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Renovierung der "Nei Bréck": Schon gewusst? 10 Fakten zum Pont Adolphe
Der Pont Adolphe ist eines der Wahrzeichen unserer Hauptstadt und wird aktuell aufwändig renoviert.

Renovierung der "Nei Bréck": Schon gewusst? 10 Fakten zum Pont Adolphe

Foto: Carlo Hommel / Ponts et Chaussées
Der Pont Adolphe ist eines der Wahrzeichen unserer Hauptstadt und wird aktuell aufwändig renoviert.
Lokales 4 Min. 31.01.2015

Renovierung der "Nei Bréck": Schon gewusst? 10 Fakten zum Pont Adolphe

Wussten Sie, dass der Pont Adolphe einst einen Weltrekord hielt? Und nach wem er benannt wurde? Weshalb trägt die "Nei Bréck" diesen gigantischen Verband? Fragen über Fragen - hier gibt's die Antworten.

(DL) - Wussten Sie, ...

1) ... dass der Pont Adolphe einst ein Weltrekordler war?

Am 24. Juli 1903 wurde der Pont Adolphe nach drei Jahren Bauzeit für den Verkehr freigegeben. Dank seiner zwei parallel zueinander verlaufenden Bögen mit einem Durchmesser von 84,65 Metern hielt die 153 Meter lange Brücke damals den Rekord als größte Steinbogenbrücke der Welt! Bei der Struktur handelt es sich um ein Werk des französischen Ingenieurs Paul Séjourné.

Mit ihrem Bogendurchmesser von 84,65 Metern hielt die "Nei Bréck" einst den Weltrekord als größte Steinbogenbrücke der Welt.
Mit ihrem Bogendurchmesser von 84,65 Metern hielt die "Nei Bréck" einst den Weltrekord als größte Steinbogenbrücke der Welt.
Foto: Paul Hinger, März 2013

2) ... nach wem die Brücke benannt wurde?

Warum heißt der Pont Adolphe "Pont Adolphe"?: Ganz einfach: Die Brücke wurde nach Großherzog Adolphe benannt, der von 1890 bis 1905 und damit während des Baus der Brücke an der Spitze des Großherzogtums stand.

Großherzog Adolphe war der Ururgroßvater von Großherzog Henri. Diese Statue in Gedenken an ihn wurde 2012 in Weilburg an der Lahn, Residenzstadt des Hauses Nassau-Weilburg, enthüllt.
Großherzog Adolphe war der Ururgroßvater von Großherzog Henri. Diese Statue in Gedenken an ihn wurde 2012 in Weilburg an der Lahn, Residenzstadt des Hauses Nassau-Weilburg, enthüllt.
Foto: Marc Wilwert, Februar 2012

Grand-Duc Adolphe war der Ururgroßvater von Großherzog Henri. Den Beinamen "Nei Bréck" erhielt die Struktur, weil es zu dem Zeitpunkt bereits eine Brücke über dem Petrusstal gab: Die "Al Bréck" (Passerelle), die schon 1861 für den Verkehr freigegeben worden war.

3) ... dass seit ihrer Eröffnung schon mehrmals an der Brücke gewerkelt wurde?

Als die "Nei Bréck" im Jahr 1903 eröffnet wurde, fuhr zunächst der "Charly" darüber. In den 1930er Jahren wurde die Brücke dann auf die Bedürfnisse der elektrischen Tram angepasst, 1936 wurden die Geländer ersetzt.

In den Jahren 1961 und 1962 wurden erstmals aufwändige Arbeiten durchgeführt: Der Betonbelag wurde erneuert und die Brücke beidseitig um je 60 Zentimeter verbreitert.

1976 wurde die Fahrbahn instand gesetzt.

Nun wird der Pont Adolphe komplett renoviert - und abermals auf die Tram vorbereitet.

4) ... warum die Brücke generalüberholt werden muss?

Im Laufe der Jahre - genau genommen ab 1996 - sind in der Struktur Risse festgestellt worden. Dies führte dazu, dass die "Nei Bréck" im Jahr 2003 mit 258 Eisenstangen provisorisch fixiert wurde. 2010 mussten besagte Stangen aufgrund von neuen Rissen teilweise erneuert werden. Nun wird die Brücke komplett renoviert. Insgesamt werden 1000 Eisenstangen mit einem Durchmesser von je 32 Millimetern eingesetzt.

Im Jahr 2003 wurde die Brücke mit 258 Eisenstangen stabilisiert. 2010 wurden die Stangen ersetzt.
Im Jahr 2003 wurde die Brücke mit 258 Eisenstangen stabilisiert. 2010 wurden die Stangen ersetzt.
Foto: Gerry Huberty, April 2013

5) ... warum aktuell so viele Steine von der Baustelle abtransportiert werden?

