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Radare spülen 12,5 Millionen Euro in Staatskasse
Lokales 2 Min. 27.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Blitzlichtgewitter 2016

Radare spülen 12,5 Millionen Euro in Staatskasse

156 819 der geblitzten Fahrzeuge – also fast zwei Drittel – waren in Luxemburg immatrikuliert.
Blitzlichtgewitter 2016

Radare spülen 12,5 Millionen Euro in Staatskasse

156 819 der geblitzten Fahrzeuge – also fast zwei Drittel – waren in Luxemburg immatrikuliert.
Foto.Guy Jallay
Lokales 2 Min. 27.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Blitzlichtgewitter 2016

Radare spülen 12,5 Millionen Euro in Staatskasse

Laurence BERVARD
Laurence BERVARD
Die Radargeräte, die seit 2016 auf Luxemburgs Straßen für Blitzlichtgewitter sorgen, haben 2016 845 Fahrzeuge pro Tag mit erhöhter Geschwindigkeit erwischt. In neuneinhalb Monaten generierte der Staat so laut LW-Informationen Einnahmen von 12,5 Millionen Euro.

Von Maurice Fick (Aus dem Französischen übersetzt von Laurence Bervard)

Als die ersten Radargeräte am 16. März 2016 in Luxemburg in Betrieb genommen wurden, ließ die Effizienz der ersten zehn Radare nicht lange auf sich warten: Innerhalb der ersten beiden Tage tappten 3 750 Fahrer in die Blitzfalle, also 78 pro Stunde. Zehn weitere Radargeräte wurden am 9. Mai entlang der Luxemburger Straßen, vorwiegend an bekannten Unfallstellen, installiert.

35 Fahrzeuge pro Stunde geblitzt

Innerhalb der ersten sechs Monate fotografierten 20 fixe und sechs mobile Radargeräte 168.345 Fahrzeuge. Das sind 38 Geschwindigkeitsverstöße pro Stunde. Wie Generalstaatsanwältin Martine Solovieff in einem Interview auf Radio 100,7 jüngst mitteilte, belief sich die Zahl der Temposünder für 2016 auf 245.991 Autos und Lastwagen. Beim Herunterbrechen der Zahlen wird ersichtlich, dass somit 35 Fotos pro Stunde geschossen wurden.

156 819 Fahrzeuge – also fast zwei Drittel – waren in Luxemburg immatrikuliert. 89 172 Fahrzeuge – demnach 36,3 Prozent – hatten ausländische Kennzeichen.

Nun erhielt das „Luxemburger Wort“ erstmals Informationen über die vom Staat generierten Einnahmen. Zwischen dem 16. März und dem 31. Dezember 2016 ließen die Radare die Staatskasse um 12.503.174 Euro klingeln.

Rechnet man die Installations- und Wartungskosten der Radargeräte, sowie das für die Logistik nötige Personal mit ein, haben die Radare keinen Gewinn generiert.

Insgesamt stellten die Behörden 226 661 Geldstrafen von 49 Euro aus. Somit spülten die Radargeräte 11,1 Millionen Euro in die Staatskasse. Zudem wurden 9 633 Geldstrafen von 145 Euro verhängt, die zusätzlich einen Punkteverlust auf dem Führerschein nach sich zogen.

Wie kostbar diese Punkte und der Führerschein wirklich sind, wissen heute 370 Fahrer, denen der Führerschein 2016 entzogen wurde. Schuld war ihre durch die Radare gemessene erhöhte Geschwindigkeit beziehungsweise ein danach leerer Punkteführerschein.

Kein Gewinn generiert

Das Ministerium für Infrastrukturen und nachhaltige Entwicklung freut sich seinerseits nicht über das generierte Einkommen, sondern über die Effizienz der Radare. Mit den Radargeräten hat der Staat unterm Strich nämlich bis jetzt noch keinen Gewinn erzielt. „Rechnet man die Installations- und Wartungskosten der Radargeräte, sowie das für die Logistik nötige Personal mit ein, haben die Radare keinen Gewinn generiert“, erklärt die Sprecherin des Ministeriums, Dany Frank. Das Betreiben der Radare beschäftigt heute 30 Polizisten und Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft.

Infrastrukturminister François Bausch (Déi Gréng) streicht nach dem ersten „Test-Jahr"  die Effizienz der Radargeräte hervor. Einerseits „weil wir nachweisbar eine Geschwindigkeitsreduzierung feststellen“ und andererseits, „weil es einen Rückgang der geschwindigkeitsbedingten Unfälle mit Schwerstverletzten gegeben hat.“

Strafe wird generell schnell gezahlt

Von den vom Staat verlangten 12,5 Millionen Euro, konnten bis zum 31. Dezember 2016 bereits 9 758 778 Euro eingezogen werden. Generell lässt sich aus den Zahlen eine klare Tendenz herauslesen: Milder ausfallende Bußgelder werden schneller gezahlt. So hatten 88 Prozent der Fahrer ihre 49-Euro-Strafe zum Jahresende bereits überwiesen. Im Gegensatz dazu zahlten bis Ende 2016 lediglich 64 Prozent der Raser ihre 145-Euro-Strafe.

Ab Frühjahr 2017 werden drei weitere Radargeräte in Betrieb genommen: auf der A 4 am Kreisverkehr Raemerich, auf der N 8 zwischen Saeul und Bruch und auf dem CR 118 zwischen Mersch und Angelsberg.

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