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Prozess wegen tödlicher Langsamkeit
Lokales 2 Min. 27.02.2019

Prozess wegen tödlicher Langsamkeit

Der Autofahrer wurde bei dem Auffahrunfall lebensgefährlich verletzt.

Prozess wegen tödlicher Langsamkeit

Der Autofahrer wurde bei dem Auffahrunfall lebensgefährlich verletzt.
Foto: Polizei
Lokales 2 Min. 27.02.2019

Prozess wegen tödlicher Langsamkeit

Steve REMESCH
Steve REMESCH
33 km/h langsam fährt ein Sattelschlepper am Abend des 16. November 2016 in der Nähe von Flaxweiler auf der Autobahn A1. Ein Autofahrer fährt auf und stirbt Tage später. Dem Unfallverursacher droht nun eine Haftstrafe.

„Der erste Eindruck war, dass der Mann tot zu sein schien“, führte gestern ein Arzt im Zeugenstand aus, der am 16. November 2016 als freiwilliger Feuerwehrmann bei einem schweren Auffahrunfall auf der Autobahn A1 in Höhe Flaxweiler im Einsatz war. „Doch als ich den Gurt gelöst hatte, nahm ich Atemgeräusche wahr.“ Es galt, schnell zu handeln, den Fahrer aus dem Fahrzeugwrack zu bergen und in ein Krankenhaus zu bringen.

Gefährlich langsam

Fünf Tage später erlag der Autofahrer dann aber doch seinen schweren Kopfverletzungen. Der Airbag des Saab hatte nicht ausgelöst, doch geändert hätte das nichts, hält ein Unfallexperte fest. Denn die Autopsie belegt, dass ein in den Kopf eingedrungener Fremdkörper das tödliche Schädelhirntrauma verursacht hatte. Der Wagen war ungebremst mit einer Geschwindigkeit zwischen 78 und 93 km/h auf den 33 km/h langsamen Lastwagen aufgefahren.

Warum dieser so langsam auf der Autobahn in Richtung Trier unterwegs war, damit befasste sich am Mittwoch die 18. Strafkammer des hauptstädtischen Bezirksgerichts. Ein anderer Lastwagenfahrer habe beim Überholen gehupt und ihm so – in der Sprache der Brummifahrer – zu verstehen gegeben, dass er ein Problem mit den Reifen habe, erklärte der wegen fahrlässiger Tötung angeklagte 33-jährige Beschuldigte den Richtern.


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Deshalb, um nicht zu einer Gefahr zu werden, habe er gleich an der nächsten Ausfahrt, in Flaxweiler angehalten. Dass er gerade durch dieses im Prinzip verbotene Manöver zu einer Gefahr wurde, war ihm nicht bewusst. Denn er blockierte damit die ganze Ausfahrt. Bei einer Überprüfung habe er nichts festgestellt und deshalb die Fahrt fortsetzen wollen, so der Fahrer.

Ein Zeuge sah ihn rückwärts aus der Ausfahrt auf die Autobahn zurücksetzen. Die weißen Rücklichter blieben ihm in Erinnerung – nicht aber Warnblinker. Und auch der Unfallgutachter betonte, dass die Warnblinkanlage wenige Augenblicke später beim Zusammenprall mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschaltet war – ein Umstand, den der Angeklagte bestreitet.

„Aufprall nicht vermeidbar“

Als der Lastwagenfahrer den Sattelschlepper wieder vorwärtsfuhr, musste er, um dem Prellbock an der Ausfahrt auszuweichen, auf die rechte Fahrbahn fahren. Nach etwa 80 Metern spürte er dann den Impakt des auffahrenden Autos.


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Eine technische Auswertung des Mobiltelefons des tödlich verunglückten Autofahrers zeigte, dass dieser noch 15 Sekunden vor dem Aufprall eine Botschaft in einem Chatportal veröffentlicht hatte. Dennoch schlussfolgerte der Gutachter, dass die Kollision auch bei voller Aufmerksamkeit aufgrund der Umstände – Dunkelheit, Nebel, Regen, nicht einschätzbare Geschwindigkeit des Lastwagens und keine Warnblinker – nicht eindeutig verhindert hätte werden könnten.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sprach in seiner Anklagerede von einem extrem gefährlichen Fahrmanöver des Lastwagenfahrers, das den Tod des Autofahrers zur Folge gehabt habe. Er forderte eine Haftstrafe von zwölf Monaten, eine angebrachte Geldstrafe und ein Fahrverbot von 24 Monaten. Das Urteil der Strafkammer ergeht am 21. März.


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