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Rue de Strasbourg: Bürger protestieren gegen Drogenkriminalität
Lokales 5 1 11.10.2019

Rue de Strasbourg: Bürger protestieren gegen Drogenkriminalität

Am Freitag blockierten circa 80 Einwohner die Rue de Strasbourg.

Rue de Strasbourg: Bürger protestieren gegen Drogenkriminalität

Am Freitag blockierten circa 80 Einwohner die Rue de Strasbourg.
Foto: Anouk Antony
Lokales 5 1 11.10.2019

Rue de Strasbourg: Bürger protestieren gegen Drogenkriminalität

Nadine SCHARTZ
Nadine SCHARTZ
Dealer, Drogenabhängige und Prostituierte prägen das Bild im Bahnhofsviertel. Die Einwohner fühlen sich jedoch im Stich gelassen. Nun erhöhen sie den Druck auf die Politiker.

Drogenhändler, Abhängige und Prostituierte gehören in den Straßen rund um das Bahnhofsviertel zum täglichen Bild. Hinzu kommen Drogen, die in den Vorgärten von Privathäusern versteckt werden, lautstarke Streitereien auf den Bürgersteigen und regelmäßige Einbrüche. Ein Umstand, den die Einwohner dieses Stadtteils nicht länger hinnehmen wollen.

In einer Protestaktion, bei der sie die Rue de Strasbourg mit Barrikaden sperrten, machten sie ihrem Ärger am Freitag gegen 18 Uhr Luft. „Lydie Polfer, François Bausch, verlagert die Drogen und die Prostitution außerhalb der Rue de Strasbourg und des Bahnhofsviertels“ – so die Aufforderung der circa 80 Einwohner, die sich an der Aktion beteiligten.   


rue strasbourg
Drogenkriminalität: Dicke Luft im Bahnhofsviertel
Bürger des "Quartier Gare" ließen bei einer öffentlichen Versammlung ihrem Ärger um die Drogenkriminalität in der Rue de Strasbourg freien Lauf.

 Im Vorfeld hatten die Initiatoren 400 Flyer verteilt, um die Einwohner auf die Aktion aufmerksam zu machen. „Wir wollen den Druck auf die öffentlichen Behörden verstärken. Es muss endlich etwas geschehen“, betont Nicolas Clerc, einer der Initiatoren. Dies sei zwar nur ein bescheidener Anfang. In der Vergangenheit sei nämlich nichts passiert, so Clerc. 

Eine Meinung, die auch Luc Deitz teilt: „Man fühlt sich einfach nicht mehr wohl auf der Straße. Vor allem Frauen trauen sich aus Angst nach 18 Uhr nicht mehr aus ihrer Wohnung.“

"Private Sicherheitsfirma ist keine Lösung"

Für Victor Weitzel, der ebenfalls im Viertel lebt, steht fest, dass „der Staat dazu verpflichtet ist, zu handeln.“ Die Tatsache, dass der hauptstädtische Schöffe Patrick Goldschmidt nun angekündigt habe, eine private Sicherheitsfirma für das Bahnhofsviertel zu beauftragen, um für die öffentliche Sicherheit zu sorgen sieht er als komplett falsche Lösung.

Polizeipräsenz verstärkt

Einen kleinen Hoffnungsschimmer für die Bürger gibt es allerdings bereits. Denn seit dieser Woche wurde die Polizeipräsenz rund um das Bahnhofsviertel um 20 Personen erhöht. Allein das Kommissariat „Groupe Gare“ wurde um zwölf Mann aufgestockt, jene an der Rue Glesener und in Bonneweg jeweils um vier.

 Vermehrte Patrouillen, unter anderem auch mit der Hundestaffel, sollen das Sicherheitsgefühl der Bürger stärken und ein Schritt zur Bekämpfung der Drogenkriminalität in diesem Bereich sein.


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Rue de Strassbourg, Foto Lex Kleren