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Psychologische Betreuung im Extremfall
Lokales 2 Min. 13.02.2019

Psychologische Betreuung im Extremfall

46 ehrenamtliche Mitarbeiter waren 2018 für 790 Stunden im Einsatz.

Psychologische Betreuung im Extremfall

46 ehrenamtliche Mitarbeiter waren 2018 für 790 Stunden im Einsatz.
Foto: Guy Jallay/LW-Archiv
Lokales 2 Min. 13.02.2019

Psychologische Betreuung im Extremfall

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Der Groupe de support psychologique ist vor Ort, wenn traumatisierte Personen eine sofortige Betreuung benötigen. Fast täglich wurden die Männer und Frauen des Teams vergangenes Jahr gefordert.

Der Groupe de support psychologique wurde vergangenes Jahr 230 Mal angefordert. 790 Stunden waren die ehrenamtlichen Mitglieder im Einsatz, was fünf Arbeitsmonaten entspricht. 2017 hatte das Team 226 Einsätze, die insgesamt 793 Stunden dauerten.

Ihre Aufgabe ist die Akutbetreuung von traumatisierten Personen. Also von Menschen, die Zeuge oder Beteiligte eines schweren Unfalls wurden oder eine nahestehende Person verloren haben.


11.10. Flughafen / Feuerwehruebung / Groupe de Soutien Psychologique de la Protection Civile / Psy / GSP    Foto: Guy Jallay
GSP leistete 226 Einsätze im Jahr 2017
Die Groupe de support psychologique (GSP) der Protection Civile leistete im vergangenen Jahr 793 Stunden Betreuung für Menschen in Extremsituationen.

29 Mal wurde das Team wegen tödlichen Verkehrsunfällen gerufen, 12 Mal intervenierte es in Schulen, zwei Mal wegen Drogentoten. 83 Betreuungen standen im Zusammenhang mit dem natürlichen Tod einer nahestehenden Person, in 31 Fällen war ein Suizid der ausschlaggebende Grund und sieben Mal ein Suizidversuch. 18 der Interventionen fanden über Telefon statt.

Drei bis vier Stunden vor Ort im Einsatz

Meist arbeiten zwei Mitglieder des Groupe de support psychologique bei einem Einsatz zusammen. Ihre durchschnittliche Einsatzdauer vor Ort, um Betroffene zu betreuen, liegt bei drei bis vier Stunden. Bei einem der Einsätze waren zwölf  Mitglieder gleichzeitig im Einsatz.

Das Team besteht insgesamt aus 46 ehrenamtlichen Helfern zwischen 21 und 65 Jahren. Diese mussten zuvor eine Basisausbildung von über 120 Stunden absolvieren, die zwei Jahre dauerte. Die Ausbildung wird von qualifizierten Experten aus dem In- und Ausland geleitet. Die Mitglieder erhalten eine kontinuierliche Weiterbildung.

Zusammenarbeit mit anderen Rettungskräften

139 Mal wurde der Groupe de support psychologique von der Notrufzentrale des Corps grand-ducal d'incendie et secours (CGDIS) angefordert, von dem er seit dem 1. Juli 2018 fester Bestandteil ist. In 69 Fällen war es die Polizei, die um eine Zusammenarbeit gebeten hatte, in 33 Fällen war es ein Notarzt.

Die meisten Einsätze fanden vergangenes Jahr im Januar statt. Insgesamt waren es in diesem Monat 28. Verglichen mit den anderen Wochentagen wurde das Team mehrheitlich an Dienstagen und mittwochs gefordert. Vor allem zwischen 10 und 11 Uhr.


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Rund um die Uhr, an sieben Tagen die Woche, bietet der Groupe de support psychologique Bereitschaftsdienst. Laut dem Jahresbericht des Groupe de support psychologique, geht aus Studien hervor, dass eine "psychologische Krisenintervention eine heilende Wirkung auf die Entwicklung von psychischen Folgeschäden hat. Dieser psychologische Beistand sollte allerdings möglichst unmittelbar nach dem Ereignis einsetzen, denn die frühzeitige Intervention macht den Betroffenen wieder handlungsfähig und grenzt die Entstehung von posttraumatischen Belastungsreaktionen ein".


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