Passanten dürfte aufgefallen sein, dass in den vergangenen Wochen zahlreiche Steine der 112 Jahre alten Bogenbrücke in Lastwagen abtransportiert wurden. Im Rahmen der Renovierung wird der Belag der Brücke bis zu den Bögen zurückgebaut. „Sämtliche Steine werden nummeriert und ins Lager des Bauunternehmers gebracht“, erklärt Marc Ries, zuständiger Ingenieur bei der Straßenbauverwaltung. Dort würden die Steine nicht nur aufbewahrt, sondern auch gereinigt. Ende des Jahres/Anfang 2016 werden die einzelnen Elemente wieder zusammengebaut.

Auf diesem Bild vom 28. Januar 2015 sieht man deutlich, wie die Bögen Stein für Stein freigelegt werden.
Auf diesem Bild vom 28. Januar 2015 sieht man deutlich, wie die Bögen Stein für Stein freigelegt werden.
Foto: Carlo Hommel / Ponts et chaussées

6) ... wie die "Nei Bréck" nach Abschluss der Bauarbeiten aussehen wird?

Äußerlich wird sich der Pont Adolphe nicht wesentlich verändern. Allerdings wird die Fahrbahnplatte im Hinblick auf die Tram beidseitig um jeweils 75 Zentimeter verbreitert. Zudem werden die beiden Wappen in der Mitte des Bogens erneuert. Betrachtet man den renovierten Pont Adolphe nach Fertigstellung der Arbeiten – also voraussichtlich Ende 2016/Anfang 2017 – vom Boulevard Royal aus, so werden auf der linken Seite zwei Tramspuren über das Petrusstal führen, während rechts zwei Fahrspuren für den Individualverkehr vorgesehen sind.

Die „Original-Wappen“ werden erneuert. Dafür wurden sie zunächst per Laser eingescannt. Steinmetze werden anschließend zwei neue Löwen anfertigen.
Die „Original-Wappen“ werden erneuert. Dafür wurden sie zunächst per Laser eingescannt. Steinmetze werden anschließend zwei neue Löwen anfertigen.
Foto: Paul Hinger, März 2013

7) ... die blaue Ersatzbrücke nur gemietet ist?

Während der Renovierung wird der Verkehr bekanntlich über ein blaues Provisorium, welches parallel zum Pont Adolphe verläuft, umgeleitet. Im April 2014 wurde die blaue Brücke aus Stahl nach etwa einem Jahr Bauzeit für den Verkehr freigegeben. Nach geleistetem Dienst wird die blaue Brücke voraussichtlich nächstes Jahr wieder abmontiert. Sie ist nur gemietet und geht danach zurück an den Hersteller.

8) ... wie die erwähnte "Blo Bréck" zu ihrem Spitznamen "Plobréck" kam?

Als das Provisorium im vergangenen Frühjahr in Betrieb genommen wurde, erlebten die Anrainer gewissermaßen ein "blaues Wunder": Es knirschte und quietsche gewaltig - vor allem bei regem Busverkehr. Im Gespräch mit dem "Luxemburger Wort" bezeichnete ein Anwohner die "Blo Bréck" daraufhin als "Plobréck".  Die Straßenbauverwaltung nahm in der Folge Nachbesserungen vor.

Weil die "Blo Bréck" anfangs gewaltig quietschte und knirschte, wurde sie von einem Anrainer auf den Spitznamen "Plobréck" getauft.
Weil die "Blo Bréck" anfangs gewaltig quietschte und knirschte, wurde sie von einem Anrainer auf den Spitznamen "Plobréck" getauft.
Foto: Marc Wilwert, Februar 2014

9) ... warum der Pont Adolphe einen überdimensionalen Verband trägt?

„Guérir le Pont Adolphe“ steht seit Oktober in großen Lettern auf einer gigantischen Plane, die die „Nei Bréck“ während der Renovierungsarbeiten umhüllt. Diese ist inzwischen zu einem beliebten Motiv für Touristen geworden. Zweck des riesigen "Verbands" ist es, Anwohner und Spaziergänger vor Baulärm, Staub, herabfallendem Gestein und dem Abwasser der Reinigungsarbeiten zu schützen.

Ein beliebtes Fotomotiv: Der riesige Verband, der Anwohner und Passanten während der Arbeiten vor Lärm und Staub schützt.
Ein beliebtes Fotomotiv: Der riesige Verband, der Anwohner und Passanten während der Arbeiten vor Lärm und Staub schützt.
Foto: Serge Waldbillig, Oktober 2014

10) ... dass im Rahmen der Renovierung eine spezielle Ausstellung geschaffen wurde?

In einem "Pavillon" am Boulevard Roosevelt können Interessierte sich einen Überblick über die Großbaustelle Pont Adolphe verschaffen. Das Besucherzentrum ist dienstags von 12 bis 18 Uhr, mittwochs von 8 bis 14 Uhr, donnerstags von 12 bis 18 Uhr, samstags von 12 bis 18 Uhr sowie sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet.


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