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Route d'Arlon: "Bürgerinitiative ist nur der Anfang"
Lokales 2 Min. 21.05.2019

Route d'Arlon: "Bürgerinitiative ist nur der Anfang"

Die Biergerinitiativ Areler Strooss will mehr als nur ein Mitspracherecht beim "Wunnquartier Stade" in der Hauptstadt.

Route d'Arlon: "Bürgerinitiative ist nur der Anfang"

Die Biergerinitiativ Areler Strooss will mehr als nur ein Mitspracherecht beim "Wunnquartier Stade" in der Hauptstadt.
Foto: Anouk Antony
Lokales 2 Min. 21.05.2019

Route d'Arlon: "Bürgerinitiative ist nur der Anfang"

Rita RUPPERT
Rita RUPPERT
Bürgerbeteiligung soll Standard werden. Das fordert die Bürgerinitiative "Areler Strooss", die einige europäische Beispiele anführt.

Wem gehört die Stadt – einigen reichen Eigentümern oder den Einwohnern? Diese provokative Frage stellt die "Biergerinitiativ Areler Strooss", die sich vor rund sechs Wochen gegründet hat. Ihr Fernziel ist die Bürgerbeteiligung als Standard. Nicht nur in der Hauptstadt, sondern landesweit.

Geht es nach der Bürgerinitiative „Areler Strooss“, soll bezahlbarer Wohnraum für alle Einkommensklassen in der Hauptstadt und darüber hinaus entstehen. Bürgernah und transparent soll die Planung sein.


Lokales,Stade Josy Barthel.Route d'Arlon.Fussballstadion. Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
Startschuss für "Wunnquartier Stade"
Am Samstag startet der Ideenwettbewerb für die Neugestaltung des Geländes um das Stade Josy Barthel in der Hauptstadt.

Vor sechs Wochen haben sich Einwohner der Stadt Luxemburg zusammengetan, um Vorschläge und Forderungen hinsichtlich der Neugestaltung des zehn Hektar großen Areals rund um das Stade Josy Barthel an der Route d'Arlon an die Stadtverantwortlichen zu formulieren.

Folgende Generation im Blickpunkt

„Wir arbeiten im Interesse der jungen Leute, die eine Wohnung suchen. Es geht um die nächste Generation“, sagt etwa Guy Foetz, Einwohner aus Gasperich. Nicht zuletzt gehe es auch um die Frage "Wie wollen wir leben, wie wollen wir wohnen?"

Bürgermeisterin Lydie Polfer und Erster Schöffe Serge Wilmes hatten die Presse am Freitag über den betreffenden Ideenwettbewerb „Wunnquartier Stade“ informiert. Eine Bürgerbeteiligung ist zwar vorgesehen, doch laut der Bürgerinitiative zu spät.

Das Pferd von hinten aufgezäumt

„Das Pferd wird von hinten aufgezäumt“, kritisiert Foetz. Die Einwohner, der Gemeinderat und die beratenden kommunalen Kommissionen hätten vorab in die Erstellung der Vorgaben eingebunden werden müssen.

In einer nächsten Etappe wollen die Mitglieder der Aktionsgruppe dem Schöffenrat ihre Ideen präsentieren. An oberster Stelle steht die Forderung nach einer Planung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Modelle aus dem Ausland

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit der Wohnungen. So bringt die Bürgerinitiative mehrere Modelle aus dem Ausland ins Spiel, unter anderem Zürich („Mehr als Wohnen“), Baugemeinschaften in Tübingen („planen-bauen-leben“) und Hamburg („Initiative Esso Häuser“).


750 bis 1.000 Wohneinheiten könnten in dem neuen Stadtteil entstehen.
Route d'Arlon: Die Sache mit der Bürgerbeteiligung
Die Stadtverantwortlichen wollen einen Urbanismuswettbewerb lancieren und dann mit den Bürgern diskutieren. Die Oppositionspartei Déi Gréng findet, man soll zuerst die Anrainer befragen - und lädt auf eigene Faust zum Workshop.

Wichtig sei es, dass die Stadt das Heft nicht aus der Hand gebe, wie dies etwa im Ban de Gasperich geschehen sei, so Guy Foetz. Gelegenheit, es besser zu tun, böten sich nicht nur beim Projekt an der Route d'Arlon, sondern beispielsweise auch beim Mega-Vorhaben "Porte de Hollerich". Und: "Die Biergerinitiativ Areler Strooss ist nur der Anfang", sagen deren Gründer.

Landesweit informieren

Die Bürgerinitiative will jetzt eine landesweite Öffentlichkeitsarbeit lancieren, mit dem Fernziel, dass die Bürgerbeteiligung Standard wird. Die Mitglieder wollen sich in alle Richtungen öffnen, mit jedem Interessierten in den Dialog treten. Und zwar nicht nur auf dem Gebiet der Hauptstadt, sondern auf Landesebene.

Mehr Informationen gibt es auf Facebook unter „Biergerinitiativ Arelerstrooss“.