Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Prozess wegen fahrlässiger Tötung: Neun Monate Haft gefordert
Fahrlässige Tötung und Trunkenheit am Steuer: Ein Vergehen, das dem Angeklagten nun eine mehrmonatige Haftstrafe einbringen könnte.

Prozess wegen fahrlässiger Tötung: Neun Monate Haft gefordert

Foto: Marc Wilwert
Fahrlässige Tötung und Trunkenheit am Steuer: Ein Vergehen, das dem Angeklagten nun eine mehrmonatige Haftstrafe einbringen könnte.
Lokales 28.11.2016

Prozess wegen fahrlässiger Tötung: Neun Monate Haft gefordert

John LAMBERTY
John LAMBERTY
Wegen fahrlässiger Tötung und Trunkenheit am Steuer musste sich am Donnerstag ein junger Mann verantworten, der im September 2015 nach durchzechter Nacht nahe Koetschette einen tödlichen Unfall verursacht hatte.

(jl) - Nur eine Woche nach dem internationalen Tag der Straßenverkehrsopfer musste sich am Montag am Bezirksgericht in Diekirch ein junger Mann wegen fahrlässiger Tötung und Trunkenheit am Steuer verantworten.

Der Angeklagte war am Morgen des 20. September 2015 nach einer durchzechten Nacht auf der N 23 zwischen Flatzbour und Koetschette wohl im Sekundenschlaf auf die Gegenspur geraten und frontal mit einem anderen Wagen kollidiert.

Ein Unfall, bei dem der unschuldige Insasse des zweiten Fahrzeugs so schwer verletzt wurde, dass er noch auf dem Weg ins Krankenhaus verstarb – und der nun neben eine trauernden Familie auch einen Unglücksfahrer hinterlässt, der ebenfalls mit den fatalen Folgen seines Tuns kämpft, wie gestern deutlich wurde.

Sensibilisierung als Sühne

Es vergehe kein Tag, an dem er nicht an die Konsequenzen seines Verhaltens denke, so der Angeklagte, der mittlerweile der „Association des victimes de la route“ beigetreten ist, um nun wenigstens andere Fahrer vor Dummheiten mit eventuell fatalen Folgen zu warnen.

Wieso er sich damals ohne ausreichend Schlaf und mit 1,4 Promille hinters Steuer gesetzt hatte, konnte der Mann, der noch dazu als Busfahrer arbeitet, jedoch ebenso wenig erklären wie sein Anwalt, Me Rosario Grasso.

Urteil ergeht am 5. Januar

Im Namen der Staatsanwaltschaft sprach Substitut Jean-François Boulot denn auch von einem „provozierten Unglück“, für das er eine neunmonatige Haftstrafe, eine Geldstrafe und ein Fahrverbot von 36 Monaten – außer für die berufliche Fahrten – forderte. Einer Teilbewährung verschließe er sich aber nicht, so Boulot. Das Urteil in dem Fall wird nun am 5. Januar ergehen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Fahrverbot wegen tödlichen Unfalls
Am Bezirksgericht in Diekirch wurde am Donnerstagmorgen ein Fahrverbot von 36 Monaten und ein Bußgeld von 4500 Euro gegen einen Mann verhängt, der in Reisdorf einen tödlichen Unfall verursacht hatte. Doch auch das Opfer hatte Fehler begangen.
Für das 75-jährige Unfallopfer kam am 22. Januar 2017 jede Hilfe zu spät.