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Retrobus a.s.b.l.: Ehemaliger CFL-Bus 33 kehrt nach Luxemburg zurück
Lokales 13 1 3 Min. 10.01.2015

Retrobus a.s.b.l.: Ehemaliger CFL-Bus 33 kehrt nach Luxemburg zurück

Am 8. Januar bricht die Retrobus a.s.b.l. nach Baudour (B) auf mit einer Mission. Endlich ist der Tag gekommen, wo ein ehemaliges CFL-Flaggschiff, Modell Vanhool 120/40, zurück nach Luxemburg gebracht werden soll. Denn hier soll ihm zu seinem alten Charme zurück verholfen werden.

(sb) - Die Retrobus a.s.b.l. ist zufällig auf einen alten CFL-Bus, den sie jetzt in Belgien gefunden und erworben haben, aufmerksam geworden. Nun ist es endlich soweit. Der Tag an dem das ehemalige CFL-Flaggschiff, Modell Vanhool 120/40, zurück nach Luxemburg gebracht werden soll ist gekommen.

Der erst im vergangenen November gegründete Verein besteht zu einem Großteil aus CFL-Mitarbeitern: Sie haben es sich zum Ziel gemacht alte Busse aus dem luxemburgischen Transportwesen zu restaurieren und wieder herzurichten. Aus eben diesem Grund machen sie sich am 8. Janaur auch auf, um Nr. 33 in Baudour abzuholen. Beim Bus 33 handelt es sich um ein Modell Vanhool 120/40, Baujahr 1987. Fast 30 Jahre lang galten diese Modelle als Flaggschiff der CFL – auf unseren Straßen waren sie in braun/gelber Farbe unterwegs.

Fränz Bous, beruflich langjähriger Eisenbahner und auch privat passionierter Busfan, weiß, dass das Leben einem manchmal Chancen bietet die man nicht verpassen sollte. Denn, dass die Retrobus a.s.b.l. überhaupt die Möglichkeit bekam den ehemaligen Bus 33 zu kaufen, der früher die Strecke Wellenstein und Remich gefahren ist, ist lediglich Facebook und Glück zu verdanken:  "Ein Kollege und auch Mitglied des Vereins, Christophe Jentgen, schickte mir im September über Facebook ein Foto zu, das einen ziemlich lädiert aussehenden alten CFL Bus zeigte.“ Am gleichen Tag fiel die Entscheidung: Der Bus sollte gekauft und zurück nach Luxemburg gebracht werden.

Eine Erstbesichtigung in Baudour war eher ernüchternd: Der Bus befindet sich in ziemlich desolatem Zustand, vor allem im Inneren hat die braune Pest gewütet. Nach einer weiteren technischen Begutachtung kommt man trotzdem zu dem Schluss, dass das Projekt realisierbar sei – allerdings nur mit richtig viel Eigenarbeit.Nach 10 Jahren auf Luxemburgs Straßen und dann nochmal ungefähr so lange in Belgien in Genvale unterwegs, da bleiben selbstverständlich Spuren. Am schlimmsten haben dem Bus jedoch vermutlich die drei Jahre Standzeit zugesetzt. „Wir gehen davon aus, dass der Bus insgesamt über zwei Millionen Kilometer zurück gelegt hat“, so Bous. Eine genaue Angabe sei jedoch nicht möglich.

Aber wie kommt dieses alte CFL Flaggschiff überhaupt nach Belgien? „1997 ist der Bus von der CFL verkauft worden an „l'autobus de Genvale“. Dort war er um die 10 Jahre in Betrieb. Schließlich hat ein Privatmann den Bus gekauft, um einen Campingwagen daraus zu machen.“ Ein Plan, der jedoch nie in die Tat umgesetzt wurde.

Die Herausforderung beginnt

„Die Sitze neu aufzutreiben wird eine harte Nuss. Überhaupt wird das Ganze ein kostspieliges Unterfangen“, erklärt Patrick Haupt. Überhaupt sieht sich die Retrobus a.s.b.l. mit hohen Kosten konfrontiert, denn man rechnet mit einer Summe von 125 000 Euro für den Wiederaufbau. „Zunächst muss eine Bestandsaufnahme gemacht werden, um zu sehen was eigentlich alles repariert oder ausgetauscht werden muss. Es muss auf jeden Fall viel an der Karosserie und der Mechanik gemacht werden... Wir müssen die CFL-spezifischen Ersatzteile auftreiben ....“, erklärt Haupt. „Sobald wir das Geld haben, können wir anfangen“, so Bous.

Gegen 11 Uhr trifft statt dem Tieflader ein Abschleppwagen am Treffpunkt ein. Was nun? Sich darauf verlassend es mit einer seriösen Firma zu tun zu haben, werden die Busachsen abmontiert und der Bus an den Abschleppwagen gehängt. Doch die gesamte Fahrt über bis nach Ettelbrück fährt eine gewisse Angst mit: „Die Wetterbedingungen sind alles andere als ideal gewesen. Uns fällt ein Stein vom Herzen, dass kein Scheinwerfer oder so während der Fahrt verloren gegangen ist. Aber dieser Bus ist auch wie ein Panzer", lacht Fränz Bous, sichtlich erleichtert, dass Nr. 33 endlich wieder wohlbehalten dort ist, wo sie hingehört. Sobald das nötige Geld da ist kann dann auch mit der wieder Herrichtung begonnen werden.