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Rekordtief: 22 Verkehrstote im Jahr 2019
Lokales 4 Min. 29.07.2020 Aus unserem online-Archiv

Rekordtief: 22 Verkehrstote im Jahr 2019

Die Zahl der schweren Unfälle bei Motorradfahrern  war im vergangenen Jahr rückläufig.

Rekordtief: 22 Verkehrstote im Jahr 2019

Die Zahl der schweren Unfälle bei Motorradfahrern war im vergangenen Jahr rückläufig.
Foto: Getty Images
Lokales 4 Min. 29.07.2020 Aus unserem online-Archiv

Rekordtief: 22 Verkehrstote im Jahr 2019

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Die Ursachen für tödliche und schwere Unfälle bleiben dieselben. Allerdings sei ein positiver Trend zu erkennen, so Mobilitätsminister François Bausch bei der Vorstellung der Unfallstatistiken.

Manche Statistiken sind nie positiv, das liegt in ihrer Natur. Hinter jeder Zahl steckt ein Schicksal, die Geschichte eines Opfers und seiner Hinterbliebenen. Das gilt auch für die jährliche Bilanz der Verkehrsunfälle. Denn von der Vision Zero – sprich weder Tote noch Schwerverletzte im Straßenverkehr – ist Luxemburg noch weit entfernt. 

Nachdem die Zahl der Verkehrstoten 2018 wieder deutlich angestiegen war, lässt die Bilanz des vergangenen Jahres, die am Mittwoch von Mobilitätsminister François Bausch vorgestellt wurde, wieder auf eine bessere Zukunft hoffen. Denn im vergangenen Jahr erreichte die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr ein Rekordtief.

22 Menschen haben 2019 bei 22 Unfällen ihr Leben auf Luxemburgs Straßen verloren. Damit wurde der bisherige Tiefstand aus dem Jahr 2017 (25) unterboten. Im Vergleich zum Vorjahr (36) fiel die Zahl der Todesopfer noch deutlicher. Im EU-weiten Vergleich liegt Luxemburg somit auf dem sechsten Platz, wie François Bausch erklärte - unter anderem hinter Ländern wie Schweden, Irland oder Dänemark.

Allgemein sei in den vergangenen Jahren hierzulande ein positiver Trend zu erkennen. Die Zahl der tödlichen und schweren Verkehrsunfälle sinke stetig, obwohl die Bevölkerung und der Fuhrpark wächst, so Bausch.

Das EU-Ziel von 16 Verkehrstoten in Luxemburg im Jahr 2020 werde aber wohl mit aller Wahrscheinlichkeit nicht erreicht werden, betonte Bausch. Die Analysen seien zwar noch nicht abgeschlossen, bislang hätten 2020 aber bereits 17 Menschen nach Verkehrsunfällen verloren - darunter drei Fahrradfahrer. Der durch die Covid-19-Pandemie bedingte Lockdown habe keinen positiven Effekt auf die Unfallstatistik gehabt, da dieser in eine Periode fiel, in der sich traditionell weniger Unfälle ereignen. Hingegen erweisen sich die Sommer- und Herbstmonate in der Regel als besonders fatal.

Mobilitätsminister François Bausch plant, in naher Zukunft Streckenradare in den Tunnel installieren zu lassen.
Mobilitätsminister François Bausch plant, in naher Zukunft Streckenradare in den Tunnel installieren zu lassen.
Foto: Chris Karaba

Dies zeigte sich auch im vergangenen Jahr - aber auch ganz allgemein hat die Zahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten im vergangenen Jahr wieder leicht zugenommen. 988 Mal (2018: 947) waren Verletzte zu beklagen. Allerdings wurden nur 248 Personen bei den Unfällen schwer verletzt - ein Rückgang von neun Prozent (2018: 273) im Vergleich zum Vorjahr. Die Daten sagen nur bedingt etwas über die Schwere der Verletzung aus, da alle Personen, die nach einem Unfall mehr als 24 Stunden hospitalisiert werden müssen, als schwer verletzt gelten.

  Überhöhte Geschwindigkeit gilt wie bereits in den Jahren zuvor als die Hauptursache bei tödlichen und schweren Unfällen. Bei 13 der Fälle mit Todesfolge (59 Prozent) war überhöhte Geschwindigkeit der Auslöser. Wenig überraschend ereignen sich deshalb auch die meisten tödlichen (55 Prozent) und schweren (68 Prozent) Unfälle bei guten, trockenen Wetterverhältnissen. Unter diesen Bedingungen fallen nämlich eher die Hemmungen, das Gaspedal durchzudrücken.   

François Bausch betonte, dass auch voraussichtlich bei einigen tödlichen Unfällen in diesem Jahr überhöhte Geschwindigkeit ausschlaggebend war - so wohl auch bei dem tragischen Unglück im Tunnel Gousseler Bierg auf der A7, bei dem zwei Menschen ums Leben kam und mehrere verletzt wurden.   


5.3. Greivelsbarriere / Radarwarnschild/ Hinweisschild Radar / Radargeraete / Verkehrkontrolle Foto.Guy Jallay
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„Wenn in einem Tunnel etwas geschieht, ist es meistens katastrophal“, so François Bausch. Deshalb sollen die Unterführungen in naher Zukunft mit einem Sektorradar ausgestattet werden. „Dann ist der Spuk vorbei“,  so der Minister. „Erst diese Woche ist ein Autofahrer mit fast 180 km/h durch einen Tunnel gefahren. Das ist kriminell.“

Eine besorgniserregende Tendenz lässt sich allgemein aber auch bei den Unfällen feststellen, die im Zusammenhang mit Alkoholkonsum stehen. Neun tödliche Unfälle (41 Prozent) wurden von einem betrunkenen Fahrer verursacht - dreimal mehr als noch 2018.   

Mit 49 Prozent (133) waren fast die Hälfte der schwer verletzten und verstorbenen Verkehrsteilnehmer Autofahrer. Vor allem bei den Motorradfahrern verzeichnet sich aber eine positive Tendenz. In diesem Zusammenhang hätten unter anderem verstärkte Geschwindigkeitskontrollen durch die Polizei Wirkung gezeigt, so François Bausch.   


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Mussten 2018 noch neun Biker ihr Leben auf Luxemburgs Straßen lassen, waren es im vergangenen Jahr nur noch vier. in ähnlicher Trend ist auch bei den Schwerletzten zu erkennen - erlitten 2018 noch 80 Motorradfahrer schwere Blessuren, waren es dies im vergangenen Jahr nur noch 59. 

Am Mittwoch wurde zum zweiten Mal auch ein Bericht der Administration des enquêtes techniques vorgestellt. Die Behörde befasst sich neben Flugzeug-, Schiff- und Eisenbahnunglücken auch mit Verkehrsunfällen.

Paul Meyers, der Direktor der Administration des enquêtes techniques stellte den Bericht seiner Behörde vor.
Paul Meyers, der Direktor der Administration des enquêtes techniques stellte den Bericht seiner Behörde vor.
Foto: Chris Karaba

Anhand der Analyse der einzelnen, nach eigenen Kriterien ausgewählten Vorfälle haben die Beamten wie bereits im vergangenen Jahr Lösungsansätze ausgearbeitet, die unter anderem unfallträchtige Streckenabschnitte sicherer gestalten könnten. So spricht der Bericht sich unter anderem für die Anpassung und Absicherung von Leitplanken aus. 

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