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Radfahren lernen: Sicher auf dem Fahrrad
Lokales 1 2 Min. 13.04.2015

Radfahren lernen: Sicher auf dem Fahrrad

Radfahren, kinderleicht? Scheinbar nicht, denn zahlreiche Kinder und Erwachsene tun sich schwer damit, sich auf zwei Rädern wohl zu fühlen. Auch in Luxemburg. Deshalb bietet die „Lëtzebuerger Vëlos-Initiativ“ regelmäßig Kurse an.


Nicht jeder fühlt sich auf dem Fahrrad wohl.
Nicht jeder fühlt sich auf dem Fahrrad wohl.
Foto: Shutterstock

(SH) - Radfahren, kinderleicht? Scheinbar nicht, denn zahlreiche Kinder und Erwachsene tun sich schwer damit, sich auf zwei Rädern wohl zu fühlen. Auch in Luxemburg. Deshalb bietet die „Lëtzebuerger Vëlos-Initiativ“ regelmäßig Kurse an.

Eins vorneweg: Auch ohne Rad fahren zu können, kommt man gut durchs Leben – sofern man nicht in die Fußstapfen eines Andy Schlecks treten will.

Problematisch für Kinder, die das Radfahren nicht beherrschen, wird es erst, wenn sie in der Primärschule an der Coupe Scolaire teilnehmen müssen. Denn hier geht es nicht nur darum, in die Pedalen zu treten, sondern sich auf dem Gefährt auch wohl zu fühlen. Es gilt, im Straßenverkehr zurecht zu kommen, Verkehrszeichen zu beachten, teilweise auch einhändig zu fahren. Ein Grauen für jene Kinder, die das Fahrrad nicht beherrschen. 

Zahlreiche Gründe

Doch aus welchen Gründen kann ein Kind kein Rad fahren? „Viele Kinder können heutzutage nicht mehr so frei herumfahren, wie dies früher der Fall war. Die Eltern haben oft Angst, dass ihrem Kind etwas zustößt. Dies ist zum Beispiel der Fall, bei Familien, die an einer viel befahrenen Straße wohnen“, erklärt Monique Goldschmit von der „Lëtzebuerger Vëlos-Initiativ“ (LVI).

Dies ist allerdings nicht der einzige Grund. Auch die Entwicklung der Gesellschaft spielt eine Rolle. Allgemein werde sich heutzutage weniger bewegt, so Goldschmit, die hinzufügt: „Bei den Teilnehmern an unseren Kursen handelt es sich nicht um Kinder aus einem speziellen sozialen Umfeld. Es sind alle Schichten der Gesellschaft vertreten.“

Doch nicht nur einige Kinder tun sich beim Radfahren schwer. Es gibt auch Erwachsene, die es nie gelernt haben. „Es bleibt ein Tabuthema. Radfahren kann man, davon geht jeder aus. Einige der Erwachsenen, die unsere Kurse besuchen, erzählen zu Hause nichts davon. Es gilt demnach auch, das Tabu zu brechen. Bei Kindern ist dies anders. Allerdings sehen die Eltern es oft als ihr persönliches Scheitern oder das Scheitern ihrer Erziehung an, wenn ihr Kind nicht Rad fahren kann. Dadurch bauen sie zu viel Druck auf“, so Goldschmit. 

Regelmäßige Kurse

In den Radkursen der LVI wird in den ersten Stunden auf das Fahrrad verzichtet. „Die Kinder tasten sich in den Kursen spielerisch an das Radfahren heran. Es herrscht kein Druck. Es geht nicht darum, nur zu üben, sondern der Spaß steht bei uns im Vordergrund“, erklärt Goldschmit. „Um die Kinder nicht sofort abzuschrecken, beginnen sie damit, auf einem Tretroller zu fahren. So trainieren sie ihren Gleichgewichtssinn und bekommen ein Gefühl für die Geschwindigkeit und das Bremsen.“

Die „Lëtzebuerger Vëlos-Initiativ“ bietet regelmäßig Kurse an. Am Montag beginnt ein einwöchiger Kurs für Kinder sowie eine zweiwöchige Schulung für Erwachsene. Auch diverse Radvereine verfügen über eigene Radschulen.

Im vergangenen Jahr hatten wir die LVI-Radschule für Erwachsene besucht und ein Video gedreht.




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