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Saarland: Erneut zwei Geldautomaten gesprengt
Lokales 17.01.2019

Saarland: Erneut zwei Geldautomaten gesprengt

In einem Einkaufsmarkt im Saarland haben unbekannte Täter zwei Geldautomaten gesprengt. Die Diebe arbeiteten diesmal besonders gründlich und hinderten die Polizei effizient an einer Verfolgung.

(ots/tom) - Am Donnerstagmorgen kurz vor 5 Uhr ging eine Einbruchsalarmmeldung bei der Polizeiinspektion im saarländischen Merzig ein. Die anschließende Überprüfung in dem genannten Einkaufsmarkt ergab, dass zwei dort aufgestellte Geldautomaten gesprengt worden waren.


21.3. Niederanven / Bancomat und Postfiliale gesprengt / Polizei und Spurensicherung / Foto:Guy Jallay
Geldautomat durch Gasexplosion gesprengt
Mit brachialer Gewalt gingen Bankräuber in der Nacht zum Mittwoch in Niederanven vor: Sie sprengten den Geldautomaten der Postfiliale aus der Wand und verwüsteten bei der Aktion das Postbüro. Die Polizei sucht Zeugen.

An der sofort eingeleiteten Fahndung nach den flüchtigen Tätern beteiligte sich auch die Bundespolizei sowie die Polizei in Trier und in Luxemburg. Nach ersten Erkenntnissen wurden die Automaten durch eingeleitetes Gas gesprengt. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang mit einer Automatensprengung am Montag in Saarbrücken.

Die Vorgehensweise und bei der Tat in Saarbrücken benutzte Fahrzeuge stützen die Annahme, dass es sich bei den Tätern um professionelle Gruppierungen handelt, die auch in den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen im Jahr 2018 insgesamt 280 Taten auf die gleiche Weise durchgeführt haben. Aufgrund der ähnlichen Vorgehensweise halten die Beamten, die im intensiven Informationsaustausch mit den dortigen Ermittlungsdienststellen stehen, einen Zusammenhang mit den beiden Taten im Saarland für möglich. Auch in Luxemburg war es im vergangenen Jahr zu mehreren Sprengungen gekommen. 

Kette vor der Polizeiwache

Nach den bisherigen Erkenntnissen geht man von zwei Tätergruppierungen aus, die aus den Niederlanden bzw. aus Polen kommen, arbeitsteilig vorgehen und die Taten gründlich vorbereiten. Dazu gehört offensichtlich auch, dass vor der Tat am Donnerstag die Ausfahrt der Polizeiinspektion in Merzig mit einer schweren Kette blockiert worden war. Die Ausfahrt der Streifenwagen, die einen Nebenausgang nutzen mussten, verzögerte sich deshalb.


Zeugenaufruf: Plofkraak-Bande schlägt erneut zu
Bereits zum dritten Mal binnen vier Monaten wurde hierzulande ein Geldautomat aus der Wand gesprengt. In der Nacht zum Montag schlugen die Täter in Hosingen zu. Eine Spur führt in die Niederlande, wo die Methode bereits seit Jahren als Plofkraak bekannt ist.

Bei der eigentlichen Tat, zu der ein Gasgemisch, in Einzelfällen auch Sprengstoff genutzt worden ist, gehen die Banden rücksichtlos vor und nehmen eine Gefährdung Unbeteiligter, auch von Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr, in Kauf.

Die Flucht erfolgt meist zunächst mit vorher gestohlenen Motorrollern, danach mit hochmotorisierten Fahrzeugen. Oft verstecken sich die Täter unmittelbar nach der Tat auch in Unterkünften, Scheunen oder Garagen, um die Fahndungsmaßnahmen der Polizei zunächst abzuwarten und später ungehindert zu entkommen. Auch diese Fluchtmethode ist in Luxemburg nicht unbekannt.