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Ruhigere Nächte in Clausen
Lokales 3 Min. 04.09.2014 Aus unserem online-Archiv
Parkplatzprobleme an der Partymeile

Ruhigere Nächte in Clausen

Das Parkleitsystem informiert die Besucher über die Anzahl an verfügbaren Parkplätzen.
Parkplatzprobleme an der Partymeile

Ruhigere Nächte in Clausen

Das Parkleitsystem informiert die Besucher über die Anzahl an verfügbaren Parkplätzen.
Serge Waldbillig
Lokales 3 Min. 04.09.2014 Aus unserem online-Archiv
Parkplatzprobleme an der Partymeile

Ruhigere Nächte in Clausen

Seit Jahren beschweren sich Anwohner der Partymeile Rives de Clausen bei der Stadtverwaltung über die vielen Autos in den engen Straßen. Um der Situation entgegenzuwirken griff die Polizei hart durch - mit Erfolg.

(MiWa) - Seit einigen Jahren reichen die Einwohner aus Clausen regelmäßig Beschwerde bei der Stadtverwaltung ein, da an den Wochenenden eine rege Unruhe im Viertel herrscht. Dies insbesondere aufgrund der vielen Autos, die sich in den engen Straßen drängen. Im Frühjahr vergangenen Jahres haben die Gemeinde und die Polizei strenge Maßnahmen ergriffen, um dem starken Verkehrsaufkommen in der Rue de la Tour Jacob und den umliegenden Straßen entgegenzuwirken. Das „Luxemburger Wort“ hat nachgefragt, wie sich die Situation mittlerweile darstellt.

Besonders das Parkhaus „Brasserie“ gegenüber der „Mouselsbrauerei“ war der Auslöser für das Verkehrschaos an den Wochenenden in den Rives de Clausen. Viele Klubbesucher wollten bei ihrem Besuch in der Ausgehmeile nicht auf das eigene Fahrzeug verzichten. Leider waren die Parkmöglichkeiten um das Partyzentrum der Stadt Luxemburg von Anfang an stark begrenzt. Dies brachte mit sich, dass bis spät in die Nacht ein Lärmpegel herrschte, den die Einwohner des Viertels nur bis zu einem gewissen Punkt dulden wollten.

Insbesondere im Jahr 2013 wurde eine Unmenge von Beschwerden bei der Stadtverwaltung eingereicht, damit diese wieder Ruhe in das Viertel bringt. Unter dem damaligen Bürgermeister Xavier Bettel wurde im April 2013 hart durchgegriffen, um eine passende Lösung für alle Beteiligten zu finden.

Parkgebühren bis 3 Uhr morgens

Eine ganze Reihe von Maßnahmen hatte der DP-Politiker zusammen mit den Kollegen der Polizei angekündigt und durchgezogen, um das Verkehrschaos in den Griff zu bekommen.

So müssen die Autofahrer inzwischen tiefer in die Tasche greifen, um ihren Wagen am Straßenrand bei den Rives de Clausen abzustellen: Anders als zuvor müssen Autofahrer nicht mehr nur bis 18 Uhr sondern bis 3 Uhr nachts bezahlen.

Das Ausgehviertel Rives de Clausen sorgte bei den Anwohnern in den vergangenen Jahren immer wieder für Unmut. Dank verschiedener Maßnahmen soll sich die Situation laut der Stadt Luxemburg aber inzwischen beruhigt haben.
Das Ausgehviertel Rives de Clausen sorgte bei den Anwohnern in den vergangenen Jahren immer wieder für Unmut. Dank verschiedener Maßnahmen soll sich die Situation laut der Stadt Luxemburg aber inzwischen beruhigt haben.
Foto: Guy Jallay

Die Stadt versuchte vor allem, die Besucher auf die Schiene des öffentlichen Transportes zu locken: Ein Pendelbus, der viertelstündlich vom Glacis-Feld abfährt, sowie der City Night Bus bringen die Partygänger bequem und schnell vom Stadtzentrum aus nach Clausen. Heute greifen an Spitzentagen rund 1.200 Personen auf den öffentlichen Transport zurück.

Damit Taxifahrer nicht mehr in der Gegend der „Place Emile Mousel“ hindern, wurde im Dezember 2013 eine Taxistation in der Rue de la Tour Jacob eingerichtet.

Das Parkhaus „Brasserie“ wurde in das hauptstädtische Parkleitsystem eingebunden, so dass die Autofahrer bereits bei der Einfahrt in die Stadt Luxemburg ablesen können, wie viele Parkplätze noch frei sind und frühzeitig eine Alternative suchen können.

300 Meter lange Warteschlangen

Zudem konzentriert sich die Polizei seit April vergangenen Jahres stärker auf die Rives de Clausen. Durch die zu Spitzenzeiten bis zu 300 Meter lange Warteschlange vor dem Parkhaus war ganz Clausen lahmgelegt. Aus diesem Grund verordnete die Stadtverwaltung ein Anhalteverbot in der Rue de la Tour Jacob. Wer sich seit April 2013 nicht daran hält und erwischt wird, wird zur Kasse gebeten.

René Lindenlaub, Regionaldirektor der Polizei der Stadt Luxemburg, erklärt: „Statistisch gesehen bemerken wir drei Mal in der Woche Stau in der Rue de la Tour Jacob.“ Die Polizei versuche regelmäßig, in den Rives de Clausen auf Patrouille zu sein, die anhaltenden Autofahrer vom Weiterfahren zu überzeugen und, wenn nötig, härter durchzugreifen.

Das Ausgehviertel Rives de Clausen sorgte bei den Anwohnern in den vergangenen Jahren immer wieder für Unmut. Dank verschiedener Maßnahmen soll sich die Situation laut der Stadt Luxemburg aber inzwischen beruhigt haben.
Das Ausgehviertel Rives de Clausen sorgte bei den Anwohnern in den vergangenen Jahren immer wieder für Unmut. Dank verschiedener Maßnahmen soll sich die Situation laut der Stadt Luxemburg aber inzwischen beruhigt haben.
Foto: Guy Jallay

Das Problem sei, dass die Beamten zu Spitzenzeiten, wie zum Beispiel am Wochenende, anderweitig in der Stadt Luxemburg einzugreifen hätten und es an Personal mangele, um die „Rives“ zu überwachen.

Lindenlaub appelliert an die Vernunft der Autofahrer: Diskretion im Stau sei sehr wichtig. Steht man nun in der Warteschlange, sollte man nicht laut sprechen, schon gar nicht hupen oder laute Musik hören und den Motor so oft wie möglich abschalten, um die Ruhe der Anwohner zu respektieren.

Sieht man, dass das Parkhaus belegt ist, sollte man sich eine Alternative suchen und nicht darauf warten, dass sich die verfügbaren 500 Parkplätze in der „Brasserie“ von selbst leeren.

Keine Wunderlösung

All diese Maßnahmen scheinen zum Teil erfolgreich zu sein. Laut Patricia Kariger, Pressesprecherin der Stadt Luxemburg, ist die Zahl der Beschwerden beträchtlich gesunken. Lindenlaub erklärt, es gebe trotzdem keine Wunderlösung für das Problem in den Rives de Clausen. Dennoch versuche man, alles mögliche zu unternehmen, um den aufkommenden Verkehr vor den Häusern der Anwohner auf ein Minimum zu reduzieren.


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