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Radargeräte in Luxemburg: Blitzlichtgewitter, die Zweite
Das Radargerät auf der A4 in Merl blitzt nur Fahrer Richtung Luxemburg-Stadt.

Radargeräte in Luxemburg: Blitzlichtgewitter, die Zweite

Foto: Guy Jallay
Das Radargerät auf der A4 in Merl blitzt nur Fahrer Richtung Luxemburg-Stadt.
Lokales 1 2 Min. 18.03.2016

Radargeräte in Luxemburg: Blitzlichtgewitter, die Zweite

Kevin WAMMER
Seit mehr als einem Tag sind die zehn fixen Radargeräte nun in Betrieb. Nach etwa 30 Stunden wurden über 2.600 Delikte gezählt.

(kw) - „Nach genau 24 Stunden sind 1 887 Verkehrsteilnehmer von den zehn fixen Radargeräten geblitzt worden.“ Diese Zahl teilte Polizeisprecher Frank Stoltz gestern gegen 11 Uhr mit. 

Am Abend war die Rede von mehr als 2.600 Delikten, über 50 dieser Fälle werden vor Gericht landen. Auch eine überraschend große Zahl an Bus- und Lastwagenfahrern tappten am ersten Tag in die Falle der Radargeräte. 

Dies könne, so Stoltz, daran liegen, dass für Busse und Lastwagen oft andere Höchstgeschwindigkeiten gelten als für Autofahrer: „Die Blitzer können zwischen Motorrad, Auto, Bus und Lastwagen differenzieren. Wenn für einen Bus maximal 75 km/h gilt, darf er keine 90 fahren.“ 

Akteure der Verkehrssicherheit wirken überrascht

Auch Raymond Schintgen, Präsident der „Association nationale des victimes de la route“ (AVR), habe nicht mit einer solch großen Zahl gerechnet: „Wir sind verblüfft, dass die Zahl trotz der großen Informationskampagne und der Berichterstattung durch die Presse so hoch ist.“ 

Paul Hammelmann, Präsident der „Sécurité Routière“, zeigte sich jedoch weniger überrascht: „Es ist genau das eingetroffen, was ich erwartet habe. Luxemburg hat sowohl bei einheimischen als auch bei ausländischen Fahrern das Image eines rechtsfreien Staates, was überhöhte Geschwindigkeiten angeht. Dem ist jedoch nicht so. Diese hohe Zahl ist nur der beste Beweis dafür, dass die Radargeräte nötig waren.“ 

Wie Ressortminister François Bausch erklärt, gelte es, die Angewohnheiten der Autofahrer zu ändern. „Wir müssen alle lernen, bewusster zu fahren und uns an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten zu halten.“ Auch Polizeisprecher Stoltz ist dieser Meinung: „Autofahrer dürfen nicht mehr ,auf ungefähr' fahren. Wir sprechen hier von einer Maschine. Sie wurde so kalibriert, dass sie auf manchen Strecken genau ab 74 km/h blitzt – ohne Ausnahme.“ 

Radargerät in Merl blitzt nur in eine Fahrtrichtung

Hält man sich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten, muss man nichts befürchten. So las man gestern in den sozialen Medien, dass Fahrer – insbesondere beim Radargerät in Merl auf der A4 – geblitzt worden seien, obwohl sie nicht zu schnell waren. 

Doch es besteht kein Grund zur Sorge, versichert der Automobilclub: „Dieses Radargerät blitzt gar nicht in Richtung Metz, sondern nur Fahrer, die in Richtung Luxemburg-Stadt unterwegs sind. Was viele Verkehrsteilnehmer vielleicht irritiert hat: die Radargeräte blitzen Fahrzeuge von vorne und von hinten. Sieht man also nur einen Blitz, gilt dies einem Fahrer, der in die entgegengesetzte Richtung fuhr.“




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