreislauf-wirksame Medikamente verabreicht haben.


Die Staatsanwaltschaft prüft, ob es weitere Fälle gibt.
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Er soll Patienten Notfallmedikamente gegeben haben, um sie dann reanimieren zu können. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt gegen einen Pfleger aus dem Saarland wegen fünffachen Mordes.

Die erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes und den Tod der Betroffenen soll er billigend in Kauf genommen haben, die Wirkweise der Medikamente sei ihm bewusst gewesen. Dabei soll er beabsichtigt haben, „sich durch die eigenhändig durchgeführten Reanimationsmaßnahmen emotionale Befriedigung sowie Anerkennung von Kollegen und Ärzten zu verschaffen“, so der Vorwurf.

Laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft lautet die Anklage auf Verdacht des versuchten Mordes in sechs Fällen, davon zweimal in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Für den Prozess wurden 25 Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte demnach am 28. Dezember fallen.

Von 2015 bis 2016 arbeitete der Verdächtige in Völklingen. Hier sollen die Morde passiert sein.
Von 2015 bis 2016 arbeitete der Verdächtige in Völklingen. Hier sollen die Morde passiert sein.
Dirk Guldner/dpa

Bei den Patienten handelte es sich der Staatsanwaltschaft zufolge um zwei Frauen im Alter von jeweils 77 Jahren sowie drei Männer im Alter von 31, 58 und 81 Jahren. Der Angeklagte verbüßt aktuell eine mehrjährige Haftstrafe wegen Betrugs. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm lebenslange Haft sowie die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung. Der Mann habe sich nicht zu den Vorwürfen geäußert, hieß es. Die aufwendigen Ermittlungen waren 2016 in Gang gekommen, nachdem sich der Angeschuldigte in anderen Kliniken, unter anderem in Saarburg, als Arzt ausgegeben haben soll.


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