Rücktritt von Roberto Traversini gefordert
Rücktritt von Roberto Traversini gefordert
Am Mittwoch haben mit DP und Déi Lénk zwei der vier Differdinger Oppositionsparteien, den Rücktritt von Bürgermeister Roberto Traversini gefordert.
Dies wegen Bauarbeiten, die ohne Genehmigung – und teils von Mitarbeitern einer Beschäftigungsinitiative, der Traversini vorsteht – auf dessen Privatbesitz durchgeführt worden seien.
Die LSAP dagegen begnügte sich mit dem Ruf nach Aufklärung und Transparenz sowie darauf folgende entsprechende Konsequenzen.
Worum geht es?
In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben die drei Parteien Vorwürfe gegen Roberto Traversini thematisiert. Es geht dabei um ein Haus, das sich laut den Bestimmungen des neuen allgemeinen Bebauungsplanes in einer Grünzone befindet und das Roberto Traversini geerbt hat.
Laut den am Mittwoch geäußerten Vorwürfen, seien mehrere Arbeiten im und um das Haus durchgeführt worden, ohne entsprechende Genehmigungen. So seien Fenster und Türen ausgewechselt worden und ausführliche Renovierungsarbeiten im Gebäude vorgenommen worden. Auch sei ein kleiner angrenzender Schuppen, der sich in einem Natura 2000 Schutzgebiet befindet, zu „einer Art Chalet“ ausgebaut worden.
Beide Arbeiten seien ohne Genehmigung erfolgt. Allerdings habe die zuständige Ministerin nachträglich, auf eine rückwirkende Anfrage vom 9. Juli 2019 hin, am 19. August eine Genehmigung für einige der Arbeiten nachgereicht. Dies obwohl zum Zeitpunkt des Antrags ein Großteil der Arbeiten bereits realisiert gewesen seien.
Vier Fragen stehen im Raum
Die drei Parteien stellen in diesem Kontext mehrere Fragen:
- Sie wollen wissen, ob es üblich sei, jemanden, der gegen das Naturschutzgesetz verstoßen habe, innerhalb von 40 Tagen mit einer nachträglichen Genehmigung zu belohnen.
- Auch wollen sie wissen, wie es um die Arbeiten bestellt sei, die realisiert wurden und nicht nachträglich genehmigt wurden. Es geht dabei um Aushubarbeiten von Erde rund um den besagten Schuppen und um das Fällen von Bäumen.
- Dazu fragen die drei Parteien, ob Kompensationsmaßnahmen für die gefällten Bäume vorgesehen sind.
- Viertens fragen die Parteien nach der Genehmigung der Arbeiten im Haus. Hier sei den drei Parteien keine Genehmigung bekannt.
François Meisch: "Traversini hat gelogen"
Déi Lénk, DP und LSAP beziehen sich auf das Naturschutzgesetz vom 18. Juli 2018, das vorsieht, dass unerlaubt durchgeführte Arbeiten zu ahnden sind. Man erinnert daran, dass das Gebiet in dem sich das Haus befindet, zum Naturreservat Prënzebierg gehört.
Rat François Meisch (DP) sprach bei der Pressekonferenz von „glasklaren Fakten“ und von einer „erdrückenden Beweislast“.
Zudem bezichtigte er Roberto Traversini der Lüge, als der behauptet habe, alle notwendigen Baugenehmigungen für die Arbeiten hätten vorgelegen.
Häufung von Mandaten
Rat Gary Diderich (Déi Lénk) hatte zuvor weitere schwere Vorwürfe geäußert. So lägen Fotos vor, die beweisen würden, dass CIGL-Arbeiter, Arbeiten im und rund um das Haus durchgeführt hätten.
Auch seien 2018 Anschlussarbeiten von Gemeindearbeitern durchgeführt worden.
Rücktrittsforderung
Sowohl Diderich wie Meisch wiesen auf die Häufung von Mandaten hin, die Roberto Traversini inne hat. Traversini ist Bürgermeister, Abgeordneter und Präsident der Differdinger Beschäftigungsinitiative CIGL.
Beide forderten Traversinis Rücktritt als Bürgermeister.
LSAP reagiert zurückhaltender
Erny Muller (LSAP) hingegen sagte, die vorliegenden Vorwürfe müssten geprüft werden und es müsse für Transparenz gesorgt werden. Erst danach will die Differdinger LSAP entsprechende Konsequenzen einfordern.
Bereits in der Mittwochsausgabe des LW hatte Aly Ruckert, als Vertreter der vierten Oppositionspartei im Differdinger Gemeinderat, KPL, gesagt, seine Partei hätte sich nicht an der Pressekonferenz beteiligt, weil man den Eindruck habe, dass hier eher der Mann, als der Ball gespielt werde.
Traversini will kommende Woche reagieren
Roberto Traversini, der sich derzeit laut eigenen Aussagen im Ausland befindet, hatte bereits vor der Pressekonferenz angekündigt, erst am kommenden Mittwoch reagieren zu wollen.
Dies aus Respekt vor dem Gemeinderat, der zuvor in einer Sitzung zusammenkommen wird.
Das LW wird in seiner Donnerstagsausgabe ausführlich auf die Vorwürfe und weitere Reaktionen zurückkommen.
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