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Regionale Kläranlage in Grevenmacher: Die Mosel muss weiter warten
Die Kläranlage entsteht am Moselufer zwischen dem Erdöllager und dem Schmetterlingsgarten.

Regionale Kläranlage in Grevenmacher: Die Mosel muss weiter warten

Foto: Chris Karaba
Die Kläranlage entsteht am Moselufer zwischen dem Erdöllager und dem Schmetterlingsgarten.
Lokales 6 25.10.2017

Regionale Kläranlage in Grevenmacher: Die Mosel muss weiter warten

Anne-Aymone SCHMITZ
Anne-Aymone SCHMITZ
Die Arbeiten an der regionalen Kläranlage in Grevenmacher werden erst 2018 fertig werden. Danach wird die bis zu 115 Millionen Euro teure Anlage getestet. Bis 2021 sollen alle fünf Moselgemeinden und die „Aire de Wasserbillig“ angeschlossen sein.

(asc) - Seit Jahrzehnten wird in den Moselgemeinden über den Bau einer regionalen Kläranlage für die luxemburgische Untermosel geredet. Es dauerte aber bis November 2012 bis mit dem Bau einer Kläranlage begonnen wurde. Gebaut wird die auf 47 000 Einwohnergleichwerte ausgerichtete Anlage nach den Plänen des Büros TR Engineering auf dem Areal zwischen dem Erdöllager und dem Schmetterlingsgarten in Grevenmacher. Darin gereinigt, wird das Abwasser aus den Gemeinden Stadtbredimus, Lenningen, Wormeldingen, Grevenmacher, Mertert sowie der „Aire de Wasserbillig“.

Laut dem ursprünglichen Zeitplan sollte die Errichtung der Kläranlage im vergangenen November abgeschlossen werden. Dem wird nicht so sein. Jean-Marie Ries, der Direktor des „Syndicat intercommunal de dépollution des eaux résiduaires de l'Est“ (Sidest), sagt dazu: „Schon zu Beginn kamen die Bauarbeiten wegen der Bodenbeschaffenheit langsamer voran als geplant. Dann mussten die Betriebs- und Verwaltungsgebäude sowie die Anlage mit den verschiedenen Klärstufen auch noch nacheinander gebaut werden, weil die Anlage mehrere Stockwerke einnimmt.“

Und vor wenigen Monaten wurden die Arbeiten zusätzlich gebremst, als beim Vorspeicherbecken neben dem SBR-Reaktor (Sequence-batch-reactor), in dem das Schmutzwasser in geschlossenen Becken endgeklärt wird, der Untergrund nachgab und das fast fertiggebaute Vorspeicherbecken absackte.

Als der Untergrund nachgab

Daraufhin mussten die Arbeiten in diesem Baustellenbereich bis zur Klärung der Schuldfrage gestoppt werden. „Nach der Analyse durch einen Sachverständigen wurde das beschädigte Bauwerk abgerissen, damit es die angrenzenden Klärbecken nicht beschädigt. Die Justiz und die Versicherungen müssen die Schuldfrage noch klären und entscheiden, wer den Schaden von rund 800 000 Euro bezahlt, betont Sidest-Präsident Raymond Weydert.

In der Zwischenzeit werden andere Arbeiten fertiggestellt. Voraussichtlich im ersten Halbjahr 2018 sollen die Bauarbeiten komplett abgeschlossen sein. Danach wird die Anlage getestet, ehe in den Jahren 2020/2021 alle fünf Gemeinden an die 115 Millionen Euro teure Kläranlage angeschlossen werden, so Raymond Weydert. Bis dahin wird das Abwasser weiter ungeklärt in die Mosel fließen.


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