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Prozess um Schlägerei: Per Notwehr zum Freispruch
Lokales 20.06.2019 Aus unserem online-Archiv

Prozess um Schlägerei: Per Notwehr zum Freispruch

Kurz vor 7 Uhr morgens kam es am 14. Februar 2016 nach einem Diskobesuch in der hauptstädtischen Rue de Bouillon zu einer Schlägerei zwischen Polizisten, Soldaten und Zivilisten.

Prozess um Schlägerei: Per Notwehr zum Freispruch

Kurz vor 7 Uhr morgens kam es am 14. Februar 2016 nach einem Diskobesuch in der hauptstädtischen Rue de Bouillon zu einer Schlägerei zwischen Polizisten, Soldaten und Zivilisten.
Foto: Steve Remesch
Lokales 20.06.2019 Aus unserem online-Archiv

Prozess um Schlägerei: Per Notwehr zum Freispruch

Eigenverantwortung scheint im Prozess um eine Auseinandersetzung zwischen Polizisten und Soldaten in Hollerich ein Fremdwort zu sein. Das zeigte sich am vorletzten Verhandlungstag erneut besonders deutlich.

(str)  -  Üblicherweise ist es bei Gerichtsverfahren so, dass es nicht immer selbstverständlich ist, von den Zuschauerreihen aus zu hören, was vor dem Richterpult debattiert wird. Am Donnerstag, im Prozess um eine Schlägerei zwischen Polizisten einerseits und Soldaten und Zivilisten andererseits, war dies jedoch gänzlich anders.


Nach Dienstschluss hatten Polizisten am 14. Februar 2016 eine Diskothek in der hauptstädtischen Rue de Bouillon aufgesucht. Stunden später kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung.
Prügelei nach der Nachtschicht
Nach einem Discobesuch geraten in der hauptstädtischen Rue de Bouillon am Valentinstag 2016 Polizisten und Soldaten aneinander. Nun hat ihre Schlägerei ein Nachspiel vor Gericht.

Einer der Verteidiger redete sich derart in Rage, dass der Richter die Lautsprecheranlage abstellen ließ – um Kopfschmerzen zu verhindern, wie es hieß.

Mit lauter Stimme geißelte der Anwalt jenes Polizisten, der im Prozess als besonders streitsuchend beschrieben wurde, das Vorgehen der Ermittler. Die Untersuchungen seien völlig einseitig geführt worden, mit dem alleinigen Ziel, die Polizisten an den Pranger zu stellen, so der Anwalt.

Vorfall im Jahr zuvor

Insbesondere zeige sich das dadurch, dass der Diffsider-Spur nicht nachgegangen worden sei. Dabei sei aktenkundig, dass es in Differdingen im August 2015 einen Angriff auf Polizisten gegeben habe, in den sowohl zwei der angeklagten Beamten als auch die beiden beschuldigten Zivilisten verwickelt gewesen seien.


„Ich dachte, er wäre tot“
Im Prozess um eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen Polizisten, Soldaten und Zivilisten nach einem Diskobesuch, wurden am Dienstag Zeugen angehört.

Einen der Beteiligten habe ein Beamter denn auch bei der Schlägerei vor dem M-Club wiedererkannt. Daher sei er zum Schluss gekommen, dass es sich um einen Gangangriff gehandelt habe.

Obwohl offensichtlich bei der Auseinandersetzung am Valentinstag 2016 in der Rue de Bouillon viel Gewalt im Spiel war, forderten alle acht Angeklagten am Donnerstag den Freispruch. Falls es zu Schlägen ihrerseits gekommen sei, dann nur, um sich selbst oder andere zu verteidigen. Zuvor hatten sieben der acht Angeklagten zudem Schadenersatz zwischen 250 und 20.000 Euro gefordert.

Abschluss am Freitag

Am Freitagvormittag wird der Prozess mit dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft abgeschlossen.


Rue de Bouillon Hollerich MClub M-Club / Foto: Steve Remesch
Eine Schlägerei, zwei Geschichten
Zwischen Gang-Angriff und grundloser Gewalt: Die Aussagen der drei angeklagten Polizisten und jene ihrer Kontrahenten, drei Soldaten und zwei Zivilisten, stehen in striktem Widerspruch zueinander.

Dabei wird besonders interessant sein, an welcher von beiden widersprüchlichen Darstellungen der Polizisten und ihrer Kontrahenten sich die Anklägerin orientieren wird – und wem nach vier Prozesstagen welche Tat vorgeworfen wird.


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