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Regierung verspricht rasche Hilfe
Lokales 6 3 Min. 10.08.2019

Regierung verspricht rasche Hilfe

Guy Bley vom Haut-Commissariat à la protection nationale, Premierminister Xavier Bettel, Innenministerin Taina Bofferding und Paul Schroeder, Generaldirektor des Corps grand-ducal d'incendie et de sauvetage traten am Samstagabend vor die Presse..

Regierung verspricht rasche Hilfe

Guy Bley vom Haut-Commissariat à la protection nationale, Premierminister Xavier Bettel, Innenministerin Taina Bofferding und Paul Schroeder, Generaldirektor des Corps grand-ducal d'incendie et de sauvetage traten am Samstagabend vor die Presse..
Foto: Sophie Hermes
Lokales 6 3 Min. 10.08.2019

Regierung verspricht rasche Hilfe

"Wir sind keine Versicherungsgesellschaft, aber wir werden niemanden im Regen stehen lassen." Premierminister Xavier Bettel sicherte am Samstag jenen Menschen, die durch den Tornado geschädigt wurden, Unterstützung zu.

(SH) - "Die Menschen haben in 15 Minuten sehr viel verloren." Premierminister Xavier Bettel zeigte am Samstagabend nach einem  außerordentlichen Ministerrat Mitgefühl mit jenen Menschen, die durch den Tornado am frühen Freitagabend im Süden des Landes, vor allem in Niederkerschen und Petingen, großen Schaden erlitten haben. Zudem stellten er und Innenministerin Taina Bofferding erste Maßnahmen vor, um den Menschen schnell zu helfen.


Dossier: Tornado im Süden Luxemburgs
Ein verheerender Sturm sorgt im Raum Niederkerschen/Petingen für Leid und Zerstörung.

Die Regierung sei zwar keine Versicherung, werde dennoch niemanden im Regen stehen lassen, so Bettel. Wie dies bereits nach den Überschwemmungen im Müllerthal der Fall war, werden Betroffene ab Montag auf den Internetseiten des Familienministeriums, des Wohnungsbauministeriums (Privatpersonen) sowie dem Wirtschaftsministerium (Unternehmen) Formulare vorfinden, um Hilfe zu beantragen. Über zusätzliche finanzielle Hilfen kann zudem das Haut-Commissariat à la protection nationale entscheiden. Wie hoch der Schaden insgesamt ist, könne derzeit noch nicht berechnet werden.

314 Häuser betroffen

Was die Lage vor Ort angeht, erklärte Taina Bofferding, die am Nachmittag zusammen mit Xavier Bettel, Arbeitsminister Dan Kersch, der zwischenzeitlich die Leitung der Cellule de crise übernommen hatte, da sich Bettel und Bofferding im Ausland aufhielten, und Großherzog Henri die betroffenen Regionen besucht hatte, dass die Realität schlimmer sei, als man dies auf den Bildern sehe. "Für sehr viele Menschen ist die Lage dramatisch", so die Ministerin. Kurzfristig liege die Priorität darauf, zu vermeiden, dass weitere Personen zu Schaden kommen würden. 

Die Dächer vieler Häuser sind beschädigt.
Die Dächer vieler Häuser sind beschädigt.
Foto: Anouk Antony

Unter der Notrufnummer seien seit Freitag rund 1.000 Anrufe eingegangen. Zudem sei die Hotline (8002 8080) 380 Mal kontaktiert worden. Mittlerweile habe man sich einen Überblick machen können und 314 Häuser gezählt, die durch den Tornado zu Schaden gekommen sind.  Die Rettungskräfte rechnen damit, dass diese Häuser bis Sonntagabend fertig inspiziert sein werden. Die Aufräumphase würde sich jedoch wohl noch über Wochen hinziehen, so Paul Schroeder, Generaldirektor des Corps grand-ducal d'incendie et de sauvetage (CGDIS). 


dégâts Tornade Pétange/Bascharage - Pétange Bascharage -  - 10/08/2019 - photo: claude piscitelli
Erst Panik, dann Ratlosigkeit
Als ihre Häuser vom Tornado erfasst wurden gerieten am Freitagabend viele Menschen in Panik. Dann standen sie vor Trümmern.

Viele Häuser sind derzeit unbewohnbar, Dächer von rund 90 Häusern schwer beschädigt. Diese gilt es nun so abzudecken, dass kein weiterer Schaden entsteht. Zudem sind in den betroffenen Regionen Statiker im Einsatz, um festzustellen, welche Häuser für längere Zeit unbewohnbar bleiben. Jene Personen, die nicht mehr in ihren Häusern wohnen können, wurden von den Gemeinden bereits anderwärts untergebracht. Personen, die weiterhin kein Dach über dem Kopf haben, sollen sich unterdessen unbedingt unter der Hotline melden. Dies gilt auch für Menschen, die nach den Erlebnissen psychologische Unterstützung brauchen.

Gefahr bei Stromleitung gebannt

Die Innenministerin konnte am Samstagabend zudem Entwarnung geben, was die Stromleitung betrifft, die aufgrund von umgeknickten Pylonen auf Häuser gefallen war. Die Gefahr sei beseitigt, sodass die angrenzenden Unternehmen ab Sonntag oder Montag ihren Betrieb wieder aufnehmen können. Auch die Hauptstraßen - unter anderem der Kreisverkehr Biff - sind wieder für den Verkehr geöffnet.

Was die Verletzten angeht, so befinden sich zwei Personen weiterhin im Krankenhaus. Eine unter ihnen befindet sich nach wie vor in einem kritischen Zustand.


Viele Häuser sind nach dem Tornado unbewohnbar.
Versicherer sagen Unterstützung zu
Wer durch den Tornado materiellen Schaden erlitten hat, soll sich an seine Versicherung wenden. Der Dachverband der Gesellschaften hat Unterstützung zugesagt.

Ihren Dank wollten die Minister jedoch auch jenen Menschen ausdrücken, die in den vergangenen Stunden Solidarität mit den Betroffenen gezeigt haben. Nicht nur seien Hunderte Einsatzkräfte vor Ort gewesen, sondern auch viele anonyme Menschen, die einfach helfen wollten, so Xavier Bettel. Zudem hätten sich Handwerksbetriebe spontan bereit erklärt, bei den Reparaturarbeiten zu helfen. Er betonte weiter, dass die Solidarität den Geschädigten geholfen habe, die Hoffnung nicht zu verlieren.   

Am Nachmittag hatten Premierminister Xavier Bettel und Innenministerin Taina Bofferding zusammen mit Großherzog Henri die betroffenen Regionen besucht.



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