Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Reaktion des Staatsanwaltes - Gerichtliche Untersuchung läuft
Staatsanwalt Robert Biever: „Untersuchungsgericht und IGP können nicht gleichzeitig ermitteln.“

Reaktion des Staatsanwaltes - Gerichtliche Untersuchung läuft

Guy Wolf
Staatsanwalt Robert Biever: „Untersuchungsgericht und IGP können nicht gleichzeitig ermitteln.“
Lokales 2 Min. 15.03.2012

Reaktion des Staatsanwaltes - Gerichtliche Untersuchung läuft

Die Frage, wie 88 von 125 Beweisstücken im Dossier „Bommeleeër“ verschwinden konnten, erhitzt die Gemüter. Gegenüber dem „Luxemburger Wort“ erklärte Staatsanwalt Robert Biever, dass derzeit kriminalpolizeiliche Ermittlungen im Auftrag der Untersuchungsrichterin laufen. Eine Untersuchung durch die Beamten der „Inspection générale de la Police“ (IGP) sei während dieser Ermittlungen nicht möglich.

Die Frage, wie 88 von 125 Beweisstücken im Dossier „Bommeleeër“ verschwinden konnten, erhitzt seit gut zehn Tagen die Gemüter. Gegenüber dem „Luxemburger Wort“ erklärte Staatsanwalt Robert Biever am Mittwochmorgen, dass derzeit kriminalpolizeiliche Ermittlungen im Auftrag von Untersuchungsrichterin Doris Woltz laufen. Eine Untersuchung durch die Beamten der „Inspection générale de la Police“ sei während dieser Ermittlungen nicht möglich.

In einem Schreiben an Generalstaatsanwalt Jean-Pierre Klopp hatte sich Robert Biever entschieden gegen Ermittlungen durch die „Inspection générale de la Police“ – die Polizei der Polizei – im Rahmen der verschwundenen „Bommeleeër“-Beweisstücke ausgesprochen.

Dieser Brief erhitzte insofern die Gemüter, als Marc Zovilé, heutiger Chef der IGP, zum Zeitpunkt der Bombenanschläge als Bezirkskommandant der Gendarmerie an den Tatorten weilte. Späterhin wurde Marc Zovilé zudem zum Direktor der „Police judiciaire“ (PJ) ernannt. Zur Zeit der Bombenanschläge selbst wurde die PJ von Armand Schockweiler, dem heutigen Stellvertreter von Marc Zovilé bei der IGP, geleitet.

„Keine parallel laufenden Untersuchungen möglich“

Im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“ warnte Biever vor voreiligen Schlüsse: „Fakt ist, dass Marc Zovilé und sein Stellvertreter bei der IGP, Armand Schockweiler, seinerzeit als Gendarmerie- beziehungsweise 'Sûreté'-Beamte in der Bombenleger-Affäre an den Tatorten weilten. Beide waren zudem sukzessive Direktor der Kriminalpolizei, zunächst Armand Schockweiler, dann Marc Zovilé.

Demnach wäre heutzutage – zu Recht oder zu Unrecht – die Glaubwürdigkeit dieser Männer in Frage gestellt, wenn die IGP denn Ermittlungen im Dossier um das Verschwinden der Bombenleger-Beweismittel durchführen würde. Aber diese Frage stellt sich gar nicht!“, so der Staatsanwalt entschieden. „Die zuständige Untersuchungsrichterin, Doris Woltz, hat nämlich kriminalpolizeiliche Ermittlungen eingeleitet. Und wenn eine entsprechende 'enquête judiciaire' angeordnet wurde, kann keine weitere Untersuchung stattfinden. Zudem hat die IGP dann keinen Zugang zu den Akten. Das ist der eigentliche Grund des Briefes an den Generalstaatsanwalt, in dem Doris Woltz und ich Jean-Pierre Klopp bitten, von der Anordnung einer Untersuchung durch die IGP abzusehen. Es können nämlich keine zwei Untersuchungen parallel durchgeführt werden.“

Kein Grund, Zovilé zu verdächtigen

Biever räumte gegenüber dem „Luxemburger Wort“ aber auch ein, dass sich Marc Zovilé an den Bombenleger-Tatorten hie und da möglicherweise ungeschickt angestellt habe. Das sei aber kein Grund, diesen Mann zu verdächtigen. Ebenso wenig die Tatsache, dass die IGP aus juristischer beziehungsweise prozeduraler Sicht derzeit nicht für eine Untersuchung im Rahmen des Verschwindens der Bombenleger-Beweismittel in Frage komme, so der Staatsanwalt abschließend.