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Rieslingkönigin Ghislaine Hoerold : „Ich trinke nicht nur Riesling“
„Bin endlich 
an meinem Ziel angelangt“: die künftige „Rieslingskinnigin“ 2014, Ghislaine Hoerold.

Rieslingkönigin Ghislaine Hoerold : „Ich trinke nicht nur Riesling“

Foto: Serge Waldbillig
„Bin endlich 
an meinem Ziel angelangt“: die künftige „Rieslingskinnigin“ 2014, Ghislaine Hoerold.
Lokales 4 Min. 20.09.2014

Rieslingkönigin Ghislaine Hoerold : „Ich trinke nicht nur Riesling“

Zum Auftakt des „Riesling Open“ in Wormeldingen wurde Ghislaine Hoerold am Freitagabend zur Rieslingkönigin gekrönt. Die 20-jährige Schülerin aus Ehnen übernimmt die Nachfolge von Carol Mousel und wird in den nächsten zwölf Monaten insbesondere für den Riesling im In- und Ausland werben. Wir sprachen mit der neuen Rieslingkönigin.

Interview: Irina Figut

Ghislaine, trinken Sie gerne Bier?

Hm ...(überlegt sich) Das ist so eine Sache. Wenn ich zum Beispiel bei meiner Schwester in Brüssel bin, dann trinke ich gerne mal ein Bier. Ich trinke es manchmal, aber der bittere Geschmack ist nicht unbedingt mein Ding.

Wenn man eine Rieslingkönigin trifft, dann denkt man, dass sie nur Wein trinkt und zwar einer ganz besonderen Rebsorte ...

Nein, nicht unbedingt. Ich trinke gerne auch etwas Alkoholfreies. Wenn ich aber mit den Leuten unterwegs bin und es gibt Wein, dann trinke ich gerne mal ein Glas Wein, auch beim Essen, wenn ich abends mit meiner Familie ausgehe oder mit Freunden. Dabei ist der Riesling nicht unbedingt meine erste Wahl. Ich trinke auch gerne Rotwein beim Essen. Viele denken: „Die Rieslingkönigin trinkt nur Riesling“, das ist aber nicht so. Wir trinken auch mal einen anderen Wein (lacht).

Sie werden heute Abend nach vier Jahren Prinzessin zur Rieslingkönigin gekrönt. Wie fühlt sich der Thronwechsel an?

Super! Eigentlich mag man die vier Jahre Prinzessin sein, aber man hat ja immer wieder das Ziel vor den Augen: Gleich werde ich Königin. Ich bin mit jedem Jahr diesem Ziel einen Schritt näher gekommen und jetzt bin ich froh, dass ich endlich an meinem Ziel angelangt bin.

Welche Bilanz ziehen Sie in dieser vierjährigen Tätigkeit als Prinzessin?

Ich muss sagen, man sammelt sehr viele Erfahrungen als Prinzessin. Man kommt in eine neue Gruppe, von der man sehr viel lernt. Man lernt auch viele neue Menschen kennen. Das finde ich sehr gut. Man kann auf viele Weinfeste, Vernissagen gehen und viele neue Erfahrungen machen. Wir besuchen auch Kirmesfeste, wir waren zum Beispiel Ende August beim Königinnentag auf der „Schueberfouer“. Wir sind auch viel in Deutschland unterwegs, gerade im Sommer.

Was motiviert Sie, so lange für den Riesling zu werben? Kommt denn nicht irgendwann Langeweile auf?

Nein, gar nicht! Es gibt wirklich tolle Auftritte. Im Team machen wir uns gegenseitig gute Laune. Und das ist eigentlich auch die Motivation, weil man weiß: Wir sind ein Team, wir sind zu fünft, die Freundinnen geworden sind. Dann gehen wir auch zusammen auf verschiedene Feste und haben zusammen Spaß.

Wie funktioniert denn die Kommunikation zwischen fünf Mädchen im Team? Gibt es ab und zu Streit oder Missverständnisse?

Missverständnisse gibt es immer, das ist klar. Zum Beispiel, wenn irgendetwas nicht richtig ankommt ... Im Großen und Ganzen klappt das aber ganz gut. Die Mädchen im Team besitzen zwar verschiedene Charaktere, man passt sich aber gegenseitig an, man ergänzt sich im Team.

Was nehmen Sie aus der Zeit als Prinzessin für Ihr späteres Leben mit?

Ganz klar bin ich durch diese Rolle viel selbstbewusster geworden. Ich habe gelernt, mit vielen fremden Menschen umzugehen. Ich habe auch viel Neues über den Wein erfahren. Am Anfang, als ich diese Aufgabe angenommen habe, hatte ich noch nicht so viel mit Wein zu tun. Aber jetzt nach den vier Jahren gefällt es mir immer mehr. Das Wissen habe ich mir von meinen Vorgängerinnen, von meinem Team und von den Winzern, die ich kennen gelernt habe, angeeignet. Denn ich stamme nicht aus einer Winzerfamilie.

Sie treten jetzt Ihr letztes Ausbildungsjahr an der Erzieherschule in Mersch an und bekommen danach den Abschluss als „Educateur diplômé“. Wie sieht Ihr Berufsziel aus?

Ich will Sonderpädagogik studieren. Seitdem ich 15 bin, engagiere ich mich als Freiwillige beim Roten Kreuz. Dort betreue ich Kinder während der Schulferien. Wir planen dann ein Ferienprogramm für Kinder, für das sie sich anmelden und fahren dann mit ihnen für eine oder zwei Wochen weg. Dort habe ich auch Kinder mit einer Behinderung betreut. So entstand die Faszination, eben auf diesem Gebiet später zu arbeiten.

Was unternehmen Sie außer ihrem Engagement beim Roten Kreuz in Ihrer Freizeit?

Ich spiele in einem Sportclub in Junglinster Volleyball. Ich habe aber erst vor kurzem angefangen, das heißt, ich bin noch ganz neu.

Wie schaffen Sie den Spagat zwischen Schule, Ihren Hobbys und den Auftritten als Rieslingprinzessin?

Das ist schwierig, man muss sich aber gut von vorn herein organisieren. Ich bin jetzt schon seit vier Jahren als Prinzessin mit dabei und bei einigen Festen weiß man schon, wann sie sind. Sie finden dann normalerweise an denselben Wochenenden statt und das kann ich dann schon im Vorfeld besser einplanen. Und ansonsten schaue ich, dass ich das, was als Erstes geplant ist, auch erledige.

Wie reagieren Ihre Schulkameraden in Mersch, wenn sie über Ihre Tätigkeit als Rieslingprinzessin und jetzt -königin erfahren?

Sie verstehen es nicht. Sie fragen mich immer: „He, du bist eine Prinzessin, was heißt das?“ Aber wenn ich ihnen erkläre, dann geht’s, dann verstehen sie es.

Würden Sie den anderen Mädchen empfehlen, Rieslingprinzessin und später -königin zu werden?

Ja, klar. Sie müssen nur einsehen, dass es eben vier Jahre dauert, die man zuerst als Prinzessin verbringt und ein Jahr ist man Königin. Nicht, dass sie auf einmal nach zwei Jahren sagen: „Oh nee, jetzt habe ich keine Lust mehr!“ Sie müssen sich darüber wirklich im Klaren sein.


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