Wählen Sie Ihre Nachrichten​

"Raoul" wird weiter sensibilisieren

"Raoul" wird weiter sensibilisieren

Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 23.04.2018

"Raoul" wird weiter sensibilisieren

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
Noch immer ist in Luxemburg der Konsum von Alkohol bei Autofahrern ein weit verbreitetes Problem. Bei 17 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle im Jahr 2016 war Alkohol im Spiel. Die Vereinigung La Sécurité Routière macht daher weiter auf die Gefahren von Trunkenheit am Steuer aufmerksam.

Die Vereinigung für Verkehrssicherheit, La Sécurité Routière, und das luxemburgische Unternehmen Sources Rosport werden auch in Zukunft weiter zusammenarbeiten und auf die Gefahren von Alkohol am Steuer hinweisen. Am Montag legten beide Akteure fest, dass die "Raoul"-Plakate für mindestens drei weitere Jahre entlang der luxemburgischen Autobahnen oder - im Kleinformat - in Restaurants und Parkhäusern einen Platz finden werden.

Ziel der Kampagne ist es, die Autofahrer dazu zu ermutigen, nicht zu trinken, wenn sie mit dem Auto unterwegs sind. Denn: bei rund 17 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle im Jahr 2016 war Alkohol im Spiel. Alkohol am Steuer gilt daher als häufigste Ursache, bei einer Polizeikontrolle seinen Führerschein zu verlieren.

Die Polizeistatistiken von 2017 besagen, dass ein Großteil der Führerscheine wegen Trunkenheit am Steuer eingezogen werden. Im vergangenen Jahr sollen es insgesamt 85 Prozent gewesen sein. Zur Erinnerung: Einen direkten Führerscheinentzug wegen Alkoholkonsums erfolgt nur dann, wenn der Alkoholpegel eines Fahrers die Grenze von 1,2 Promille überschreitet.

Zu betonen ist, dass hingegen "nur" elf Prozent der Führerscheinentzüge wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen erfolgt sind.

Wer fährt, trinkt nicht

Die Vereinigung La Sécurité Routière begann bereits 1995 damit, die fahrende Bevölkerung zu sensibilisieren. Damals hieß die Anti-Trink-Kampagne noch "Chauffeur fir den Owend" und galt als Nachfolger des englischen "designated driver" und des belgischen "Bob".

"Es wurde in den vergangenen Jahren zwar viel unternommen, um diese schwarzen Zahlen zu senken, doch der Alkoholkonsum gilt auch weiterhin noch als einer der Hauptgründe für schlimme Verkehrsunfälle, die oft genug leider tödlich enden", erklärt Paul Hammelmann, Präsident der Vereinigung für Verkehrssicherheit.


Polizei zieht Alkohol- und Drogensünder aus dem Verkehr
Zwischen Montagabend und Dienstagmorgen hat die Polizei vier Autofahrer aus dem Verkehr gezogen, die entweder unter Drogen- oder unter Alkoholeinfluss am Steuer ihres Wagens erwischt wurden.

Vor einigen Jahren galten auf Luxemburger Straßen nämlich noch andere Regeln: Bis 2007 durfte man beim Fahren einen höheren Alkoholpegel - nämlich 0,8 Prozent - aufweisen; heute liegt der gesetzliche Höchstwert für die Blutalkoholkonzentration bei 0,5 Prozent. Zudem mussten die Autofahrer noch vor 16 Jahren keine Angst davor haben, ihre Punkte zu verlieren. Denn der Punkteführerschein trat in Luxemburg erst im Jahr 2002 in Kraft und wurde dann 2015 angepasst.

"Die Zahlen des Statec zeigen uns, dass die Fahrer, die im Jahr 2016 für schwere, gar tödliche Verkehrsunfälle verantwortlich gewesen sind, im Durchschnitt zwischen 18 und 54 Jahren alt waren. Wir sind uns deshalb bewusst, dass wir genau diesen Altersdurchschnitt überzeugen müssen, bei Trunkenheit die Autoschlüssel liegen zu lassen ", schlussfolgert Hammelmann. 

Nichtsdestotrotz nehmen die schweren Verkehrsunfälle im Großherzogtum weiter zu: Dieses Jahr liegt die Zahl der Toten auf Luxemburger Straßen bereits bei 17 - Tendenz steigend.





Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Von der Autobahn in die Ausnüchterungszelle
Erst stand er bewegungslos neben seinem Fahrzeug auf einer Kreuzung, dann bedrohte er einen Mann, um schließlich erst mit Vollgas auf die Autobahn zu fahren und dann auf die Fahrbahn zu treten: Am Montag gegen 22 Uhr sorgte ein Lieferwagenfahrer für einen Polizeieinsatz.
Anwalt: „simplistisch und rechtlich falsch“
„Mein Mandant fühlt sich moralisch schuldig, ist aber wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung rechtlich nicht zu belangen“, sagt der Anwalt des Mannes, der durch seine Flucht vor einer Kontrolle für den Tod eines Polizeibeamten verantwortlich gemacht wird.
Collision entre deux voitures de police - Weiswampach - Photo :  Pierre Matgé