Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Rotes Kreuz geht bei der Spendensammlung neue Wege
Lokales 3 Min. 09.04.2021

Rotes Kreuz geht bei der Spendensammlung neue Wege

Vizepräsidentin Rita Krombach ist seit 1984 ehrenamtlich für das Luxemburger Rote Kreuz aktiv.

Rotes Kreuz geht bei der Spendensammlung neue Wege

Vizepräsidentin Rita Krombach ist seit 1984 ehrenamtlich für das Luxemburger Rote Kreuz aktiv.
Foto: Guy Jallay
Lokales 3 Min. 09.04.2021

Rotes Kreuz geht bei der Spendensammlung neue Wege

Rita RUPPERT
Rita RUPPERT
Bereits zum zweiten Mal muss das Hilfswerk auf seine Tür-zu-Tür-Sammlung verzichten, was die Verantwortlichen aber nicht verzagen lässt.

„Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass wir das Personal aller Dienststellen wegen der erhöhten Nachfrage und der Einhaltung der sanitären Regeln erheblich aufstocken mussten“, berichtet Rita Krombach, Vizepräsidentin der Croix-Rouge. 


Lokales,Epiceries sociales an der Corona Kris - Caritas.Diekirch. Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
Satt dank Sozialladen
Die finanziellen Auswirkungen der Coronakrise treffen Menschen unter 30 Jahren besonders hart. Das zeigt sich auch in den Epiceries sociales.

Und: „Die Krise bringt für Bürger, die ein geringes Einkommen haben oder alleinerziehend sind, viele Probleme mit sich. So hat sich die Anzahl der Menschen, die in den acht épiceries sociales des Roten Kreuzes einkaufen, beträchtlich erhöht“, erläutert Krombach. 

Nicht ohne Stolz betont sie, dass alle Läden seit Beginn der Pandemie geöffnet blieben – auch wenn ehrenamtliche Mitarbeiter wegen ihrer Vulnerabilität nicht mehr vor Ort helfen können. 

Soziale Helpline stark gefragt

Auch haben viel mehr Leute jeden Alters die „Helpline sociale“ 27 55 kontaktiert. Die Mitarbeiter leiten hauptsächlich Menschen, die erst seit kurzem in Luxemburg leben und nicht wissen, welche Behörde für welche Aufgaben und Hilfen zuständig ist, weiter. 

Dort rufen auch Menschen an, die noch nicht von der Sozialversicherung erfasst sind. „Im schlimmsten Fall bezahlen wir Arztrechnungen und sonstige Ausgaben von Menschen in Notlagen aus unserem Solidaritätsfonds“, so Krombach. 

Der Betrieb der Maisons relais und Crèches ging ebenfalls mit einigen Änderungen einher. Weil die Kinder in kleinere Gruppen eingeteilt werden mussten, war die Einstellung weiteren Personals unumgänglich

Junge Leute in misslicher Lage   

Auch die Jugend leide wegen der fehlenden sozialen Kontakte. „Es gibt junge Leute, die in einem Zuhause aufwachsen, in dem die Eltern finanziell nicht gut dastehen. Vergangenes Jahr hat eine Firma dem Luxemburger Roten Kreuz 400 Tablets geschenkt. Sie wurden an Familien weitergegeben, die digital nicht so gut ausgestattet sind“, erzählt Rita Krombach. 


Rot-Kreuz-Bazar geht coronabedingt auf Tour
Pop-up-Stores im Royal-Hamilius und eine digitale Plattform ersetzen dieses Jahr die beliebte Benefizveranstaltung der Croix-Rouge.

Und weist auf zwei Dienstleistungen der Croix-Rouge hin: den Service Psy-Jeunes, der psychologische Hilfe nach Terminvereinbarung anbietet und den Service Perspectives – betreutes Wohnen für junge Erwachsene in seelischer und sozialer Notlage. 

Große Auswirkungen stehen noch aus

Die Vizepräsidentin der Croix-rouge ist überzeugt, dass der große wirtschaftliche und soziale Impakt der Corona-Pandemie sich mittel- bis langfristig bemerkbar machen wird: „Kleine Unternehmen, die sich 2020 gegründet haben, können keine staatliche Unterstützung bekommen, weil sie nicht angeben können, wie hoch die Einbußen im Vergleich zu 2019 sind. Auch Angestellte, die nur 80 Prozent ihres Gehalts beziehen, sind betroffen. Zu den Neukunden in den Sozialläden zählen Studenten und Menschen, die kleinere Jobs hatten. Jene, die nicht sozialversichert waren, sind am schlimmsten dran.“ 

Hoffen auf ein gutes Resultat

In 2019 hatte die Solidaritätsaktion 800.000 Euro in die Kassen gespült. „Wenn wir dieses Jahr die Hälfte davon bekämen, wäre das schön“, hofft Krombach. 


Als starke Frau mit einer positiven und liebevollen Art ist Rita Krombach stets ein willkommener Gast in den Häusern der Hauptstadt, wenn sie während des Mois du Don um Spenden bittet.
Helfen macht glücklich
Wenn Wohltätigkeit zur Lebenseinstellung wird: Ein Porträt von Rita Krombach-Meyer, die sich bereits seit mehr als 34 Jahren bei der luxemburgischen Croix-Rouge engagiert.

Rund 2.000 Ehrenamtliche helfen bei der Verteilung der Informationsflyer. 

Die Mitglieder der 38 Lokalsektionen können auch unter den geltenden Hygienemaßnahmen ein Event organisieren, um Gelder zu erwirtschaften. Beispielsweise auf einem Markt Suppe kochen und verkaufen. Dabei könne auch die Jugend ihre Ideen einbringen und zur Hand gehen, meint die Vizepräsidentin.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema