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Rauchmelder: stiller Lebensretter
Mit diesem ausgemusterten und neu dekorierten Einsatzfahrzeug machen die Rettungskräfte auf die Wichtigkeit des Rauchmelders aufmerksam.

Rauchmelder: stiller Lebensretter

Foto: Guy Jallay
Mit diesem ausgemusterten und neu dekorierten Einsatzfahrzeug machen die Rettungskräfte auf die Wichtigkeit des Rauchmelders aufmerksam.
Lokales 1 2 Min. 14.06.2018

Rauchmelder: stiller Lebensretter

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Rauchmelder können Leben retten. Deshalb werden sie ab dem 1. Januar kommenden Jahres zur Pflichtausrüstung jedes Haushalts zählen. Zusatzkosten kommen kaum auf die Bewohner zu, denn jedem Haushalt kommt ein kostenloses Gerät zu.

Nein, die Welt steht nicht Kopf. Auch wenn der Feuerwehrmann, der mit den Füßen an der Decke eines Raumes angebracht ist, und derzeit Plakate an Bushaltestellen schmückt, dies auf den ersten Blick vermuten lässt. Vielmehr ist der Feuerwehrmann ein Teil einer Kampagne, die auf die Wichtigkeit eines Rauchmelders hinweisen soll.

Diese werden ab dem 1. Januar kommenden Jahres in Wohngebäuden in Luxemburg zur Pflichtausrüstung zählen. Konkret bedeutet dies, dass ab 2019 in allen Neubauten solche Geräte installiert werden müssen. Für bereits bestehende Häuser und Wohnungen gilt eine Übergangszeit von fünf Jahren, in denen Rauchmelder angebracht werden müssen, sodass spätestens zum 1. Januar alle Gebäude umgerüstet sein müssten.

Dem Gesetzesprojekt zufolge, dem der Ministerrat am 6. Juni zugestimmt hat, sind die Bewohner für das Anbringen und Instandhalten des Rauchmelders verantwortlich. In Gemeinschaftsbereichen von Mehrfamilienhäusern besteht eine zusätzliche Pflicht für den Eigentümer, einen Rauchmelder auf den Fluchtwegen anzubringen.

Zwar sind im Gesetzesprojekt keine Kontrollen und auch keine Strafen vorgesehen, wenn kein Gerät installiert wurde. Sollte es bei einem Brand jedoch zu Material- oder Personenschaden kommen, weil kein Rauchmelder angebracht war, könnte dies im Falle eines Prozesses vor Gericht künftig böse Folgen haben. Das Strafmaß, das ausgesprochen wird, könnte sich dann deutlich erhöhen, eben weil eine vom Gesetz vorgeschriebene Pflicht nicht beachtet wurde.

260.000 Gutscheine

„Wir wollen über die gesetzliche Vorschrift dazu beitragen, Leben zu retten“, erklärt Innenminister Dan Kersch. Eben weil es um Menschenleben geht, wird die Einführung der Rauchmelder derzeit von einer Sensibilisierungskampagne begleitet. Neben den zuvor schon angesprochenen Plakaten und Werbespots, werden dabei auch kostenlose Rauchmelder an alle Haushalte verteilt. Dafür konnten die Verantwortlichen des Innenministeriums und der Rettungsdienste auch auf die Unterstützung der 102 Gemeinden zählen.

Ab kommender Woche wird nun das älteste Mitglied jedes Haushalts – insgesamt rund 260.000 Personen – ein Schreiben erhalten, das über die Rauchmelderpflicht informiert, dem aber auch ein Gutschein für einen Apparat beiliegt. Diesen kann er in seiner Gemeinde, in den Räumlichkeiten von Guichet.lu oder des Innenministeriums einlösen.

Wer innerhalb von 14 Tagen keinen Brief erhalten hat, kann sein Gerät über die eigens eingerichtete Webseite oder das Bürgerportal Guichet.lu beantragen.

150.000 Rauchmelder sind auf Lager, weitere können jedoch jederzeit nachbestellt werden. Dass mehr Gutscheine ausgestellt werden, als Apparate zur Verfügung stehen, erklärt sich laut Dan Kersch dadurch, dass viele Haushalte bereits über einen Apparat verfügen und ihren demnach wohl kaum abholen werden.

Gefahr durch Gase

Im Falle einer Rauchentwicklung löst das Gerät einen Alarmton aus, durch den die Bewohner auf die Gefahr aufmerksam gemacht werden. Sie können sich dann in Sicherheit bringen und unter der Nummer 112 die Rettungsdienste verständigen.

Im Falle eines Brandes geht die größte Gefahr nicht vom Feuer an sich aus, sondern vom Rauch – und den giftigen Gasen, die sich dabei entwickeln. Im Schnitt sterben in Luxemburg jedes Jahr zwei Personen an den Folgen eines Brandes oder einer Rauchvergiftung. Insbesondere in der Nacht sind Rauchentwicklungen tückisch. „Bei einer Rauchentwicklung kann bereits nach ein paar Sekunden Lebensgefahr entstehen“, sagt Innenminister Dan Kersch. Dies sei insbesondere in Wohnungen der Fall, in denen sich viel Kunststoff befindet.


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