Remerschen

Serie von Brandstiftungen eskaliert

Jugendhaus angezündet, während Menschen drinnen waren

(str) - Gleich zweimal hat ein Brandstifter an diesem Wochenende Feuer am Jugendhaus in Remerschen gelegt. Beim ersten Versuch am Freitag befanden sich noch Menschen im Gebäude, die die Flammen jedoch rechtzeitig bemerkten. Am Sonntag  hatte der Brandstifter allerdings freie Hand.

Sieben Mal waren im Raum Bürmeringen, Elvingen, Remerschen Strohballen in Flammen aufgegangen. Dann kehrte, so plötzlich, wie die Serie begonnen hatte, wieder Ruhe ein. Ein nicht unüblicher Vorgang, wie ein psychiatrischer Experte dem „Luxemburger Wort“ erklärt hatte. Wie drastisch, der Täter – wenn es sich denn stets um den gleichen handelt – die Eskalationsschraube anziehen würde, war jedoch nicht abzusehen.

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Am Freitagabend versuchte ein noch unbekannter Täter nämlich, das Jugendhaus in Remerschen, das oben am „Kräizbierg“ im ehemaligen Gebäude des Energieparks zwischen dem Windrad und dem Wasserturm untergebracht ist, anzuzünden – und das noch während sich mehrere Menschen in dem Holzgebäude aufhielten.

Während des Fußballspiels ...

LW-Informationen zufolge hatte der Täter Grillanzünder benutzt, um die Fassade in Brand zu 
setzen. Besonders perfide: Der Brandstifter hatte das Feuer gleich neben einer Tür entzündet.

Hier hatte der Täter am Freitag versucht, das Gebäude in Brand zu setzen, während drinnen, Jugendliche ein Fußballspiel ansahen.
Hier hatte der Täter am Freitag versucht, das Gebäude in Brand zu setzen, während drinnen, Jugendliche ein Fußballspiel ansahen.
Foto: CJR

Die Jugendlichen, die im Gebäude ein Fußballspiel verfolgten, waren lediglich durch das laute Knistern des Feuers auf die Gefahr, in der sie sich befanden, aufmerksam geworden.

Mit einem Feuerlöscher gelang es ihnen, den Brand, der sich noch in der Entstehungsphase befand, zu löschen. Der Schaden beschränkte sich auf einen größeren Fleck an der Fassade.

Gestern Nachmittag schlug der Täter dann offenbar erneut zu: Gegen 15 Uhr stand das Jugendhaus, in dem sich diesmal zum Glück niemand aufhielt, lichterloh in Flammen. Trotz eines raschen und stundenlangen Einsatzes der Feuerwehren aus Schengen, Dalheim, Remich und Mondorf wurde das Gebäude völlig zerstört.

Von der Örtlichkeit her passt das Jugendhaus aus Remerschen ohne jeglichen Zweifel in das Tatmuster des Brandstifters von Bürmeringen. Ein Tatort liegt weniger als einen Kilometer vom Jugendhaus entfernt. Die meisten anderen liegen binnen weniger als zwei Kilometern.

Brandstiftung gilt als erwiesen

Bei allen sieben Bränden, bei denen zwischen dem 16. und dem 23. Juli Rundballen in Flammen aufgegangen sind, konnte festgestellt werden, dass das Feuer sich von außen nach innen gefressen hatte. Eine Selbstentflammung, wie sie bei schlecht gelagertem Heu vorkommen kann, kann demnach ausgeschlossen werden.

Zudem konnte LW-Informationen zufolge bei mindestens einem brennenden Strohballen der Einsatz eines Brandbeschleunigers festgestellt werden.

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Darüber hinaus ergibt ein Blick auf die Brandmeldungen der vergangenen Monate und Jahre Hinweise dafür, dass die Brandserie möglicherweise nicht erst in diesem Juli begonnen hat.

Dass es dem Täter nicht nur um das bloße Entzünden von Feuern geht, sondern auch um ein perfides Spiel mit Polizei und Feuerwehr, das hatte er bereits am 19. Juli gezeigt, als er sie allem Anschein nach zu einem kleinen Brand in Weiler-la-Tour lockte, um dann in Elvingen 150 Strohballen anzuzünden.