RGTR Linie 305: Busse unter Strom
Sechs Elektrobusse vom Typ Citea LLE-99 Electric des Herstellers VDL wurden angeschafft, um die Linie 305 montags bis samstags im Taktbetrieb zu bedienen. Ein siebter Bus soll folgen.

RGTR Linie 305: Busse unter Strom

Foto: Christophe Olinger
Sechs Elektrobusse vom Typ Citea LLE-99 Electric des Herstellers VDL wurden angeschafft, um die Linie 305 montags bis samstags im Taktbetrieb zu bedienen. Ein siebter Bus soll folgen.
Lokales 2 Min.08.02.2018

RGTR Linie 305: Busse unter Strom

Luc Ewen
Luc Ewen

Seit Donnerstag gibt es eine RGTR-Buslinie, die einzig und alleine im Elektrobetrieb funktioniert. Eine Premiere für Luxemburg.

(L.E.) - Seit Donnerstag gibt es in Luxemburg eine RGTR-Buslinie, die einzig und alleine im Elektrobetrieb funktioniert. Zumindest dann, wenn kein Bus eine Panne hat. In dem Fall können auch Dieselbusse eingesetzt werden. Für den aktuellen Taktbetrieb der vor wenigen Monaten eingeführten Linie 305 sind sechs voll elektrische Busse vonnöten.

Die hat der Konzern Emile Weber für sein Tochterunternehmen Voyages Pletschette angeschafft und in der Industriezone Schéleck zwischen Bettemburg und Düdelingen stationiert.Dort gibt es auch die nötigen Ladestationen.

Die Batterien der Busse werden über Nacht, oder wenn die Fahrer Pause machen, aufgeladen. Ein siebter Bus, der künftig als Ersatzbus eingesetzt werden kann, ist bestellt, aber noch nicht geliefert.

Die neue Linie 305

Die neue Buslinie 305 verbindet den Bettemburger Bahnhof mit dem Stadtzentrum von Düdelingen. Unterwegs sind zudem die Industriezonen Krakelshaff, Riedgen und Schéleck sowie das nation-ale Gesundheitslaboratorium angebunden. Zum Einsatz kommen Citea LLE-99 Electric Busse des niederländischen Herstellers VDL. Diese fassen maximal 63 Fahrgäste und bieten 26 Sitzplätze.

Die Busse verfügen über zwei Ladesysteme für die Batterien. Das sogenannte Overnight Charging erlaubt es, die Batterien mit einer Art Steckdose aufzuladen. Das Opportunity Charging dagegen erfolgt über klassische Andockstationen, die sich auf dem Gelände der Busfirma nahe Bettemburg befinden.

Im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“ unterstreicht Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch, dass bei allen Projekten dieser Art auf nachhaltig produzierten Strom Wert gelegt wird.

Der Antrieb der Zukunft

Der Minister glaubt denn auch an die Zukunft des Stroms als Antriebsmittel im öffentlichen Transport, wenn auch mit einem Vorbehalt: „Ich glaube, dass langfristig gesehen der Wasserstoff als Antriebslösung ebenfalls eine Zukunft hat“, so der Minister. Das bedeute nicht, dass Stromantrieb für Busse nur eine Übergangslösung darstelle.

Doch Bausch geht von einer Kombination beider Antriebe aus. „Der Wirkungsgrad von Elektromotoren ist sehr hoch. Das Problem liegt eher bei der Reichweite, also der Batterie.“ Bei kurzen und mittleren Fahrstrecken werde demnach der Elektroantrieb auch in Zukunft für Busse interessant bleiben, davon ist der Minister überzeugt. Wenn es gelingen sollte, Wasserstoff zu 100 Prozent über Elektrolyse zu produzieren, dann werde in Zukunft aber auch Wasserstoff als Antriebsmöglichkeit eine wesentlich wichtigere Rolle spielen.

Doch so weit ist es noch nicht und so gibt es bereits weitere Pläne für neue, mit reinen Elektrobussen betriebene Buslinien. Noch vor dem Sommer will der Buskonzern Emile Weber mit Elektrobussen auf der Linie 290 zwischen Mersch und Luxemburg-Stadt fahren.

Direktionsmitglied Romain Kribs wies bei der Einweihung der Linie 305 denn auch darauf hin, dass der Konzern bereits vor Jahren eine Vorreiterrolle in der Elektromobilität in Luxemburg übernommen habe. So wurde bei Emile Weber 2009 ein erster Hybridgelenkbus in Betrieb genommen. Kribs betont, dass das Unternehmen an die Zukunft des Elektroantriebs glaubt und sich weiter an Pilotprojekten beteiligen will.

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