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Raubüberfall auf älteres Ehepaar: Zweiter Täter riskiert ebenfalls Strafe
Lokales 2 Min. 06.02.2018 Aus unserem online-Archiv

Raubüberfall auf älteres Ehepaar: Zweiter Täter riskiert ebenfalls Strafe

Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

Raubüberfall auf älteres Ehepaar: Zweiter Täter riskiert ebenfalls Strafe

Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 2 Min. 06.02.2018 Aus unserem online-Archiv

Raubüberfall auf älteres Ehepaar: Zweiter Täter riskiert ebenfalls Strafe

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Wegen des Überfalls auf ein älteres Ehepaar war Désiré S. in erster Instanz zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Er legte Einspruch ein. Dennoch soll es bei der Strafe bleiben. Auch sein Komplize, in erster Instanz freigesprochen, soll verurteilt werden.

(SH) - "Seit zweieinhalb Jahren sitze ich im Gefängnis, doch ich bin unschuldig." Wie bereits in erster Instanz leugnete Désiré S. am Dienstag auch vor den Berufungsrichtern, etwas mit dem Raubüberfall auf ein älteres Ehepaar am 4. Juli 2015 in Senningen zu tun zu haben.

Drei Täter hatten ihre Opfer - eine 85-jährige Frau und einen 87-jährigen Mann - am Morgen im Einkaufszentrum City Concorde ausgesucht und waren ihnen dann bis zu ihrem Haus gefolgt. Dort wurden der Frau Ringe, ein Armband und eine Kette vom Körper gerissen. Dabei wurde sie schwer verletzt. Ihr Mann wurde zusammengeschlagen, als er seiner Gattin zu Hilfe eilen wollte.

Ein Täter auf der Flucht

Aufgrund der Bilder der Überwachungskameras, Telefonauswertungen und Zeugenaussagen, waren Désiré S. und Ringo P. als mögliche Täter identifiziert und angeklagt worden. Beim dritten Mann soll es sich um Kevin P., den Neffen von Ringo P., handeln. Dieser befindet sich jedoch weiterhin auf der Flucht.

In erster Instanz war Désiré S. im Juli vergangenen Jahres zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt worden. Die Richter ließen in ihrem Urteil keine Zweifel an der Verwicklung des 41-Jährigen in den Raubüberfall aufkommen. Zum einen sei er auf den Bildern der Überwachungskameras im Einkaufszentrum identifiziert worden. Zum anderen war jedoch auch DNA von Désiré S. am T-Shirt des Opfers gefunden worden. "Ich weiß nicht, wie diese Spuren an die Kleidung der Frau gekommen sind. Ich muss sie wohl im Einkaufszentrum berührt haben, ohne dies zu wollen", erklärte der Angeklagte.

Immerhin gab er entgegen früherer Aussagen nun zu, überhaupt im Einkaufszentrum gewesen zu sein – um gemeinsam mit Ringo P. und Kevin P. zu Mittag zu essen. „Nach meiner Festnahme befand ich mich in Frankreich im Gefängnis. Dort wurde mir von anderen Insassen gesagt, ich dürfe auf keinen Fall sagen, dass ich tatsächlich in dem Einkaufszentrum war“, erklärte er seinen Sinneswandel.

Genügend Hinweise

Ringo P. war in erster Instanz freigesprochen worden. Den Richtern zufolge habe es zu viele Zweifel gegeben. So sollen sich die Zeugen nicht ganz sicher gewesen sein, dass es sich bei dem Wagen, der in Senningen gesehen worden war, tatsächlich um jenen Mercedes GLA handelte, der auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums die Verfolgung des Fahrzeuges des Ehepaares aufgenommen hatte. Auch gab es Unsicherheiten, ob drei oder vier Männer an dem Überfall beteiligt waren.

Die Vertreterin der Generalstaatsanwaltschaft teilte diese Meinung jedoch nicht. Ringo P. sei an der Observierung des Ehepaares im Einkaufszentrum beteiligt gewesen und in ihren Augen gebe es genügend Hinweise, die gegen ihn sprechen würden. Deshalb sei er ebenso wie Désiré S. zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren zu verurteilen. Würden die Richter in dem 48-Jährigen jedoch nur einen Komplizen sehen, so seien fünf Jahre Haft angemessen.

Ringo P. stritt seine Beteiligung an der Tat ab. "Weder ich, noch der Wagen, den ich fuhr, waren in Senningen", erklärte er.

Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

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