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Saarautobahn: Letzte Gerade für die A13
Aktuell wird der Boden in Hellingen verfestigt.

Saarautobahn: Letzte Gerade für die A13

Foto: Nicolas Anen
Aktuell wird der Boden in Hellingen verfestigt.
Lokales 2 Min. 21.04.2015

Saarautobahn: Letzte Gerade für die A13

Die Arbeiten am letzten Teilstück der Saarautobahn schreiten planmäßig voran. Die Eröffnung ist weiterhin für Sommer 2016 geplant.

(na) - Vor sechs Monaten wurde mit dem Bau des letzten, von Autofahrern lang ersehnten Teilstücks der Saarautobahn begonnen. Bisher liege man im Zeitplan, so Laurent Wolter von der Straßenbauverwaltung. Die Eröffnung sei weiterhin für Sommer 2016 geplant.

"Wir sind fast bis zu den Knien in den Boden eingesunken"

Einige Schritte auf dem Gelände der zukünftigen A13-Trasse reichten den Bauingenieuren, um mit der Problematik Bekanntschaft zu machen, die sie während den folgenden Monaten beschäftigen würde: die hohe Bodenfeuchtigkeit vor Ort. „Als wir zum ersten Mal das Gelände betraten, sind wir fast bis zu den Knien in den Boden eingesunken“, erinnert sich Laurent Wolter, Ingénieur Chef de division bei der Straßenbauverwaltung und verantwortlich für die Baustelle in Hellingen.

So wird aktuell an der Bodenverfestigung gearbeitet. Dies, weil vor dem Bau der eigentlichen Fahrbahn ein bis zu 13 Meter hoher Erddamm aufgeschüttet wird, um den Höhenunterschied zwischen beiden Anschlussstellen zu begleichen.

Hier muss bis zu 13 Meter hoch aufgeschüttet werden, ehe mit dem Fahrbahnbau begonnen wird.
Hier muss bis zu 13 Meter hoch aufgeschüttet werden, ehe mit dem Fahrbahnbau begonnen wird.
Foto: Nicolas Anen

Aufwendiges Drainagesystem

Über diesen wird später die Fahrbahn führen. Um dessen Stabilität zu garantieren, müsse, dort wo der Boden weniger feucht ist, Kalk und Zement vermischt werden, um den Boden zu verfestigen. Dort wo die Feuchtigkeitsprobleme schwerwiegender sind, wird ein Drainagesystem eingerichtet.

Dafür wurden etwa 8.000 Drainagerohre auf einer Fläche von etwa 16.000 Quadratmetern in den Boden gebohrt. Ein Dutzend Tage nahm diese Bauaufgabe in Anspruch.

Bypass voraussichtlich 2016 
außer Betrieb

Durch den Druck des später dort aufgeschütteten Bodens soll das Wasser durch die Drainagerohre aus dem Grundboden hinausfließen und in einen noch zu bauenden Wasserkollektor geleitet werden. Dank dieses Systems könne das Wasser in etwa neun Monaten aus dem Untergrund verschwinden, sprich noch vor der Eröffnung des Teilstücks. Ohne hätte es wohl neun Jahre gedauert, erklärt Laurent Wolter. Und hätte wahrscheinlich, durch ein mögliches leichtes Einsenken des Erddammes in Folge der Entwässerung, Konsequenzen für die Fahrbahn nach sich gezogen.

Man sei immer noch im etablierten Terminplan, erklärt Laurent Wolter weiter. Dieser sieht vor, dass die beiden Teile der A13 im Sommer 2016 endlich zusammenwachsen. Die Auf- und Abfahrten in Hellingen sollen ihrerseits im Laufe von 2017 in Betrieb genommen werden.

Parallel zur Bodenverfestigung wird etwas weiter auf der Baustelle eine Unterführung für Landwirte vorbereitet.
Parallel zur Bodenverfestigung wird etwas weiter auf der Baustelle eine Unterführung für Landwirte vorbereitet.
Foto: Nicolas Anen

Vierzehn Jahre nach der Einweihung...

Dann dürfte, vierzehn Jahre nach der Einweihung der A13, diese endlich abgeschlossen werden. Streitigkeiten um Grundstücke hatten einen jahrelangen Rechtsstreit mitsamt Klagen, Berufungen, mehreren Gesetzes- sowie einer Verfassungsänderung nach sich gezogen. Und aus dem provisorischen Bypass die wohl bekannteste Umgehungsstraße Luxemburgs gemacht.


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